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In der Nymphenburger Straße

Münchner Geburtshaus droht die Schließung

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Die 13  Hebammen des Geburtshauses an der Nymphenburger Straße bangen im ihre Zukunft

München - Tausende Babys haben im Münchner Geburtshaus schon das Licht der Welt erblickt. Die nächsten Geburten könnten die letzten sein: Der Einrichtung droht die Schließung.

Die Zeit läuft: Das Geburtshaus München braucht eine neue Unterkunft - und zwar möglichst schnell. Wenn keine Räume gefunden werden, droht die Schließung.

Hebamme Susanne Braun hört die werdende Mama Nicole Kriener ab.

Der Mietvertrag für den aktuellen Standort des Geburtshauses in der Nymphenburger Straße läuft zum 1. Juli 2015 aus, weil der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat. Schon seit einigen Jahren schaut sich die Einrichtung auf dem Wohnungsmarkt nach einer neuen Unterkunft um: "Die Problematik besteht schon länger, weil die bisherigen Räume eigentlich zu klein sind", sagt Franziska Flaig vom Geburtshaus. Erfolgreich war die Suche bisher nicht.

Kriterien für den neuen Standort

Im Geburtshaus kamen schon 4000 Münchner Kindl zur Welt.

Denn die Räumlichkeiten für das Münchner Geburtshaus müssen viele Kriterien erfüllen. Weil für die Geburtsbegleitung mehrere Zimmer benötigt werden, sollten sie eine Fläche zwischen 250 und 350 Quadratmeter haben. Wichtig ist auch, dass das Geburtshaus in der unmittelbaren Nähe zu einem Krankenhaus mit Entbindungsstation angesiedelt ist, damit Frauen bei Komplikationen sofort in die Klinik überwiesen werden können. Außerdem soll das Geburtshaus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein: "Es wäre besser, wenn die Unterkunft zentral liegt. Je weiter draußen sie ist, desto schwieriger ist es, dorthin zu kommen", erklärt Flaig. 

Mütter aus allen Stadtteilen und dem Münchner Umland entbinden im Geburtshaus. Manche nehmen einen weiten Weg auf sich, sogar aus dem Allgäu sind Eltern für die Geburt nach München gekommen. "

Individuelle Betreuung im Vordergrund

Das Geburtshaus ist ein Mittelweg für Frauen, die nicht zu Hause entbinden können oder wollen, aber auch nicht ins Krankenhaus möchten", erläutert Flaig. Im Vordergrund steht die individuelle Betreuung. Die Familien werden vor und nach der Geburt unterstützt. Bei der Entbindung bekommen sie eine Eins-zu-Eins-Betreuung.

Das schätzen viele Eltern. Bei einer Online-Petition, mit der das Geburtshaus gegen die drohende Schließung kämpft, haben bis jetzt schon über 5.700 Menschen unterschrieben (Stand 17. Dezember). Viele von ihnen haben selbst Kinder, die im Geburtshaus auf die Welt gekommen sind. Ihnen ist es wichtig, dass werdende Mütter weiterhin die Wahl haben, wie und wo sie entbinden möchten.

Zwischen 220 und 240 Babys werden jedes Jahr im Münchner Geburtshaus entbunden. Anfragen gibt es weitaus mehr. "Es kann nicht jede Frau hier gebären", sagt Franziska Flaig. Pro Monat werden maximal 30 Schwangere angenommen. Risikoschwangerschaften werden abgelehnt. Das Geburtshaus darf keinen Kaiserschnitt machen und keine Frühgeburten betreuen. Auf Sicherheit wird großen Wert gelegt: "Die Hebammen wissen, wo die Grenze ist und wann ein Arzt gebraucht wird", betont Flaig. Sollte es zu Komplikationen kommen, steht außerdem eine Reanimationseinheit, mit der die Babys beispielsweise mit Sauerstoff versorgt werden können, zur Verfügung.

Angst bei den Hebammen

Im Geburtshaus in München sorgen 13 freiberufliche Hebammen dafür, dass bei der Geburt alles glatt läuft. Unter ihnen geht jetzt die Angst um. Alle Hebammen in Bayern haben mit den immer weiter steigenden Versicherungsbeiträgen zu kämpfen, die sie bezahlen müssen. Sollte das Geburtshaus schließen, würde sich das Problem für die dort tätigen Hebammen noch verstärken: Zur Zeit wird die Versicherung über einen gemeinsamen Kosten-Pool abgerechnet, das Risiko für die einzelne Hebamme ist dadurch etwas geringer. Dieser Vorteil würde weg fallen, wenn die Hebammen nicht mehr im Team im Geburtshaus arbeiten könnten.

Jetzt hoffen alle auf die Hilfe der Politik: Stellvertretend für die Stadt München hat Bürgermeister Josef Schmid den Hebammen bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung Hilfe bei der Suche nach einer neuen Unterkunft zugesichert. "Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen", fordern die Hebammen ihn in einer Online-Petition auf.

Immerhin: Einen Lichtblick gibt es. Beim Geburtshaus haben sich, nachdem es an die Öffentlichkeit gegangen ist, bereits potentielle Vermieter gemeldet. Ob deren Wohnungen allerdings als neuer Standort geeignet sind, muss erst noch geprüft werden.

cla

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