Neues Projekt?

Wiesnwirtin nimmt bekanntes Münchner Lokal ins Visier: „Kann mich jetzt austoben“  

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Arabella Schörghuber in ihrer Grünwalder Einkehr

Alter Name, neues Lokal: Wiesnwirt Arabella Schörghuber spricht im Interview mit der tz über ihre neuen Lebenspläne.

  • Wiesnwirtin Arabella Schörghuber geht beruflich und privat neue Wege
  • Kürzlich traf Schörghuber den Rapper Bausa
  • Im Interview erzählt sie, wie es dazu kam, wie ihre Kindheit auf dem Land war - und welche Münchner Traditionsgaststätte sie ins Auge gefasst hat.

München - Sie sagt selbst über sich: „Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.“ Mit 52 Jahren geht Arabella Schörghuber (ehemals Pongratz) noch einmal neue Wege. Beruflich wie privat. Nach 24 Jahren Ehe ließ sie sich 2018 von Ex-Wiesn-Wirt ­Peter Pongratz scheiden. Seitdem stemmt sie auch beruflich alles alleine – das Wiesn-Festzelt Winzerer Fähndl wie das Traditionslokal Die Grünwalder Einkehr

Nicht genug für die zierliche Unternehmerin aus der Schörghuber-Dynastie – sie würde gern noch eine weitere Traditionsgaststätte übernehmen. Darüber hinaus engagiert sich Arabella Schörghuber in der Stiftung der Münchner Wiesn-Wirte (siehe unten) und erfüllte einem schwerkranken Mädchen einen Herzenswunsch. Zeit für ein ausführliches Gespräch mit der tz.

Gerade ging das Gerücht, Sie übernehmen den Spöckmeier in der Rosenstraße?

Arabella Schörghuber: Noch ist nichts entschieden. Der Vertrag mit Lorenz Stiftl läuft noch, und dann muss das Lokal erst einmal gründlich saniert werden. Ich weiß nicht, wie lange das alles dauern wird. Aber ja, ich habe Interesse.

Das heißt Sie wollen noch mehr als die Grünwalder Einkehr?

Schörghuber: Ich würde mich gerne noch vergrößern. Wir haben gute Mitarbeiter im Haus, die können noch viel mehr. Es muss natürlich zum Paulaner Festzelt passen. Also was Kleines eher nicht, sondern eine traditionelle Gaststätte. Ich kann mich jetzt austoben (lacht).

Unterstützen Sie Ihre Kinder Ramona (22) und Alexander (20) im Wiesn-Zelt und in der Einkehr?

Schörghuber: Seit zwei Jahren mache ich alles alleine, das ist schon viel Arbeit, aber ich mache es gerne. Ramona hilft mir im Zelt, sie kann dabei noch viel lernen. Und Alexander macht die gleiche Ausbildung wie Ramona, das heißt Management-Assistent für Hotel- und Tourismus mit Fachabitur. Mit den beiden ist eine Vergrößerung der Gastronomie natürlich abgesprochen.

Wiesn-Wirtin nimmt wieder ihren Mädchennamen an

Sie schlagen also beruflich neue Wege ein. Auch privat beginnt für Sie ein neuer Lebensabschnitt.

Schörghuber: Ja, kann man so sagen. Und deshalb habe ich auch meinen Mädchennamen wieder angenommen. Ich wollte zeigen: Jetzt ist Schluss. Und der Name Schörghuber gehört halt zu mir, das bin ich.

Sie sind jetzt eine der begehrtesten Single-Frauen der Stadt...

Schörghuber: Ach, ist das so? Ich arbeite ja mindestens zwölf oder 13 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, also ich habe kaum Zeit.

Kommt Ihnen noch mal ein Mann ins Haus?

Schörghuber: Keine Ahnung, das ergibt das Leben. Ich denke nicht darüber nach, was gestern war, und auch nicht, was morgen sein wird. Man muss jeden Tag so nehmen, wie er kommt, und das Beste daraus machen.

Wie zum Beispiel einen Herzenswunsch erfüllen. Warum haben Sie das gemacht?

Schörghuber: Das muss man doch einfach machen! Ich denke dabei viel an meinen Bruder. Hätten wir doch noch mehr zusammen gemacht! Man verschiebt immer alles, und das ist ein Fehler, man muss es gleich machen, gerade wenn man weiß, dass die Zeit abläuft.

Der Tod Ihres Bruder kam überraschend...

Schörghuber: Der Tod meines Bruder hat mich schon sehr geprägt. Damals ist mir ein Mensch genommen worden, den ich wirklich sehr vermisse. Gerade die ersten sechs, sieben Jahre war es besonders schlimm. Am 25. November ist wieder sein Todestag, dann kommt die Familie zusammen.

Arabella Schörghuber im Gespräch mit tz-Kolumnistin Maria Zsolnay

Sie sind ja mit Ihrem Bruder auf dem Land aufgewachsen.

Schörghuber: Ich habe sogar die abgelegten Sachen von meinem Bruder aufgetragen (lacht). Als ich meine erste Jeans bekommen habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut. Aber auf dem Land war das selbstverständlich, auch dass man sich gegenseitig hilft. Und wir haben immer mit angepackt.

Das heißt?

Schörguber: Ja, wir hatten auf dem Hof ja hundert Kühe, da haben wir immer viel gearbeitet, Kühe gemolken, Traktor gefahren.

Traktor gefahren?

Schörghuber: Mein Vater hat mir den Traktor hingestellt und gesagt, mach’ mal, das schaffst du schon. Mit zwölf bin ich auf dem Hof und den Wiesn gefahren, das waren ja 30 Hektar. Mit 16 habe ich dann den Traktor-Führerschein gemacht, mit 21 dann den LKW-Schein, damit ich den Unimog mit einem langen Anhänger fahren kann.

Wie haben Sie das mit der Schule vereinbart?

Schörghuber: Ich bin in Lenggries in die Klosterschule gegangen. Nach der Schule und in den Ferien haben wir auf dem Hof gearbeitet. Skilehrerin bin ich übrigens auch noch. Dort bin ich verwurzelt, das ist meine Heimat. Die Leute dort nehmen mich so, wie ich bin.

Nämlich geerdet und bescheiden. Was ist Ihre Schwäche?

Schörghuber: Tiere. Gerade ist mir eine Katzenmutter mit sechs Jungen zugelaufen. Ich habe sie wieder hochgepäppelt. Bei uns leben drei Hunde und acht Katzen. Bei Tieren kann ich nicht Nein sagen.

Genießen Sie Ihr neues Leben?

Schörghuber: Mein neues Leben ist schön. Alles gut (lacht). Ich habe auch Energien für andere Sachen – wie zum Beispiel Herzenswünsche zu erfüllen.

Das Interview führte Maria Zsolnay

Herzenswunsch für Laura erfüllt!

Es war Lauras allergrößter Wunsch – einmal ihr musikalisches Idol, den Rapper Bausa, von Angesicht zu Angesicht sehen und ihm zu sagen, wie toll sie ihn findet! Ein Wunsch, den Wiesn-Wirtin ­Arabella Schörghuber der schwer kranken Laura Salzmann erfüllte. Die Zwölfjährige, die einen Gehirntumor hat, stand bei dem Münchner Bausa-Konzert nicht nur in der ersten Reihe, sondern traf den 30-jährigen Deutsch-Rapper sogar noch vor seinem Auftritt. Dabei nahm sich der Musiker richtig Zeit, signierte Lauras T-Shirt, posierte mit ihr fürs Foto, und schloss sie in die Arme und lud sie ein, das gesamte Konzert auf der Bühne mitzuerleben.

Möglich gemacht hat den außergewöhnlichen Besuch die Stiftung der Münchner Wiesn-Wirte, die unter anderem auch die Stiftung Ambulante Kinderhospiz München (gegründet von der Münchnerin Christine Bronner) finanziell unterstützt. Wiesn-Wirtin Arabella Schörghuber setzte sich dann persönlich dafür ein, dass Laura und Bausa zusammenkommen. Das Kinderhospiz betreut seit 15 Jahren Familien mit lebensbedrohlich und lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen (www. kinderhospiz-muenchen.de). 

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