Neue Lungen-Therapie

Menschenversuche sorgen für Empörung: So hat es ein Teilnehmer erlebt

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Peter Bretting ließ sich ein Gerät in die Bronchien einführen.

Was geht in einem Mann vor, der an einem Menschenversuch teilnimmt? Unsere Zeitung hat mit einem Probanden gesprochen.

München - Die Automobil-Branche hat mit Menschenversuchen Empörung ausgelöst. Wie tickt jemand, der an einer Studie teilnimmt? Peter Bretting (64) ist Inhaber einer Münchner Maler-Firma. Er leidet an COPD, einer chronischen Lungenerkrankung.

Herr Bretting, was genau hat man mit Ihnen gemacht?

Peter Bretting: Mir wurde ein Gerät in die Bronchien eingeführt, das mit einen Stromstoß die Nerven stilllegt, die Schleim produzieren.

War das schmerzhaft?

Bretting: Nein, ich war unter Vollnarkose.

Warum nahmen Sie teil?

Bretting: Meine Lebensqualität war eingeschränkt. Beim Treppensteigen bekam ich keine Luft. Ich hatte zwar ein Cortison-Spray, aber dessen Wirkung lässt nach etwa fünf Stunden nach. Außerdem hat Cortison Nebenwirkungen.

„War bereit, dieses Risiko einzugehen“

Hatten Sie denn keine Angst vor einer nicht zugelassenen Therapie?

Bretting: Es hätte passieren können, dass der Stromstoß die Speiseröhre beschädigt. Ich war bereit, dieses Risiko einzugehen.

Wie geht es Ihnen seitdem?

Bretting: Deutlich besser. Ich wurde ein Jahr lang in der Asklepiosklinik Gauting untersucht. Bei jeder Untersuchung konnten die Ärzte eine weitere Verbesserung meines Lungenvolumens feststellen. Im Februar muss ich das letzte Mal zur Kontrolle.

Bekommen Sie eine Aufwandsentschädigung?

Bretting: Ja. 16 Euro für jeden Untersuchungstag. Das ist nicht viel, aber darum geht es nicht. Ich wollte diese Therapie haben. Mir ging es so schlecht, dass ich nichts mehr zu verlieren hatte. Hätte ich bei der Studie nicht mitgemacht, hätte ich noch Jahre auf die Therapie warten müssen.

Erfahren Sie die Ergebnisse der Studie?

Bretting: Ja. Sollte sich herausstellen, dass die Therapie wirksam und sicher ist, bekommen auch die Studienteilnehmer die Therapie, die in der Placebo-Gruppe waren.

Placebo-Gruppe?

Bretting: Ja. Der Hälfte der Probanden wurde der Eingriff nur vorgegaukelt, um einen Vergleich zu haben.

Sind Sie sicher, dass Sie nicht dieser Gruppe waren?

Bretting: Ja. Mir geht es inzwischen so gut, dass ich sogar Sport machen kann. Das wäre vorher undenkbar gewesen! Ich hätte nicht mal den Weg zur Lungensportgruppe geschafft.

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