Was taugt das neue Tool?

Makler skeptisch: Dieses Online-Tool soll Wert jeder Wohnung in München ausrechnen 

Eine Onlineplattform verspricht, eine neue Transparenz in die Preise für die über 1,1 Millionen Wohnungen in München zu bringen - per Algorithmus.

  • Seit Jahren steigen die Immobilienpreise in München.
  • Ein Online-Tool verspricht nun, per Algorithmus Wohnungspreise errechnen zu können.
  • Makler sehen das Projekt skeptisch.

München - Was kostet die Wohnung des Nachbarn, das schicke Penthouse am Englischen Garten oder das Häuschen der Schwiegereltern am Stadtrand? Viele Menschen dürften sich schon einmal Fragen wie diese gestellt haben. Eine neue Onlineplattform verspricht jetzt, Antworten zu liefern. Dahinter steckt das Immobilien-Start-up Scoperty. Nach einer Testphase in Nürnberg können Münchner ab sofort auf der Webseite www.scoperty.de auch hiesige Wohnungspreise nachsehen.

Und so funktioniert’s: Auf der Plattformgibt man Straße und Hausnummer ein. Daraufhin erscheint ein Satelliten-Stadtplan mit einem Preisschild am gesuchten Objekt sowie den umliegenden Immobilien. „Es handelt sich dabei um Schätzwerte, die wir mittels eines bestimmten Algorithmus berechnen“, sagt Sebastian Frenzel (42), Chief Product Officer bei Scoperty. Die Informationen für die Berechnung stammten demnach unter anderem aus Angeboten und realen Kaufpreisen aus der Region. Für München und den Speckgürtel gibt es bisher Daten von mehr als 1,1 Millionen Wohnungen und 230 000 Häusern. Angegeben wird jeweils der geschätzte Preis für die kleinste Wohneinheit in einem Objekt.

Makler skeptisch über Online-Plattform: „Wie kann man die Preise schätzen, wenn ...“

Makler sehen das Projekt skeptisch. „Wie kann man Preise schätzen, wenn man Zustand und Ausstattung der Immobilie gar nicht kennt“, fragt sich der Makler Paul Schmidmaier (48). Er nennt ein Beispiel aus seiner Praxis. In der Herzogstandstraße 28 gibt es laut Scoperty Wohnungen ab 318 504 Euro. Der Makler habe dort eine Wohnung mit 103 Quadratmetern für 710 000 Euro verkauft.

„Die Schätzwerte sind ein Ausgangspunkt“, verteidigt Scoperty-Chef Michael Kasch (42) sein Konzept. Eigentümer könnten die Genauigkeit beeinflussen, indem sie Daten in eine Maske eingeben wie Fläche, Baujahr und Ausstattung. Automatisch wird das Objekt dann höher bewertet. Kaufinteressenten können auf Basis der Schätzwerte unverbindliche Angebote für ihre Lieblingsimmobilie an den Eigentümer schicken. Ziel der Plattform sei es zum einen, den Markt transparenter zu machen. Zum anderen „wollen wir dadurch mehr Angebote auf dem angespannten Immobilienmarkt schaffen“, so Kasch.

Scoperty hat sich hohe Ziele gesetzt: Bis 2020 soll es Schätzwerte für alle 40 Millionen Wohnobjekte in ganz Deutschland geben. Das Start-up ist ein Gemeinschaftsunternehmen der niederländischen ING Bank, PriceHubble AG und Sprengnetter GmbH. Der Name der Plattform setzt sich zusammen aus dem italienischen „Scoperta“ für Entdeckung und dem englischen „Property“ für Immobilie. Er soll auf die Möglichkeit anspielen, über die Plattform neues Immobilieneigentum zu entdecken. Scoperty arbeitet eng mit lokalen Maklern und Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen, mit rund 400 Finanzierungsgebern zusammen. Die Plattform ist für Nutzer kostenlos.

Video: Wie teuer sind Wohnungen in München?

Laura Felbinger

Milliardärs-Liste: Das Manager Magazin hat die 1001 reichsten Deutschen zusammengesucht. Wir haben die Liste auf München und Region geprüft.

Die Wohnungsnot in München ist bekannt. Zwei Bauprojekte - eines im Münchner Norden und eines in Giesing - könnten nach ihrer Fertigstellung für etwas Entlastung sorgen.

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