„Müllablage“ mit zwei Rädern

Hunderte Obikes eingesammelt: Massenansturm auf Radlbauer-Filialen

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Joachim Gaag von Radlbauer zeigt die abgegebenen Schrott-Obikes.

Kürzlich berichteten wir über die Radlbauer-Aktion mit den ausrangierten Obikes. Mittlerweile wurden den Filialen des Händlers mehrere Hundert Fahrräder überbracht.

München - Ansturm auf die Münchner Radlbauer-Filialen: Seit September läuft hier die Aktion „München räumt auf“. Radlbauer zahlt für jedes bei ihm abgegebene Obike 100 Euro „Aufräumprämie“ beim Kauf eines neuen Bikes ab 500 Euro (wir berichteten). Und die Leute rennen dem Unternehmen mittlerweile die Bude ein...

„Wir bekommen in allen Filialen seit dem 21. September täglich mehrere Obikes gebracht und erwarten bis zum Ende der Aktion 400 bis 500 Räder“, berichtete am Freitag Thomas Jürgens, Marketing- und Vertriebsleiter bei Radlbauer. Warum kam es zu der Aktion? Zur Erinnerung: Im Sommer 2017 hatte der Leihradl-Anbieter Obike die Stadt mit seinen markanten gelben Rädern geflutet. Zwischenzeitlich waren über 7000 Stück auf Münchens Straßen geparkt. Und nicht nur da – sie hingen in Bäumen, lagen in der Isar, stapelten sich am Straßenrand.

Wo stecken eigentlich die Obike-Initiatoren?

Die Stadt wertete mittlerweile das Abstellen im öffentlichen Raum als „illegale Müllablage“ und besteht darauf, dass die gelben Radl entfernt werden. „Unsere Juristen bereiten die nächsten Schritte vor“, sagte Lukas Raffl von der Stabsstelle Radverkehr bei der Stadtverwaltung unserer Zeitung. Aber: Man könne die Räder erst wegräumen, wenn bewiesen ist, dass die Stadt alles versucht hat, den Eigentümer der Räder zu erreichen. Die Stadt hatte Obike eine Frist gesetzt. Doch es kam keine Reaktion! Das Unternehmen mit Heimatmarkt in Singapur ist mittlerweile auf Tauchstation.

Das war der Moment für die Firma Radlbauer einzugreifen. „Wir wollen, dass München sauber bleibt“, lautet der Slogan ihrer Aktion. Hier wird dazu aufgerufen, die Räder einzusammeln – und zwar „möglichst die, die in der Natur liegen und nicht mehr einsatzbereit sind“. Die gelben Drahtesel werden nun bei Radlbauer zunächst eingelagert – sollte sich der Besitzer aus Singapur doch noch melden, könnte er sie freilich zurückbekommen. 

ast

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