Erdogan erleidet Schwächeanfall bei Gebet

Erdogan erleidet Schwächeanfall bei Gebet

54-Jährige traurig und verärgert

Konzertkarten verloren! Fan hofft vergeblich auf Ersatz

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Christine Kremheller verlor ihre Tickets für Neil Diamond in der Olympiahalle München. Ersatz bekommt sie nicht.

München - Ihre 170-Euro-Karten für das Neil-Diamond-Konzert in München gingen verloren. Daraufhin bat Christine Kremheller um Ersatz. Doch sie erhielt eine Abfuhr.

„Ich bin größter Neil-Diamond-Fan“, sagt Christine Kremheller. Daher war die 54-Jährige auch begeistert, als sie davon erfuhr, dass der Sänger im Herbst in der Münchner Olympiahalle auftritt. Einmal hatte sie ihn bereits live gesehen. Christine Kremheller setzte sich an den Computer und kaufte für zusammen 170 Euro zwei Tickets über das Portal München Ticket. Ausdrucken konnte sie die Karten nicht, also ließ die Niederbayerin sie sich für 4,90 Euro Portokosten nach Hause liefern. Nur zwei Tage später lagen die Karten im Briefkasten. Doch die Freude sollte nur kurz währen.

Die Tickets waren wie vom Erdboden verschwunden

Am Sonntag, 19.2. fragte sich Kremheller plötzlich, wo die Tickets eigentlich seien. Sie suchte im ganzen Haus, doch konnte sie nicht finden. Langsam überkam Kremheller ein Verdacht. Hatte sie die Karten möglicherweise versehentlich mit dem Altpapier entsorgt? „Ich habe immer viel zu tun“, erklärt sie ihren Fehler. Da seien die Tickets wohl irgendwie in einen Altpapier-Stapel geraten. Das Problem: Die Tonne wurde am Donnerstag geleert, die Tickets sind somit weg.

Am nächsten Morgen rief Christine Kremheller sofort bei München Ticket an. Dort habe es zunächst geheißen: Auch wenn sie selbst dafür verantwortlich ist, dass die Karten weg sind, sei es kein Problem, und sie bekomme sie ersetzt. Doch weit gefehlt. Nach kurzer interner Rücksprache bei München Ticket die Ernüchterung: Die Konzertagentur Promoters Group München (PGM), für die das Portal die Karten vertreibe, stelle seit kurzem bei Verlust keine neuen Tickets aus, berichtet Kremheller.

Trotz Buchungsbestätigung: Die Agentur bleibt hart

Die Niederbayerin aber wollte nichts unversucht lassen und rief direkt bei PGM an. „Dort sagte mir dann eine Dame freundlich, aber bestimmt, dass sie keine Ausnahmen machen könnten.“ Auch die vorhandene personalisierte Buchungsbestätigung, auf der die Sitzplätze exakt angegeben sind, half Kremheller nicht weiter. Doch so einfach gab die 54-Jährige nicht auf: „Ich habe dann vorgeschlagen, dass wir einfach trotzdem hinfahren. Dann könnten wir kurz vor Beginn mit einem Ordner durch die Reihen gehen, und er würde sehen, dass die Plätze tatsächlich leer bleiben.“ Sie habe die Tickets schließlich nicht weiterverkauft. Die Agentur habe daraufhin abgewunken. Das könne sie sich sparen, denn der Ordner müsse in so einem Fall ihnen, der Agentur, Bescheid geben. Und sie könnten Kremheller dann auch nichts anderes sagen als bisher, erzählt die Niederbayerin.

Die personalisierte Buchungsbestätigung half Christine Kremheller nicht weiter.

PGM äußert sich knapp

„Würden wir bei Meldung eines Ticketverlustes ein Ersatzticket ausstellen, kann ein unrechtmäßiger Zutritt zu der Veranstaltung nicht ausgeschlossen werden“, teilte PGM auf Anfrage mit.

Was die Agentur meint: Sobald sie Ersatztickets herausgibt, sind zwei Karten zu viel im Umlauf. Tauchen die Originaltickets von Christine Kremheller dann irgendwo wieder auf, könnte sich jemand mit diesen kostenlos Zutritt zur Halle verschaffen. Er müsste dann auch nicht einmal die Originalplätze einnehmen, sondern könnte sich einfach einen Stehplatz nehmen. Der Betrug würde wohl nicht auffallen. Jeder Verlustfall werde aber einer individuellen Prüfung unterzogen, teilte die Agentur mit.

So lösen andere Agenturen das Problem

Die Propeller Music & Event GmbH - eine andere Agentur aus München - verfolgt eine etwas offenere Linie. Bei Stehplatztickets könne man nichts ersetzen, so eine Sprecherin. Da die Tickets meist nicht elektronisch entwertet würden, könne man in so einem Fall nicht nachvollziehen, ob sich zusätzliche Zuschauer mit den Originalkarten unrechtmäßig Zugriff verschaffen. Die Zuschauerzahl könnte das Maximum übersteigen. Alleine aus Sicherheitsgründen sei das schon nicht erlaubt. Bei nummerierten Sitzplätzen sei dies anders. Allerdings stelle man keine Ersatztickets aus, sondern vermerke die Zuschauer und geleite sie dann vor Ort zum Sitzplatz, teilte die Sprecherin im Namen der Agentur mit. So verhindere man eine Doppelbelegung. Dennoch entscheide die Agentur weiter von Fall zu Fall, ob man dem Kartenkäufer entgegenkommen könne. „Die Kunden erwerben schließlich mit dem Ticket Zutritt zu der Veranstaltung“, so eine Sprecherin, daher müsse auf ein Ticket genauso acht gegeben werden wie auf jeden anderen Wertgegenstand.

Eine andere Münchner Agentur, die Events in der Olympiahalle veranstaltet und ungenannt bleiben möchte, entscheidet ebenso je nach Fall. „Prinzipiell verteilen wir keine Ersatztickets“, teilte ein Sprecher mit. „Bei unnummerierten Plätzen gibt es ohnehin keine Chance, weil wir dann Gefahr laufen, dass zu viele Zuschauer da sind.“ Bei nummerierten Sitzplätzen lasse man in besonderen Ausnahmefällen Kulanz walten. Da bräuchte der Ticketinhaber aber schon sehr gute Argumente. Zudem handle es sich in diesen Fällen meist um beschädigte Tickets, Verlustmeldungen seien noch heikler. „Bei einer 10.000-Zuschauer-Veranstaltung bekommen wir aber ohnehin nur wenige derartige Anfragen; vielleicht eine Handvoll.“ Ersatztickets gibt die Agentur aber - ähnlich wie Propeller Music - keinesfalls heraus, weil damit schlicht zu viele Karten im Umlauf seien. Derartige Situationen würden vor Ort geregelt.

Kremheller: „Ich kaufe sicher keine neuen Karten“

Die einzige Möglichkeit für Christine Kremheller sei, neue Karten zu kaufen, teilte PGM mit. „Das werde ich aber sicher nicht tun. Ich fahre trotzdem mit der Buchungsbestätigung hin und versuche es.“ Der Neil-Diamond-Fan sieht natürlich den Fehler bei sich, ist aber enttäuscht von der nicht vorhandenen Kooperationsbereitschaft der Agentur. „Das war wenig zuvorkommend. Ich hätte ja auch einfach sagen können, die Karten seien nicht angekommen.“ Die 54-Jährige wird nicht nachlassen. Sie hofft, die Agentur in den nächsten Monaten bis zum Konzert noch umstimmen zu können, um Neil Diamond doch noch einmal live zu sehen.

mg

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