Nichtbeachtung von Mahnungen

Münchner Gericht entscheidet: Adeliger muss für Luxus-Krankenzimmer zahlen

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Muss zahlen: Peter Prinz Sayn-Wittgenstein-Sayn.

Knapp 10.000 Euro Kosten für einige Wochen im Luxuszimmer eines Münchner Krankenhauses? Das war einem Prinz zu viel - er zahlte nicht. Nun hat das Landgericht München ein Urteil gefällt.

Freistaat gegen Adel: Peter Prinz Sayn-Wittgenstein-Sayn muss mehr als 10.000 Euro für seine mehrwöchige Unterbringung in einer Patienten-Suite des Münchner Herzzentrums zahlen. Das hat am Mittwoch das Landgericht München entschieden und damit dem Freistaat recht gegeben, der gegen den Adligen vor Gericht gezogen war. Neben den Klinikkosten kommen laut Grericht nun auch die vollen Gerichtskosten auf den Beklagten zu.

Die Ursache des Streits: Nach einem Unfall in Österreich im Jahr 2016 kam der Prinz zunächst ins Klinikum rechts der Isar. Dort gab es lebensgefährliche Herzkomplikationen beim Prinzen, und er wurde an die Lazarettstraße verlegt. Zunächst lag der adlige Patient auf der Intensivstation, danach bewohnte er für einige Wochen ein sogenanntes VIP-Zimmer, das über Flachbildfernseher, großen Kühlschrank, Ledersofas, Minibar, DVD-Player und Regendusche verfügt. Die VIP-Patientensuite ist luxuriös ausgestattet und kostet 375 Euro pro Nacht.

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Die Rechnung für das edle Krankenzimmer betrug insgesamt 9800 Euro. Inklusive diverser Laborrechnungen von insgesamt 484 Euro kam die Klinik somit auf einen Gesamtbetrag von mehr als 10.000 Euro. Doch diese Summe hat der Prinz trotz mehrerer Mahnungen nicht beglichen. Deswegen zog der Freistaat Bayern als Träger des Herzzentrums schließlich vor Gericht und klagte das Geld von Sayn-Wittgenstein-Sayn ein.

Luxus-Krankenhauszimmer in München: Darum möchte der Prinz nicht zahlen

Vor Gericht sagte der Prinz aus, er sei „nicht geschäftsfähig“ gewesen , als er in die Luxussuite-Belegung einwilligte. Der adlige Patient habe unter starken Medikamenten gestanden, als er nach mehr als einer Woche auf der Intensivstation verlegt wurde. Dies hätte es für ihn unmöglich gemacht, den Vertrag richtig zu verstehen – deshalb sei auch seine Unterschrift ungültig. Zudem sei Sayn-Wittgenstein-Sayn nicht ausreichend über die Kosten und andere Vertragsinhalte aufgeklärt worden.

Dieser Aussage widersprachen der Oberarzt und die Stationsleiterin: „Sowohl er als auch die Familie bestellten das Zimmer. Seine Frau Sunnyi Melles hat extra aus Wien angerufen, und wir haben das besprochen“, sagte der Arzt. Melles war es denn auch, die nach den schweren Operationen überglücklich verkündete: „Ärzte haben meinen Mann gerettet!“ Der Prinz selbst erschien zur Urteilsverkündung nicht mehr im Gerichtssaal, nur seine Anwälte waren vor Ort.

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