Auch Autofahrer werden abgezockt

Miet-Irrsinn in München: Jetzt kosten Stellplätze so viel wie anderswo eine Wohnung

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Die Parkplatzsituation im Lehel ist angespannt. Inzwischen werden bis zu 500 Euro für einen Stellplatz in einer Tiefgarage in der Mariannenstraße (die hier im Bild ist) verlangt.

Wucherpreise bei Münchens Stellplätzen. Nach den Wohnungen schießen nun auch die Mieten für Garagen in astronomische Höhen. Die Abzocke mit der Parknot.

Münchens Parkproblem wird immer größer – und die Anwohner-Parklizenzen der Stadt lösen es nicht annähernd: Etwa 80.000 Parkplätze (für 30 Euro pro Jahr) stehen zur Verfügung, aber in den Bezirken, in denen es das Anwohnerparken gibt, sind knapp 275.000 Autos gemeldet. 

Eine Lösung wäre: die eigene Garage. Doch, Achtung! Mancher Eigentümer langt da bei der Miete richtig zu. Jüngstes Beispiel: 500 Euro will ein Vermieter für einen Tiefgaragen-Stellplatz an der Mariannenstraße (Lehel) – jeden Monat. 6000 Euro im Jahr! „Ebenerdiger Einzelstellplatz“: So wirbt der Vermieter auf Zetteln für sein teures Mietobjekt.

Unglaublich, aber wahr: 500 Euro im Monat verlangt dieser Eigentümer eines Stellplatzes in der Mariannenstraße.  

Die tz wollte vom Vermieter wissen, wie er zu diesem Preis kommt. Eine entsprechende Anfrage blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. 

Dass Mieter Hunderte Euro im Monat für Garagen ausgeben sollen, ist in Zeiten der Park-Not keine Ausnahme mehr: In einem Innenhof an der Schwabinger Kurfürstenstraße kostet eine Garage 349 Euro. Auch hier äußerte sich die Vermieterin nicht. 

349 Euro im Monat will der Eigentümer für diese „große“ Einzelgarage in der Nähe des Kurfürstenplatz in Schwabing.

Unweit entfernt, an der Hohenzollernstraße (Schwabing), bietet eine Hausverwaltung Garagen für je 238 Euro an. Dieselbe Firma hat Stellplätze in der Seeriederstraße (Haidhausen) im Portfolio – ebenfalls für 238 Euro. „Das ist schon viel“, gibt die Hausverwaltung zu. „Aber es ist vom Eigentümer so gewünscht.“ 

Zumindest gegen den Wahnsinn bei den Mieten für Wohnraum will nun OB Dieter Reiter (SPD) vorgehen - mit einem Modell nach Wiener Vorbild.

Das sagt der Münchner Mieterverein

Überteuerte Garagen-Mieten sind auch beim Mieterverein immer wieder ein heißes Thema. „Wir haben regelmäßig Menschen, die sich bei uns melden, weil sie überhöhte Mieten für ihre Stellplätze zahlen sollen.“ Doch helfen können die Miet-Experten nur in Ausnahmefällen. Denn: „Es gibt für die Vermietung von Garagen keinen Mieterschutz“, sagt Sprecherin Anja Franz. Der Vermieter kann im Prinzip jeden Preis verlangen, der ihm vorschwebt.“ Daher sind Garagen heutzutage begehrte – weil lukrative – Anlage-Objekte. „Nur wenn die Garage zum Mietvertrag der Wohnung gehört, gelten die üblichen Regeln.“ In so einem Fall kann ein Vermieter nicht einfach die Miete erhöhen, wie es ihm passt. Schlägt ein Vermieter dennoch über die Stränge, kann der Mieterverein Betroffene unterstützen.

Severin Heidrich

Lesen Sie auch: Frau soll 112 Euro fürs Parken zahlen - jetzt setzt sie sich zur Wehr - mit wichtiger Botschaft

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