Viele Gäste kommen mit dem Auto

Anwohner klagen: Publikumsmagnet Alte Utting sorgt für Parkplatz-Not

Marion Kropp steht vor der MS Utting an der Lagerhausstraße. 
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Marion Kropp steht vor der MS Utting an der Lagerhausstraße. 

Die MS Utting in Sendling ist bei Münchnern und Gästen sehr beliebt. Der Publikumsmagnet sorgt jedoch regelmäßig für Parkplatz-Not bei den Anwohnern. 

München - Die MS Utting auf der Eisenbahnbrücke in Sendling ist ein Blickfang und kommt bei den meisten Anwohnern gut an. Allerdings zieht das Schiff offenbar mehr Autos ins Viertel – was im Dreimühlenviertel für Unmut sorgt. Der Parkdruck habe stark zugenommen, heißt es.

„Ich liebe die Alte Utting“, sagt Künstlerin Marion Kropp aus der Reifenstuelstraße, die Luftlinie gute einhundert Meter von dem Schiff entfernt liegt. „Aber seit das Schiff da ist, sind hier alle Gehwege zugeparkt. Es ist ein Wahnsinn, sogar aus München kommen viele mit dem Auto zum Boot, von den Umländern ganz zu schweigen.“

Künstlerin Marion Kropp: „Ab acht abends ist alles komplett dicht!“

Kropp hat sich an den Bezirksausschuss Ludwigs-/Isarvorstadt gewandt. „Ich mache mir echt Sorgen, denn es bleibt ja nicht bei der Alten Utting. Demnächst ist das Volkstheater fertig.“ Das ziehe weitere nächtliche Autofahrer an, ebenso der Umzug des Gasteig ab 2021 ins angrenzende Sendling. Auch Radler parkten die Gehwege um die Utting zu, die vom Ammersee auf die Brücke über die Lagerhausstraße gezogen ist und dort von Daniel Hahn ganzjährig als Bar und Grillrestaurant betrieben wird. Hahn ist bekannt durch Projekte wie den „Bahnwärter Thiel“ am alten Viehhofgelände oder das „Gans am Wasser“ im Westpark.

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„Mit dem Fahrradanhänger kommt man abends gar nicht mehr zur Haustür rein, weil zwischen den Autos einfach kein Durchkommen ist“, klagt Kropp. Einen Parkplatz fürs Auto zu finden, sei ein Albtraum. „Ab acht abends ist alles komplett dicht!“ Marion Kropp fordert deshalb auf dem ehemaligen Viehhofgelände eine eigene Fläche für Anwohnerparken.

Ob die Insassen dieser Fahrzeuge auch Besucher des Party-Schiffes sind, ist unklar.

Dieser Vorschlag findet beim Bezirksausschuss allerdings keinen Anklang – im Gegenteil. So etwas werde es nicht geben, hieß es. Der Schlüssel für Anwohnerparkplätze sei knapp definiert, Flächen auf dem Viehhof stünden eher nicht zur Verfügung. „Insgesamt ist das ein komplett falsches Signal“, sagte Beate Bidjanbeg, SPD. „Wir müssen mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen und nicht das Auto. Alles andere ist zu kurz gegriffen.“ Zwar könnte man Parkplätze in Anwohnerparken umwidmen. Aber: „Wir brauchen den stufenweisen Abbau der Autos in der Stadt und exakte Erhebungsdaten von der Verwaltung für die weitere, sinnvolle Planung“, so Bidjanbeg. Sie hofft für das Viertel auch auf die Aktivierung des Bahn-Südrings ab Poccistraße, was allerdings noch mindestens zehn Jahre dauern wird. In der Zwischenzeit fahren hier nur Busse.

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Alternative für Gäste der Alten Utting: Lidl-Parkplatz ist ab 20 Uhr jedoch abgesperrt

Ein anderer Bürgervorschlag in der Sitzung war, die Bußgelder fürs Falschparken zu erhöhen. „Das sind doch Witzsummen, die Starnberger und andere gerne in Kauf nehmen“, sagte ein Anwohner aus der Holzstraße. Aber: Der Bußgeldkatalog ist Bundessache und damit außerhalb des Einflusses der Stadt.

Für die Gäste der Alten Utting könnte es eine andere Lösung geben. Der Lidl-Parkplatz mit rund 120 Stellplätzen befindet sich unmittelbar neben dem Schiff – und außerhalb der Wohngebiete. Hier sind bereits sieben Stellplätze für die Betreiber des Boots eingerichtet, eine Bedingung für die Betriebsbewilligung. Allerdings sind diese, wie der gesamte Parkplatz, nach Ladenschluss ab acht Uhr leer und abgesperrt.

Abschließend erklärte Gerhard Metzger (Grüne), der auch um die Ecke der Utting wohnt: „Früher war hier nach Ladenschluss tote Hose. Ich freue mich, dass hier nun Leben ist. Das ist auch keine Feiermeile, sondern einfach eine Superlokation für München.“ Der 62er Bus fahre im 10-Minuten-Takt und sehr gut sei, dass auch viele mit dem Fahrrad zur Utting kämen. Diese Meinung teilte die große Mehrheit im Bezirksausschuss.

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