Überforderte Ehrenamtliche 

Computer-Panne am Wahltag? Helfer schildert chaotische Szenen - Verwaltung mit vielen Problemen konfrontiert 

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Landtagswahl Bayern - Briefwahl

Ein Münchner Wahlhelfer spricht von einer Computer-Panne im KVR am Wahlsonntag - und schildert chaotische Szenen. Jetzt meldet sich auch das Amt zu Wort.

Update vom 18. Oktober 2018: Wähler-Ansturm sorgte für Chaos 

Die höchste Wahlbeteiligung seit 36 Jahren hat die Verwaltung vor Probleme gestellt! 72,7 Prozent der Münchner sind am Sonntag zur Urne geschritten. Das hatte bereits vor dem Auszählen für Verzögerungen gesorgt: Warteschlangen, die auch nach 18 Uhr noch nicht abgearbeitet waren. In der Folge verzögerte sich das Auszählen. 

Auch die Anzahl der Briefwahlanträge hatte die Erwartungen offenbar übertroffen, von den 662.177 Wählern hatten 285.385 ihre Stimme per Brief abgegeben - rund zehn Prozent mehr als sonst. Ferner kamen Verzögerungen hinzu, die laut KVR „bei der gesicherten Übertragung der Daten mit den Wahlkoffer-Laptops per LTE-Verbindung zur IT-Zentrale entstanden sind“. Differenzen zwischen der Erstmeldung und dem Endergebnis seien normal. 

Das amtliche Resultat hat sich nicht geändert - auch nicht in Moosach. Benjamin Adjei (Grüne) hat mit 88 Stimmen Vorsprung gegen Mechthilde Wittmann (CSU)  gewonnen. Die überlegt nun das Ergebnis anzufechten.

Computerprobleme bei Landtagswahl in Bayern: KVR spricht von „längeren Übermittlungszeiten“

Für Robin Eisenreich aus München ist es nicht die erste Wahl, die er auszählt. Doch was der Wahlhelfer am Sonntag erlebt hat, darüber kann er nur den Kopf schütteln.

Eingesetzt war Eisenreich in einer Turnhalle in Giesing. An 50 Tischen wurden Briefwahlunterlagen aus Schwabing ausgezählt. „Es gab zu wenig Helfer, für zu viele Briefwahlunterlagen“, sagt er. Durch den massiven Anstieg der Briefwähler seien die Ehrenamtlichen überfordert gewesen.

Doch nicht genug: Hinzu seien Computerprobleme gekommen. An jedem Tisch stand ein Computer. Über diesen sollten die Helfer die Ergebnisse direkt an das Kreisverwaltungsreferat (KVR) senden. Im Laufe des Abends ging nichts mehr, sagt Eisenreich: „Es gab eine Serverüberlastung.“ Mitarbeiter des KVR hätten vor Ort gesagt, dass die fehlenden Ergebnisse händisch notiert werden sollten.

Vor allem die Auszählung der Bezirkstagswahl habe das verzögert. Ein Sprecher des KVR teilt mit, dass die Computer lediglich längere Übermittlungszeiten hatten, aber es zu „keinen Serverausfall“ gekommen sei. Der Sprecher vermutet, dass das Wahlhelfer falsch interpretiert hätten. 

Landtwagswahl in Bayern: 10.800 Wahlhelfer

Dass sie händisch arbeiten mussten, so wie bei früheren Wahlen, sei so oder so unumgänglich. Der Auszählvorgang habe länger gedauert – hätte aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis gehabt. 10 800 Wahlhelfer waren im Einsatz.

Das sind alle 205 gewählten Abgeordneten im neuen bayerischen Landtag

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