Kaputte Überführungen

Münchens Bröselbrücken: Hier muss die Bahn sanieren

München - Münchens Brücken bröseln! Das gibt selbst die Bahn zu. In einem Schreiben an die Stadt heißt es, dass „zahlreiche Eisenbahnüberführungen (EÜ) in schlechtem baulichem Zustand und dringend erneuerungsbedürftig“ seien. Ein schwerer Brückenschlag!

Denn sanieren muss die Bauwerke die Bahn, die Überführungen befinden sich im Eigentum der DB Netz AG. Einmal jährlich fasst die zusammen, wie der Stand der Sanierung ist. Mit dem Bericht befasst sich am Dienstag der Bauausschuss. Wir haben die schlimmsten Bröselbrücken hier zusammengetragen. 

Lindwurmstraße

Die Überführung an der Lindwurmstraße genießt bei Bahn und Stadt höchste Priorität – Sofortmaßnahmen in den vergangenen Monaten sorgten nur für vorläufige Stabilität. Auch die Einrichtung des neuen Regionalhaltes Poccistraße steht und fällt mit der Sanierung. Der Bahnhof soll künftig Pendlern aus dem Osten als Halt dienen, um etwa schneller in die U-Bahn und damit zum Marienplatz zu kommen.

Auf Drängen des Bezirksausschusses (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt stimmte die Bahn zu, die Fahrbahn unter der Brücke für Radler und Fußgänger breiter zu gestalten. Radler fahren künftig auf 2,75 Metern Breite, Fußgänger sind auf rund vier Metern unterwegs. Der BA hätte durchaus noch ein paar weitere Verbesserungsvorschläge gehabt. Doch die Zeit drängt. „Die Arbeiten sollen nicht noch weiter verzögert werden“, sagt der BA-Vorsitzende Alexander Miklosy (Rosa Liste). 2021 könnte mit der Sanierung der Brücke begonnen werden. Schätzungsweise 200 Millionen Euro soll das kosten.

Werinherstraße

Diese Brücke hat schon mal der ein oder andere Lkw-Fahrer überschätzt – und rumms: Die Überführung an der Werinherstraße soll zwischen 2021 und 2023 saniert werden. Derzeit erarbeitet die Stadtverwaltung die Vorplanung der Verkehrsanlagen und stimmt diese mit der Deutschen Bahn ab. Im Anschluss soll dem Stadtrat eine Entscheidungsvorlage unterbreitetet werden. Der genehmigt dann das Vorprojekt.

Bodenseestraße

Andere Projekte sind noch nicht ganz so weit: An der Balanstraße ist man in der Vorplanung. Derzeit werden mögliche Varianten geprüft. Dann muss der Stadtrat eine Entscheidung treffen. An der Bodenseestraße haben sich Deutsche Bahn und Landeshauptstadt auf die Durchführung einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie verständigt. Bis da Ergebnisse vorliegen, kann noch Zeit vergehen. Frühestens in fünf oder sechs Jahren ist mit dem Baubeginn zu rechnen.

Dachauer Straße

An wirklich keiner Stelle in München hat es zuletzt so oft gekracht wie an der Brücke über die Dachauer Straße. Die Stadt hatte vor Kurzem eine Lösung präsentiert. Mit einer elektrischen Höhenkontrolle sollen Fahrzeuge gewarnt werden, die für die Unterführung zu groß sind. Auch die Brücke selbst wird saniert. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt vor, es soll dem Bezirksausschuss vorgestellt werden.

Bus kracht in Bahnunterführung und bleibt stecken

Rosenheimer Straße

Die Planungen sind vergeben, erste Vorplanungen laufen. Der Stadtrat hatte unlängst gebeten, bei dem Konzept auch zu prüfen, wie hoch der Platzbedarf in der Unterführung für eine mögliche Tramverbindung ist. Die Straßenbahn könnte Orleansplatz und Neuperlach verbinden. Dazu muss die Unterführung breiter werden, Stadt und DB untersuchen ein paar Varianten. Auf eine davon festlegen muss sich dann der Stadtrat.

Lesen Sie dazu: Von Haidhausen nach Neuperlach - Lokalpolitiker fordern: Trambahn-Linie 1 wiederbeleben

Chiemgaustraße, Paosostraße, Sportlerweg und mehr

Die Sanierung der Unterführung Chiemgaustraße hängt an mehreren Faktoren. Unter anderem werden derzeit verschiedene Varianten geprüft, wie die Trambahn zum geplanten Betriebshof an der Ständlerstraße fahren soll. 

Die Vorplanung der Bahn für die Brücke über die Paosostraße (Pasing) hingegen ist abgeschlossen. Durchfahrtshöhe und -breite bleiben unverändert. Die Brücke wird somit lediglich im Bestandsquerschnitt erneuert. 

Am Sportlerweg (Neuaubing) ist die sogenannte Vorprojektgenehmigungt erfolgt. Den Plan muss jetzt das Eisenbahnbundesamt genehmigen. 

Am Bauwerk an der Tumblingerstraße (Isarvorstadt) hat man den Bestand vermessen, Altlasten erkundet und ein hydrogeologisches Gutachten durchgeführt. Derzeit wird untersucht, ob eine Grundwasserwanne nötig ist. 

Zudem hat die Bahn angekündigt, dass die Brücken an der Menzinger Straße und der Limesstraße (Aubing) ebenfalls erneuert werden sollen. Entsprechende Anfragen werden demnächst an die Stadt gerichtet, die Projekte in den Katalog aufgenommen.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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