Bluttat in Basel: Junge auf Schulweg erstochen - 75-Jährige unter Verdacht

Bluttat in Basel: Junge auf Schulweg erstochen - 75-Jährige unter Verdacht

Schüttelte er seine Tochter tot? 

Vater seit 16 Monaten unschuldig im Knast? Sensationelle Wende durch Gutachter möglich

+
Giovanni S. verlor seine Tochter Alessia. Seit 16 Monaten sitzt er nun schon in Haft. 

Schüttelte Giovanni S. seine eigene Tochter zu Tode? Nach 16 Monaten in Haft zweifeln nun Gutachter an dem Obduktionsergebnis.

München - Dieser Fall ist ein Skandal. Einem jungen Vater ist alles genommen worden, was ihm lieb und teuer war. Seit mittlerweile 16 Monaten sitzt Hilfskoch Giovanni S. (32) im Gefängnis - laut Staatsanwaltschaft soll er seine Tochter Alessia getötet haben. Sie starb am 22. Oktober 2017 im Alter von nur sechs Wochen in Großhadern. Laut Anklage hatte S. das Baby daheim geschüttelt - er steht wegen Mordes vor Gericht. 

Gutachter widersprechen dem Obduktionsergebnis der LMU München 

Jetzt die sensationelle Wende: Gleich mehrere hochrangige Mediziner sind davon überzeugt, dass der Hilfskoch zu Unrecht beschuldigt wird - und seinem Kind keine Gewalt angetan hat. Am Mittwoch werden sie ihre Gutachten am Landgericht vorstellen. Brisant: Die Gutachter zweifeln das Obduktionsergebnis an, das von der Ludwig-Maximilians-Universität erstellt wurde. In diesem gingen die Rechtsmediziner aufgrund der typischen Verletzungen (u.a. Netzhautblutung, Hirnschwellung) von einem tödlichen Schüttelvorgang aus. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, heißt es in dem 54-seitigen Bericht, liege „ein nicht akzidentelles Schütteltrauma“ vor. Also kein Unfall, sondern Gewalt.

Ehefrau hält zu Giovanni S.: „Alessia war unser Wunschkind“

„Das rechtsmedizinische Gutachten ist grundlegend fehlerhaft. Erst dieser Irrtum hat zu der Mordanklage geführt“, sagt einer der Gutachter. „Hier sind schwere Vorwürfe zu machen. Denn der Angeklagte sitzt seit 16 Monaten unschuldig im Gefängnis.“ Alessias Vater ein Mörder? Das zweifeln auch mindestens zwei weitere Gutachter an, die aussagen werden - darunter bundesweit führende Experten der Kinderheilkunde. Ihre These: Am 22. Oktober 2017 hatte die kleine Alessia plötzlich aufgehört zu atmen - und war eventuell erst durch die Wiederbelebungsversuche verletzt worden. Die wahre Todesursache: womöglich ein plötzlicher Kindstod. Auch eine Blutgerinnungsstörung sei möglich. 

Verteildiger in München: „Es gibt überhaupt kein Tatmotiv“

Ähnlich sieht es auch Verteidiger Peter Guttmann, der bereits beantragt hat, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Doch Richter Michael Höhne will erst die Mediziner anhören, bevor er darüber entscheidet. „Das ist der tragischste Fall, den ich je hatte“, sagt Guttmann. „Es gibt überhaupt kein Tatmotiv.“ Und dennoch hat Giovanni S. alles verloren: erst seine Tochter, dann seine Freiheit - und in der Haft auch seinen Job. Seine Frau aber hält zu ihm: Zum Prozessauftakt im November beschrieb sie S. als liebevollen und fürsorglichen Vater. „Ich glaube nicht, dass er so etwas getan hat. Alessia war unser Wunschkind.“ 

Lesen Sie auch: Masern-Alarm in McDonald´s-Filiale: Gesundheitsreferat warnt Bevölkerung

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Lkw-Unfall auf A99: Feuerwehr klagt über schlechte Rettungsgasse - Schwerverletzter eine Stunde eingeklemmt
Lkw-Unfall auf A99: Feuerwehr klagt über schlechte Rettungsgasse - Schwerverletzter eine Stunde eingeklemmt
Angst im Flüchtlingsheim: Rechtsextreme marschieren vor Unterkunft auf
Angst im Flüchtlingsheim: Rechtsextreme marschieren vor Unterkunft auf
16-Jährige lädt Smartphone, während sie ein Bad nimmt - dann passiert die Tragödie
16-Jährige lädt Smartphone, während sie ein Bad nimmt - dann passiert die Tragödie
Gerangel ums Löwenbräu: Wer kriegt das Zelt auf dem Oktoberfest?
Gerangel ums Löwenbräu: Wer kriegt das Zelt auf dem Oktoberfest?

Kommentare