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Labrador am beliebtesten

Immer mehr Hunde in München - doch viele Halter leisten sich ein dreistes Vergehen

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Kämmerer Christoph Frey (SPD) zeigt in der Dackel-Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum verschiedene Hundemarken.

München wächst und das gilt nicht nur für die Zweibeiner. Denn auch die Zahl der Hunde steigt, jährlich werden es 1000 mehr. Allerdings prellen auch immer mehr Halter die Hundesteuer.

München - 37.324 Hunde gibt es offiziell in München. Der beliebteste ist der Labrador, 1.887 von ihnen leben an der Isar. Auf Platz zwei folgt der Chihuahua mit 1.481 Vertretern, auf Platz drei liegt das Olympia-Maskottchen: der Dackel. Immerhin noch 980 Exemplare hat die Stadt gezählt. Gezahlt wird aber immer weniger für die Zamperl. Bei Kontrollen der Fahnder des Kassen- und Steueramtes werden immer wieder Hunde angetroffen, die nicht steuerlich erfasst sind. Der Kämmerei geht dadurch Geld durch die Lappen.

Hundesteuer gibt es schon seit 1799

Durch die Abgabe fließen jährlich drei Millionen Euro in den Stadtsäckl. Die Gelder fließen in soziale, kulturelle und schulische Maßnahmen der Stadt. „Wir wissen nicht, wie groß die Dunkelziffer ist“, sagt Kämmerer Christoph Frey (SPD). „Es ist nicht so, dass die Menschen sich weigern. Viele wissen es einfach nicht besser. Zum Beispiel muss man seinen Hund schon nach zwei Wochen anmelden, nicht erst nach einem Jahr, wie vielfach kolportiert wird.“

Für die Hundesteuer gibt es aber noch einen weiteren Grund, der vielen Haltern gar nicht bewusst ist: „Wir erheben sie hauptsächlich, damit die Zahl der Hunde nicht noch schneller steigt“, sagt Frey. Dieser Gedanke war auch der Grund für die einstige Einführung von Hundesteuer und Hundemarke am 5. Oktober 1799. Damals genehmigte Kurfürst Max IV. Joseph erstmals die Erhebung einer Steuer für die vierbeinigen Lieblinge, die lediglich dem persönlichen Vergnügen dienten. Der Staat war der Ansicht, dass jemand, der sich den „Luxus“ Hund – der ja kein Nutztier ist – leisten kann, dann auch einen Obolus an den Fiskus abdrücken könne, heißt es in einer Pressemitteilung der Landeshauptstadt München.

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Blinde, Taube oder hilflose Personen müssen keine Hundesteuer zahlen

Zahlen muss aber längst nicht jeder. Ausnahmen gelten für Blinde, Taube oder hilflose Personen, wenn die Hundehaltung unentbehrlich ist. Wer in eine wirtschaftliche Notlage gerät, kann von der Steuer befreit werden. Eine solche Befreiung ist seit 2014 auch möglich, wenn der Hund aus dem Tierheim geholt wurde oder wenn der Halter zusammen mit seinem Hund einen Hundeführerschein absolviert hat.

München liegt im Übrigen mit der Höhe seiner Hundesteuer im Mittelfeld. In der bayerischen Landeshauptstadt werden pro Hund 100 Euro fällig, Kampfhunde sind teurer und schlagen mit 800 Euro zu Buche. In Köln kostet jeder Hund 156 Euro, in Berlin das erste Tier 120, jedes weitere 180 Euro. Und in Stuttgart müssen für den ersten Zamperl zwar nur 108 Euro überwiesen werden, jeder weitere Hund kostet allerdings 216 Euro. Teuer ist es auch in Hannover. Der erste Hund kostet 132 Euro, jeder weitere 240 Euro.

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Lydia Wünsch/ska

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