39-Jähriger steigt in Wohnung ein

„Aus Liebe zu meiner Frau“: Einbrecher erbeutet 40.000 Euro – ein Detail bei Ermittlungen ist kurios

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Denis und Natalie M. verschiedeten sich weinend im Gerichtssaal.

Angeblich aus Liebe wurde er zum Einbrecher - nun hat das Gericht ein Urteil gefällt. Vieles an dem Fall bleibt kurios.

  • An Silvester 2018 brach der Angeklagte Denis M. in eine Wohnung in der Au ein und erbeutete 40.000 Euro  Bargeld.
  • Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt.
  • Vor Gericht sagt der Angeklagte, er habe den Einbruch für seine Frau begangen.

München - „Bleib stark, Schatz“, sagt Natalie M. (29). Dann weint sie hemmungslos. Denn ihr Mann Denis (39) muss erneut ins Gefängnis: Wegen Einbruchsdiebstahls verurteilte ihn das Amtsgericht am Freitag zu zweieinhalb Jahren Haft.

An Silvester 2018 war der Chemielaborant in eine Wohnung in der Eduard-Schmid-Straße eingestiegen – und machte fette Beute: Rund 40.000 Euro Bargeld nahm er mit, dazu zwölf Barren aus Silber, die je einen Kilo wogen. „Der Schaden ist enorm“, stellte Richter Sebastian Schmitt gestern fest – und kannte kein Pardon: Er schickte Denis M. hinter Gitter. Auch wegen dessen Vorgeschichte …

Angeklagter über seine Frau: „Ich wollte sie versorgt wissen“

Denn der Einbrecher wurde schon zweimal verurteilt und war drogenabhängig. Er wusste, dass ihm eine erneute Haft drohte und beging deshalb den Einbruch „aus Liebe zu meiner Frau“, wie er gestern sagte. „Ich wollte sie versorgt wissen, wenn ich nicht mehr bei ihr sein kann.“

Kurios aber: Seine Liebste zog er in die Tat mit rein. An Silvester hatte sie ihn noch versucht, vom Einbruch abzuhalten, „doch es gelang mir nicht“, sagte Natalie M. Am Ende fuhr sie ihn zur Tatwohnung, deren Balkon er mit einem Schraubenzieher aufhebelte. „Denis hat doch keinen Führerschein“, erklärte die Ehefrau. Sie erhielt gestern wegen Beihilfe eine Bewährungsstrafe über ein Jahr und vier Monate, muss zudem Sozialstunden ableisten.

Einbrecher erbeutet 40.000 Euro Bargeld - Richter: „hohe kriminelle Energie“

Verteidiger Florian Opper bewertete die Tat als Panik-Reaktion. „Planvoll war dieses Vorgehen sicher nicht“, sagte er. Doch Richter Schmitt sah „hohe kriminelle Energie“ und eine „hohe Rückfall-Geschwindigkeit“ des Angeklagten, der Opper zufolge „in seinem Leben eigentlich auf einem sehr guten Weg war“. Doch nun wieder hinter Gitter muss. 

Kurios bleibt, wie der Fall aufgeklärt werden konnte: Der Geschädigte selbst hatte der Polizei einen Kopfhörer des Täters überreicht, den die Spurensicherung offensichtlich übersehen hatte. Darauf war die DNA des Täters. „Mir ging es sehr schlecht nach dem Einbruch“, sagt das 33-Jährige Opfer, der mit Autos handelt und daher so viel Bargeld zuhause hatte. Einer seiner Freunde hatte das an Arbeitskollegen des Einbrechers weitererzählt … 

Ein kurioser Fall beschäftigt die Traunsteiner Polizei. Es geht um einen Ausbruch, allerdings um einen „nicht ganz alltäglichen“, wie die Polizei selbst sagt.

Andreas Thieme

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