Verdopplung sorgt für mächtig Ärger

Aufstand gegen München-Zulage: Jetzt geht‘s Reiter an den Kragen - „ganz schlechter Stil“

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München ist teuer. Dass die München-Zulage für städtische Bedienstete mit niedrigeren Einkommen jetzt verdoppelt werden soll, stößt auf heftige Kritik.

Zwischen der Landeshauptstadt und dem Umland brodelt ein Streit! Die jüngst beschlossene saftige Erhöhung der München-Zulage wird zum Zankapfel. Die Region fühlt sich abgehängt.

München - Die vom Stadtrat jüngst beschlossene Verdopplung der 1990 eingeführten München-Zulage auf 270 Euro im Monat für städtische Bedienstete mit niedrigeren Einkommen stößt Bürgermeistern und Landräten sauer auf. Sie werfen Münchens OB Dieter Reiter (SPD) und dem Stadtrat einen Alleingang vor, ohne mit der Region gesprochen zu haben. Zudem befürchten sie, künftig noch schwerer Fachkräfte rekrutieren zu können.

München-Zulage: Erdinger OB schimpft: „Ganz schlechter Stil“

Erdings Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) spricht von „ganz schlechtem Stil“. Es sei „unkollegial“, dass mit den Kommunen um München nicht gesprochen worden sei. „Wenn es um die Wohnungsnot geht, erwartet man in der Landeshauptstadt schon, dass wir mit verstärktem Wohnungsbau helfen, hausgemachte Probleme zu lösen“, ärgert sich Gotz. Kommunale Bedienstete in der Region würden deutlich schlechter gestellt. Andererseits würden die Kommunen unter Druck gesetzt, ihre Personalkosten zu steigern. Gotz befürchtet auch, dass sich noch mehr Pendler für München als Arbeitsort entscheiden, wenn sie dort eine deutlich höhere Zulage bekommen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)

In die gleiche Kerbe schlägt der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). „Es ärgert mich maßlos, dass die Verdopplung nicht mit dem Umland abgesprochen wurde. Man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Er spricht von einer „eklatanten Ungleichbehandlung bei in etwa vergleichbaren Lebenshaltungskosten“. Die München-Zulage erhielten die Mitarbeiter der Stadt unabhängig vom Wohnort. Die Ballungsraumzulage werde aber nur Beschäftigten gewährt, die in der Metropolregion wohnen und arbeiten. 

„München nutzt die Arbeitsplatzvorteile auf Kosten der ländlichen Region“

„Wer also aus dem Ballungsraum-Zulagen-Gebiet auspendelt, bekommt den Bonus aufs Gehalt nicht.“ Gerade in sozialen Berufen, etwa in Krankenhäusern, befürchtet Bayerstorfer eine Schlechterstellung der Landkreise. „München nutzt die Arbeitsplatzvorteile auf Kosten der ländlichen Region“, empört sich Bayerstorfer.

Die Forderung der Gewerkschaft Verdi, auch andere Münchner Beschäftigte, etwa des BRK oder der Stadtwerke, müssten die (doppelte) Zulage bekommen (tz berichtete), greift für Bayerstorfer zu kurz. Die 26 Bürgermeister des Landkreises Erding wollen ihren Protest nun per Brief nach München schicken.

Lesen Sie auch: Anbindung ans Umland und bessere Taktung - So könnte das Tramnetz 2024 aussehen und München wächst weiter: Ende nicht in Sicht - eine Entwicklung ist schlecht für Wohnungssuchende

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