Beziehungstat in Gern

Mord an Ehefrau: Holte der Killer sich seinen Plan aus dem Internet?

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Bild vom Tatort: Die Leiche von Sylvia Z. wird abtransportiert.

München - Vor gut einem Jahr erstach Robin L. seine Frau. Jetzt steht er vor Gericht. Der Prozess enthüllt brisante Details - beispielsweise, wie L. zu seinem Plan kam.

Konnte er es nicht ertragen, dass sie ihn verlassen wollte? Ab Mittwoch wird Robin L. (43) der Prozess am Landgericht gemacht. Er soll seine Frau Sylvia Z. mit einem Messer getötet haben. Die Anklage: Mord.

Am 13. April 2016 war es zu dem Ehedrama in Gern gekommen. Robin L. soll Sylvia Z. mit mehr als 30 Messerstichen niedergestochen haben. Nach der Tat sah er laut Anklage keinen anderen Ausweg, als aus dem Fenster im 3. Stock zu springen. Den Sturz überlebte er schwer verletzt und wurde im Klinikum rechts der Isar notoperiert. Seine Frau aber hatte keine Chance: Sie verblutete an ihren Stichwunden.

Heimtücke und niedere Beweggründe

Laut Staatsanwaltschaft soll L. aus Heimtücke und niederen Beweggründen gehandelt haben. In der Ehe war es schon monatelang nicht mehr gut gelaufen. Der Nachhilfelehrer soll Sylvia Z. terrorisiert haben. Sie überlegte, auszuziehen. Mit ihrer Mutter hatte sie wohl schon vereinbart, einige Zeit zu ihr zu ziehen, um Abstand zu gewinnen.

Eine kurzfristig geplante Flucht, die L. wohl als endgültige Trennung aufgefasst hatte. Das Telefonat zwischen den Frauen hatte er am 12. April zufällig mitgehört. Laut Ermittlungen hatte er Panik vor einer Trennung, wollte den Bruch nicht akzeptieren. Erst am nächsten Morgen kam es aber zu der mutmaßlichen Tat. Gegen 7.30 Uhr morgens soll Robin L. im Internet Möglichkeiten gesucht haben, wie man jemanden umbringt und soll diverse Begriffe bei Google eingegeben haben. Unmittelbar im Anschluss, hat die Staatsanwaltschaft ermittelt, griff er Sylvia Z. an.

Angriff von hinten

Sie stand mit dem Rücken zu ihm, als er von hinten mit einem Gegenstand auf sie eingeschlagen haben soll. Während sie zu Boden sank, ging Robin L. in die Küche. Dort soll er sich ein Messer gegriffen und 35 mal auf seine Frau eingestochen haben.

Im Prozess hat Robin L. gleich drei Verteidiger: Professor Eckhart Müller, Anna Welker und Stephan Horster vertreten ihn am Landgericht. Dort wird bis zum 12. April an nur vier Tagen verhandelt. Wegen Mordes droht Robin L. lebenslange Haft.

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