Mordfall Poschinger: Angeklagter habgierig und geltungssüchtig

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Der Gutachter beschreibt Rainer H. (vorne) als problematische Persönlichkeit.

München - "Egozentriker mit übersteigertem Gewinnstreben": Im Mordprozess Poschinger-Camphausen beschreibt jetzt auch der psychiatrische Sachverständige Rainer H. als problematische Persönlichkeit.

Im Prozess um den Mord an dem Münchner Finanzmanager Dirk von Poschinger-Camphausen hat ein Gutachter den Angeklagten Rainer H. als einen Egozentriker mit übersteigertem Gewinnstreben beschrieben. Der 41-Jährige sei eine “problematische Persönlichkeit“ mit großer Geltungssucht. Aggressives Handeln habe zu dessen Vorstellungswelt gehört, sagte der psychiatrische Sachverständige Prof. Henning Sass. Der zuletzt als Objektmanager tätige Angeklagte sei in den vergangenen Jahren in ein kriminelles Milieu abgeglitten. In seinem Inneren habe es “offenbar eine Hinentwicklung zu massiver Gewalt gegeben“.

Der 41-Jährige soll am 14. Januar 2010 den Investmentmanager beim Verkauf von dessen Auto mit 13 Kugeln aus einer Kleinkaliberpistole erschossen haben. Der durchschnittlich intelligente Angeklagte neige zur Selbstüberschätzung, ein Zeuge habe ihn als “Großkotz“ beschrieben. Der Angeklagte hat sich dem Gutachter zufolge mit Firmengründungen übernommen, das habe zu einer “Entwicklung nach unten“ geführt. Zuletzt sei der 41-Jährige hoch verschuldet gewesen und habe sich auf Betrügereien eingelassen.

Laut seiner Ex-Frau hat er ihr schon 2008 den Plan vorgetragen, den Verkäufer eines Autos umzubringen und sich den Wagen anzueignen. Wenn dies zutreffe, sei Mord für den Kampfsportler und Waffennarren “etwas, das in seiner inneren Vorstellungswelt nicht auf Widerstand gestoßen ist“, erläuterte der Gutachter. Der Prozess dauert an, das Gericht hat weitere Sitzungstage bis zum 24. März festgesetzt.

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