Dürfen die Zamperl mit zum Arbeitsplatz dackeln?

Mann klagt gegen Geschäftspartnerin: Darf ein Hund mit ins Büro?

Haare, Gebell, Gestank: Der Rauhaardackel seiner Geschäftspartnerin war einem Mann so zuwider, dass er beim Münchner Amtsgericht einen Antrag auf Eilentscheidung stellte. 

München - Die Mitarbeiterin soll ihr Haustier daheim lassen! Die Richterin lehnte den Antrag ab: Ein Hund im Büro sei nicht derart unzumutbar, dass eine Eilentscheidung gerechtfertigt sei. Ob die Frau ihren Hund weiter mitbringen darf? Das müsste nun in einem Gerichtsverfahren entschieden werden.

36.400 leben in München 

Über Hunde am Arbeitsplatz lässt sich streiten. Fakt ist: Viele Münchner lieben ihre Vierbeiner – um die 36.400 Zamperl leben in der Stadt! Einer davon ist Tamme. Täglich begleitet der Malteser-Mix sein Frauchen zur Arbeit. Doch was, wenn der Chef keine Hunde duldet? Der Fall sei klar, sagt Arbeitsrechtler Michael Felser: „Die Mitnahme von Hunden ist erst mal verboten. Der Arbeitgeber kann es aber erlauben.“ Der Grundsatz der Gleichbehandlung gelte hier nicht: „Der eine hat einen taubstummen Dackel, der andere einen Kampfhund – diese Fälle sind nicht gleich.“ In der Praxis seien Arbeitgeber aber oft großzügig. Es gelte aber: Beißt der Hund einen Kunden, haftet der Arbeitgeber.

Der Bundesverband Bürohund ist hingegen vom „Wau-Effekt“ überzeugt. Der Verein unterstützt Firmen, die Bürohunde einführen wollen. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass beim Streicheln eines Hundes ein Bindungshormon freigesetzt wird. Dies führt in unserem Körper – und auch im Körper der Hunde – zu einem Abbau von Stresshormonen“, so der Vereinsvorsitzende Markus Beyer. Die Folgen: Das Betriebsklima werde besser, das Burnout-Risiko sinke, letztlich steigere das sogar den wirtschaftlichen Erfolg einer Firma.

Zamperl am Arbeitsplatz? Wo und wie geht das? Wir haben mit Hundebesitzern gesprochen.

Wolfram Vogl (45), Bauingenieur aus München, mit seinem Hund Charly (2)

Charly ist im Büro oft dabei, meistens einmal in der Woche. Das ist bei uns kein Problem. Ich arbeite als Bauingenieur, im Büro sind sogar meistens drei Hunde unterwegs. Gerade bei den Sekretärinnen ist Charly besonders beliebt. In unserem Büroraum liegt er meistens unter meinem Schreibtisch und schläft.

Eva Siebertz (74), pensionierte Lehrerin, München, mit Sophie (9) und Steffi (13)

Bei uns in der Hauptschule durfte ich meine Hunde natürlich nicht mitnehmen. Grundsätzlich bin ich aber sehr dafür, dass man seinen Hund mit zum Arbeitsplatz nehmen darf. Es kommt natürlich auf den Arbeitsplatz an – im Operationssaal wäre es wohl schlecht. Aber in ein Büro bringen Hunde bestimmt eine super Atmosphäre. Und ich denke auch an Berufe, in denen man viel draußen arbeitet.

D. Schmitt und J. Schumann

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