Das soll sich ändern

Lokalpolitiker fordern: Loreeleys Todes-Kreuzung soll sicherer werden

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Hier ereignete sich der Unfall: Nun wird nach Lösungen gesucht, um die Kreuzung in Milbertshofen sicherer zu machen.

Nach dem tragischen Unfall der neunjährigen Loreeley fordern Lokalpolitiker weitere Umbaumaßnahmen an der Moosacher Straße.

München - Nach dem tragischen Unfalltod der neunjährigen Loreeley drängt der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart auf eine Entschärfung der gefährlichen Kreuzung an der Schleißheimer Straße zur Moosacher Straße. Anfang Mai hatte ein Lkw-Fahrer das Mädchen, das mit dem Fahrrad zur Schule unterwegs war, beim Abbiegen übersehen. Nach einem Ortstermin an der Kreuzung, an dem auch ein Vertreter des Innenministeriums teilnahm, hat der Bezirksausschuss einen Dringlichkeitsantrag formuliert.

Bei dem Treffen haben Anwohner, Polizei und Lokalpolitiker Möglichkeiten erörtert, welche Maßnahmen die Kreuzung möglichst schnell sicherer machen würden. Diese sollen sobald wie möglich in die Tat umgesetzt werden. Die Fahrbahnmarkierungen habe die Stadt schon erneuert, sagt Antragsteller Karl Ilgenfritz (FW/ÖDP). Und die Radwege mit roter Farbe kenntlich gemacht. Dies könne aber „nur ein erster Schritt“ sein, heißt es in dem Antrag.

„So haben die Lkw ein besseres Sichtfeld in die Kreuzung“

Der Bezirksausschuss fordert, dass bis zum Beginn der Sommerferien Ende Juli zunächst die Ampeln an der Kreuzung umprogrammiert werden. Die Räumungsphase, also die Zeit, während der für Radfahrer und Fußgänger schon Rot, für Autofahrer aber noch nicht Grün ist, soll von acht auf zehn Sekunden angehoben werden. Die Stadt solle zudem prüfen, inwiefern die gemeinsame Bushaltestelle der Linien 50 und 180 an der nordwestlichen Seite der Moosacher Straße sinnvoll verlegt werden könne. Der Verkehr staut sich aufgrund der haltenden Busse häufig zurück bis auf den Rad- und den Fußgängerüberweg. Die BA-Mitglieder schlagen daher vor, zwei Haltestellen jeweils im Bereich vor der Kreuzung zu bauen: den Halt für die Linie 50 auf die östliche Seite und den für die Linie 180 auf die nordwestliche Seite in der Schleißheimer Straße. Mittelfristig sollen bis Ende 2018 die Spuren auf der Schleißheimer Straße um einen Meter nach Osten verlegt werden. „So haben die Lkw ein besseres Sichtfeld in die Kreuzung“, sagt Ilgenfritz.

Die Lokalpolitiker schlagen außerdem ein Schild auf Höhe der Querstraße Hamburger Straße vor, das von Norden kommenden Lkw-Fahrern vorschreibt, beim Rechtsabbiegen die äußere Spur zu nutzen. Zusätzlich sollen blinkende Warnsignale abbiegende Auto- und Lkw-Fahrer auf querende Radler aufmerksam machen.

„Mir fehlt die Perspektive der Fahrradfahrer und Fußgänger“, sagte Bianca Hegmann

Wenngleich alle Mitglieder des Bezirksausschusses auf der jüngsten Sitzung für den Antrag stimmten, ging er einigen nicht weit genug: „Mir fehlt die Perspektive der Fahrradfahrer und Fußgänger“, sagte Bianca Hegmann (B90/Grüne). „Das alles seien „sehr technische Lösungen“, die darauf abzielten, den Autoverkehr in München besser fließen zu lassen.

Claus Wunderlich (FDP) wiederum kritisierte die Idee der Grünen, die in einem eigenen Antrag die Verkleinerung der Kreuzung für den motorisierten Verkehr forderten: „Das ist ein zweidimensionales Denken. Sinnvoll wäre es, in der dritten Dimension zu denken, eine Brücke zu bauen oder einen Tunnel.“

Vorerst hoffen alle im Stadtteil, dass sich die Kreuzung über die Verlegung von Spuren und Bushaltestellen sowie durch die Umprogrammierung der Ampeln entschärfen lässt. Damit es nicht mehr zu einem so schrecklichen Unfall kommt, der ein Kind das Leben kostet.

Lesen Sie auch: 350 Aktivisten legen Todeskreuzung in Milbertshofen lahm

Zum Thema: Loreeleys Tod als Mahnung: So soll Kindern geholfen werden

Ebenfalls: Bewegender Abschiedsgottesdienst: Leb wohl, Loreeley

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Milbertshofen – mein Viertel“.

Caspar von Au

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