Prozess in München

Psychiater soll Staatsanwältin missbraucht haben

München - Gegen einen freiberuflichen Gerichtspsychiater hat vor dem Münchner Landgericht die Neuauflage seines Prozesses wegen sexuellen Missbrauchs einer drogenabhängigen Staatsanwältin begonnen.

Die erste Verhandlung war geplatzt, als der Angeklagte nach über dreimonatiger Dauer zu einem Termin nicht erschien. Er wurde bei der Rückreise von einem Aufenthalt in seinem Haus auf Teneriffa am Flughafen verhaftet und gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Zum Auftakt des neuen Prozesses lehnte die Verteidigung die Berufsrichter der Strafkammer am Montag wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Die häufigen und engen beruflichen Kontakte zu dem Gerichtspsychiater behinderten die Richter in der objektiven Beurteilung des Angeklagten, argumentierten die Anwälte.

Der 60-Jährige habe überdies begründete Zweifel an der Unbefangenheit des Vorsitzenden wegen dessen angeblichen Kommentars zu seinem Ausbleiben in der ersten Verhandlung, es sei wohl ein Fehler gewesen, dass man den Angeklagten nicht habe einsperren lassen.

Der frühere Gefängnispsychiater der Justizvollzugsanstalten Straubing und München-Stadelheim hatte im ersten Prozess seine Unschuld beteuert und versichert, zu der Staatsanwältin habe ein echtes Liebesverhältnis bestanden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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