Bis zu 20 Euro pro m² im Lehel

#Miettoo: So unbezahlbar ist die Stadt München geworden

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Die Karte zeigt: Je zentraler die Lage, umso tiefer müssen die Mieter in die Tasche greifen. Die Farben (Hellgrün bis Dunkelblau) zeigen, wie hoch die Durchschnittsmiete im jeweiligen Viertel ist.

Die Mietpreise in München steigen munter weiter. Allerdings gibt es erste Belege für ein Ende der Fahnenstange. Ein Vergleich mit Nürnberg verdeutlicht die bizarren Verhältnisse.

München - Es ist gewissermaßen das Auge des Taifuns... Die Münchner Mieten sind schon wieder gestiegen – und je näher die Wohnung am Zentrum liegt, umso größer ist der Irrsinn. 18 Euro pro Quadratmeter sind in innenstadtnahen Vierteln wie der Maxvorstadt und dem Glockenbachviertel normal. Im Lehel muss man sogar bis zu 20 Euro hinblättern. Das zeigt der neue Marktbericht des Maklerverbands IVD.

Die Karte zeigt: Je zentraler die Lage, umso tiefer müssen die Mieter in die Tasche greifen. Die Farben (Hellgrün bis Dunkelblau) zeigen, wie hoch die Durchschnittsmiete im jeweiligen Viertel ist.

Demnach verlangen Eigentümer im stadtweiten Durchschnitt 16,40 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen. Im Herbst 2017 waren es noch 15,80 Euro. Am größten fällt die Preissteigerung bei Neubauten aus. Hier zahlt man jetzt fast vier Prozent mehr als noch im Herbst. Das liegt laut IVD daran, dass die Bodenpreise so hoch sind wie nie.

Mietpreise in München: „Viele wollen und können nicht mehr bezahlen“

Der IVD rechnet immerhin damit, dass man demnächst ein Plateau erreichen könnte. „Die Höhe der Mieten ist allmählich ausgereizt. Viele wollen und können nicht mehr bezahlen“, sagt Stephan Kippes, Chef des IVD-Marktforschungsinstituts. Als Beleg führt er an, dass München nicht mehr so stark wächst wie früher. Verzeichnete die Stadt 2012 noch einen Bevölkerungszuwachs von 1,7 Prozent, war es in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 nur noch ein Plus von 0,3 Prozent. „Die Menschen suchen sich günstigeren Wohnraum im Umland“, sagt Kippes.

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Auch Maklerin Eva Miller meint, dass sich das Mietniveau allmählich stabilisieren wird. „Vermieter wollen nicht die höchstmögliche Miete, sondern langfristige und verlässliche Mieter.“

Tatsache ist: Wenn man bereit ist, in einen weniger zentralen Stadtteil zu ziehen, findet man tatsächlich günstigere Angebote. Problem: Auch dieses „günstiger“ ist für viele schon unbezahlbar. In Laim gibt man zum Beispiel rund 14 Euro pro Quadratmeter aus... Zum Vergleich: In Nürnberg waren die Mieter zuletzt auch erzürnt über einen Anstieg – auf jetzt acht Euro...

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Bettina Stuhlweißenburg

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