Reicht das Konzept nicht mehr aus?

Grillhalde! Isar-Saubären immer schlimmer

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Am Sonntag quollen die Müllbehälter über

München - Bei knapp 30 Grad und strahlendem Sonnenschein zog es am Wochenende Tausende Grill-Freunde an die Isar. Doch es scheint, als würde die renaturierte Isar noch mehr Münchner und damit Saubären anziehen als früher.

Flaucher, Sonntagfrüh, 8 Uhr: Die Vögel zwitschern, die Isar glitzert – und Müll ohne Ende liegt herum! Die Abfallbehälter quellen über, im Kies liegen zerbrochene Flaschen und Kippen. Hartmut Keitel von der Aktion „Deine Isar“ zählt auf 100 Quadratmetern fünf liegen gelassene Grills … Das ist Münchens größte Grillhalde!

Bei knapp 30 Grad (zur Wetter-Vorschau) und strahlendem Sonnenschein zog es am Wochenende Tausende Grill-Freunde an die Isar. Und es scheint, als würde die renaturierte Isar noch mehr Münchner und damit Saubären anziehen als früher. Ein „Bombenerfolg“ sei die Renaturierung, sagte CSU-Fraktionsvize Hans Podiuk kürzlich dem Münchner Merkur. „Aber jetzt leidet die Isar an ihrer Aufwertung.“

Reicht das bisherige Konzept nicht mehr aus? Im Acht-Kilometer-Bereich von der Innenstadt bis zum Flaucher sind insgesamt 75 Gittermüllboxen aufgestellt, dazu fünf Riesen-Container mit drei Kubikmetern Fassungsvermögen und zwölf Holzkohlebehälter. Bei Sonnenwetter wie am Wochenende reinigen Arbeiter des Baureferats die Ufer täglich. Durchschnittlich fallen jedes Jahr 85 Tonnen Müll an. Die Reinigungskosten: über 100 000 Euro.

Isar-Aktivist Hartmut Keitel, der seit vergangenem Jahr unter anderem mit „Deine Isar“-Plakaten und Schildern auf Müllbehältern die Menschen zum Umdenken bewegen will, sieht vonseiten der Stadt keinen Handlungsbedarf. „Das Konzept greift. Selbst wenn die Müllbehälter überquellen, ist der Dreck drumrum bis mittags weg.“

Das Problem sei vielmehr die Wegwerfmentalität einiger Bürger, so Keitel zur tz. „Oft kommt der Müll ja nicht mal Richtung Müllbehälter, sondern wird einfach achtlos liegen gelassen.“ Die CSU aber will laut Merkur weitergehen: Hans Podiuk kann sich beispielsweise Schwerpunktaktionen vorstellen, bei denen Müll-Sünder verwarnt werden. Der Stadt – und damit dem Steuerzahler – höhere Reinigungskosten aufzubrummen, sei moralisch nicht vertretbar. Hartmut Keitel glaubt nicht daran, dass das durchführbar ist. „Wir ändern die Lage nur, wenn die Bürger andere dazu anhalten, ihren Müll wegzuwerfen– bis alle ein Bewusstsein dafür erlangt haben.“

nba/ thi

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