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Lebensmittel für Bedürftige

25 Jahre Münchner Tafel: Zahl der versorgten Bedürftigen hat sich seit 1994 vervierzigfacht

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Helferin Charlotte Fischer (60) engagiert sich bei  der Muenchner Tafel an der Ausgabestelle Grossmarkthalle.

Die Münchner Tafel feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Heute engagieren sich hunderte Freiwillige und starke Partner für bedürftige Mitbürger.

München – Das Tafel-Konzept war vor 25 Jahren in Deutschland nahezu unbekannt. Schließlich war es damals gerade mal wenige Monate her, dass sich in Berlin die erste Gruppe gegründet hatte. 1994 folgte München: Auch hier sollten überschüssige Lebensmittel an Bedürftige weitergegeben werden. Sechs wackere Bürger um Hannelore Kiethe machten den Anfang, bauten sich mühsam ein Netzwerk auf. 

Ein Vierteljahrhundert später setzen sich 650 Ehrenamtliche und viele Partner dafür ein, damit im reichen München Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, gut versorgt sind. Grund genug für ein großes Dankesfest, das heute gefeiert wird. Mit dabei: Oberbürgermeister Dieter Reiter, sein Vorgänger Christian Ude, der Münchner BMW-Werkschef Robert Engelhorn, Schauspieler der „Rosenheim Cops“ sowie als Schirmherrn Gabriela von Habsburg und Claus Hipp.

Jubiläum der Münchner Tafel: eine besondere Veranstaltung

Weil eine große Jubiläumsgala nicht so recht mit der Idee der Tafel zusammenpasst, veranstaltet die Organisation ihr Geburtstagsfest nicht selbst, sondern wird dazu eingeladen. Etwa vom Verein der Münchner Brauereien und Funk-Catering. Eine besondere Veranstaltung, auf die sich Ina Riesenberg schon freut. Die 76-Jährige wird auch dort mit anpacken – beim Getränkeausschank. So wie sie sich seit fast zehn Jahren bei der Tafel-Ausgabestelle an der Dankeskirche in Milbertshofen einbringt.

Warum? „Die Menschen brauchen uns“, sagte die Rentnerin. „Und da ist so viel Dankbarkeit.“ Freilich nicht nur auf der einen Seite. Auch die Tafel-Helfer bekommen viel zurück. „Unsere Gruppe ist toll“, sagt Erika Karcher. „Ich komme total gern her.“ Nach dem Arbeitsleben als Sekretärin und den Jahren, in denen sie sich auch um ihre vier Enkel gekümmert hat, war Zeit frei. Die wollte die 79-Jährige sinnvoll nutzen.

Münchner Tafel: „Gäste“ bekommen, was sie brauchen

Ähnlich war es bei Shauna Speck, die eigentlich als Volkshochschullehrerin eingebunden war. In den Ferien hat sie sich mal die Tafel anschauen wollen. Das war vor neun Jahren. Die 60-Jährige ist geblieben, leitet seit Langem die Ausgabestelle in Milbertshofen mit einem Team von 20 Leuten. 200 Menschen kommen jeden Donnerstag zu ihnen. Brot, Obst, Salat und Gemüse, Molkerei-Produkte, sogar Kleidung: Die Bedürftigen, die bei der Tafel „Gäste“ genannt werden, bekommen, was sie brauchen.

Dass das so ist, liegt an den vielen Partnern und Sponsoren, die zum Netzwerk gehören. So wie Großhändler Günther Warchola, der von Anfang an dabei ist. Er hat der neuen Tafel-Gruppe einen Teil seiner eigenen Lagerräume am Großmarkt zur Verfügung gestellt. „Ich wollte etwas Gutes tun. Und das war genau das richtige“, sagt er. 

Dass große Unternehmen einen Teil ihres Erfolgs an Menschen in Not zurückgeben sollten, findet Claus Lehner. Der Chef des Wohnungsbau-Riesen Dawonia arbeitet deshalb seit über zehn Jahren mit der Bayerischen Landesbank zusammen. Aus Geld werden so warme Gerichte, die an die Tafelgäste gehen. Sie kommen seit 20 Jahren auch in den Genuss der Feinkost der Firma Kugler, die ihre Überproduktion nicht einfach wegwerfen möchte. „Es gibt so viel Leid auf der Welt“, sagt Mit-Geschäftsführer Oliver Kugler. „Man muss einfach etwas tun.“

Die Tafel in Zahlen

Pro Woche werden in München 20 000 Bürger versorgt. An sie gehen 6,5 Millionen Kilogramm Lebensmittel pro Jahr. Geliefert wird an 27 Ausgabestellen und 107 soziale Einrichtungen. Zur Tafel gehören 650 Helfer und 50 Mitarbeiter. Sie stemmen 700 Fahrten pro Woche, bei denen sich 18 Lieferwagen zu 290 Lebenmittelfilialen und 170 Sachspendern auf den Weg machen. Jedes Jahr wird eine Strecke zurückgelegt, die acht Mal um die Welt führen würde.

Nadja Hoffmann

Auch Fußball-Legende Paul Breitner engagiert sich schon lange bei der Münchner Tafel. Im Gespräch mit der tz kritisiert die Fußball-Legende den Umgang der Politik mit Deutschlands Armen. Zwar ist Bayern das reichste aller deutschen Bundesländer, doch auch hier sind mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche von Armut bedroht.

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