Kommentar zu der Hausbesetzung im Westend

Kommentar: Legt den Spekulanten das Handwerk!

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tz-Redakteur Johannes Welte. 

Das war Deutschlands kürzeste Hausbesetzung: Im Schnitzelhaus an der Schwanthalerhöhe richteten Aktivisten einen „Für-Lau“-Laden ein, der schon wieder geräumt war, bevor die Polizei überhaupt anrücken konnte. 

Ein symbolischer Akt, denn eine echte Hausbesetzung hätte in München keine Chance, es würde sofort geräumt. Immerhin haben es die Aktivisten aber geschafft, ein Schlaglicht auf einen Skandal zu werfen: In München werden immer mehr Wohnungen zweckentfremdet - sei es durch das Vermieten an Touristen, für die eigentlich ein Hotel nach dem anderen gebaut wird, oder dadurch, dass Hausbesitzer schöne Altbauten vergammeln lassen, um sie zum lukrativsten Zeitpunkt entweder luxussanieren oder gar abreißen zu lassen und stattdessen eine teure Nobel-Residenz  zu errichten. 

Wohnraum ist ein Gut, das sich begrenzt vermehren lässt

Bislang gingen die Behörden nur zögerlich gegen solche Machenschaften vor. Ob die vom Landtag jüngst beschlossenen Verschärfungen der entsprechenden Bußgelder greifen, ist fraglich. Zu viel Geld lässt sich mit Immobilien verdienen. Wer aufmerksam nachts durch die Stadt geht, wird bemerken, dass in vielen Luxusquartieren gar kein Licht brennt, da diese Herbergen als Investitionsobjekte von Fonds und Millionären dienen und nicht als Heimat für Menschen, die in München leben. Wohnraum ist ein knappes Gut, das sich nur schwer vermehren lässt. Es wird höchste Zeit, dass den Spekulanten das Handwerk gelegt wird.

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