Prozessauftakt

Jodi-Trick: Angeklagter bestreitet Millionenbetrug

München - Der Betreiber eines Internet-Bezahlsystems hat vor dem Münchner Landgericht den ihm vorgeworfenen Millionenbetrug bestritten.

„Nicht schuldig“, sagte der gelernte Mechaniker in amerikanischer Gerichtsfilm-Manier am Donnerstag nach der Aufforderung, sich zur Anklage zu äußern. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen vor, Nutzer der Website „moneypay-europe“ und des Programms „eurosurf“ zwischen 2006 und 2008 um 1,7 Millionen Euro geprellt zu haben. Der Angeklagte sagte, es habe damals viele erfolgreiche Programme dieser Art in Übersee gegeben.

Für die Kunden wurden Mitgliedskonten in der Phantasie-Handelswährung „Jodi“ geführt, einzahlen mussten sie in Euro. Mit den Guthaben sollte eine Unternehmensbeteiligung verbunden sein. Die Kunden konnten außerdem Investments anlegen, die Tageszinsen bis zu 0,99 Prozent bringen und hundertprozentig sicher sein sollten. Tatsächlich aber habe das System einzig als Geldquelle für den Angeklagten und einen Komplizen gedient, so die Anklage. Der Komplize wurde bereits zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Angeklagte hatte sich ins Ausland abgesetzt, war in Liechtenstein gefasst und im Oktober ausgeliefert worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-mm (Symbolbild)

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