Münchner Intensivtäter

Mehmet klagt gegen die deutschen Behörden

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Muhlis Ari alias Mehmet Anfang 2013 in der Türkei. Reporter der RTL-Sendung "Extra" hatten damals den in München geborenen früheren Intensivtäter aufgespürt.

München - Nun will er per Gericht die Einreise nach Deutschland erzwingen: Serienstraftäter Muhlis Ari (29) alias Mehmet klagt laut einem Zeitungsbericht gegen die deutschen Behörden.

Am Freitag hat sein Anwalt Burkhard Benecken (37) nach Informationen der "Bild"-Zeitung Klage beim Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht. Vorwurf: Die deutschen Behörden sollen Mehmet unter politischem Druck die Einreiseerlaubnis verweigert haben.

Gegenüber "Bild" empört sich Benecken: "Mehmet wird unfair behandelt. Es wird so getan, als sei er ein Monster.“ Die gegen ihn verhängten Urteile fielen unter das Jugendstrafrecht. Der Anwalt meint: "Das sind Strafmaße, dafür wird heute kein in Deutschland geborener Türke mehr abgeschoben."

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Mehmet will bei der Frankfurter Buchmesse seine Autobiografie vorstellen. Er hatte Ende der 1990er Jahre für Aufsehen gesorgt: Noch vor seiner Strafmündigkeit mit 14 Jahren hatte er mehr als 60 Straftaten wie Körperverletzung oder Diebstähle begangen.

Der in München geborene Türke war 1998 ohne seine Eltern ausgewiesen worden, durfte aber wieder zurückkehren. Im Jahr 2005 wurde er wegen neuer Taten zu einer Haftstrafe verurteilt, er floh aber in die Türkei. Derzeit wird Mehmet mit einem Haftbefehl gesucht und vorerst nicht nach Deutschland einreisen.

„Es gibt keine Betretenserlaubnis von der Stadt Frankfurt am Main“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Zusätzlich habe er die Botschaft gebeten, kein Visum auszustellen. Auch der Haftbefehl einer bayerischen Justizbehörde bleibe bestehen.

Am kommenden Dienstag erscheint Mehmets Autobiographie "Sie nannten mich Mehmet" (250 Seiten, riva Verlag). In einer Ankündigung des Verlags heißt es, sein Name "wurde zum Symbol für eine gescheiterte Integration und einen überforderten, ausländerfeindlichen Rechtsstaat, der das Kind schließlich minderjährig, ohne seine Eltern und ohne ein Wort türkisch zu sprechen, in die Türkei abschob".

fro/dpa

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