Das steckt dahinter

„Reine Schikane“ - Strafbefehl für Wiesn-Wirtsikone Toni Roiderer

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Wiesn-Wirt Toni Roiderer.

Das Amtsgericht München hat Strafbefehl gegen Wiesn-Wirt Toni Roiderer (74) erlassen. Das bestätigten auf tz-Nachfrage sowohl die Staatsanwaltschaft München I als auch Roiderer selbst.

München - Demnach hat Roiderer als Geschäftsführer der Anton Roiderer GmbH in seinem Gasthof zum Wildpark in Straßlach gegen Hygienevorschriften verstoßen. Auch gegen Sohn Thomas gab es Ermittlungen. Die Wirte-Ikone wehrt sich, sagt im Gespräch mit der tz: „Ich stehe zu meinen Fehlern, aber ich bin in meinem Leben noch nie so ungerecht behandelt worden.“

Um welche Mängel es sich genau handelte, darüber wollte die Staatsanwaltschaft keine genauen Angaben machen. Ebenso wenig, wie viel Roiderer und sein Sohn Strafe zahlen mussten.

„Das ist reine Schikane“

Dafür geht der Wiesnwirt umso offensiver mit dem Thema um. Roiderer selbst habe 90 000 Euro gezahlt, die Ermittlungen gegen Sohn Thomas, der ebenfalls in die Geschäfte des Gasthofs involviert ist, seien gegen eine Zahlung von 5000 Euro eingestellt worden. Für Toni Roiderer ist die Art und Weise der Kontrollen ein Skandal. „Das ist reine Schikane“, poltert der ehemalige Sprecher der Wiesnwirte.

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Was war passiert? Am Morgen des 2. Januar dieses Jahres sei der Kontrolleur vorstellig geworden. „Am ersten Arbeitstag, genau um 9.05 Uhr“, erinnert sich Roiderer. „Wir hatten stressige Tage hinter uns. Natürlich war noch nicht alles so sauber, wie es normalerweise sein sollte.“ Laut Roiderer habe es Beanstandungen gegeben, weil Schmutzreste an einem Sockel der Herdzeile hafteten. „Aber wir kochen doch nicht auf dem Boden“, schimpft Roiderer. Fingerabdrücke auf Gewürzdosen, Fettreste in den entlegensten Ecken, offen stehende Türen in der Nähe von Toiletten- und Waschräumen – Roiderer empört: „Wenn man was finden will, findet man immer was. Aber wir betreiben hier keinen OP-Saal.“

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Auswirkung auf die Wiesn-Zulassung?

Roiderer sei als Geschäftsführer des Betriebs in Straßlach für die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften und der Betriebshygiene verantwortlich, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Auswirkungen auf die Wiens-Zulassung wird der Vorfall nicht haben. Der Verstoß gegen Hygienevorschriften sei als solcher lediglich in Straßlach begangen worden und habe keinen Einfluss auf die Konzession.

Roiderers Gasthof ist in den vergangenen Jahrzehnten mit zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen gekürt worden, darunter verlieh das Bayerische Staatsministerium drei Mal drei Rauten für ausgezeichnete Küche. Umso mehr kränkt Roiderer nun die Strafe: „Ich habe einen Vorzeigebetrieb“, versichert er. „Bei uns ist noch nie ein Gast krank geworden.“ 

Andreas ThiemeJohannes Heininger

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