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„Theken-Fahrräder“

„Bier-Bikes“ sorgen in München für Ärger - darum dürfen sie trotzdem fahren

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Zum Vergleich: Ein BierBike mit Theke

Die Münchner „Bier-Bikes“ sind zwar umstritten, aber sie rollen wieder. Der Grund dafür überrascht.

München - „Sie fahren wieder, die Bier-Bikes“, mag manch ein Münchner sich in den letzten Monaten gedacht haben. Tatsächlich fahren im Englischen Garten und anderswo immer häufiger fahrradartige Konstruktionen mit mehreren gut gelaunten Mitfahrern umher, auf denen auch gerne mal ein Bierchen getrunken wird. Das gefällt nicht jedem – und so beschwerten sich einige Bürger beim Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel, der das Kreisverwaltungsreferat (KVR) um Stellungnahme bat.

Nachdem das KVR zunächst angab, keine Kenntnis von „Bier-Bike-Touren“ zu haben, liegt dem BA jetzt eine ausführlichere Stellungnahme vor. Das KVR stellte klar, dass die aktuell als „Bier-Bikes“ fahrenden Gefährte gar keine sind. Es handele sich nämlich nicht um „Theken-Fahrräder“, bei denen bierselige Gesellen rund um eine Theke sitzen und gleichzeitig in die Pedale treten. Vielmehr sind die neuen Gefährte sogenannte „Conference Bikes“.

München: „Bier-Bikes“ und „Conference-Bikes“ - das ist der Unterschied

Der Unterschied: Hier können zwar alle mittreten, müssen es aber nicht. Für jedes Bike gibt es einen Guide als Fahrer. Der ist nüchtern, strampelt und hat die volle Kontrolle über das Gefährt. „Anders als beim Bier-Bike steuern und lenken nicht alle gemeinsam das Rad, sondern nur eine Person. Somit kann man das Conference Bike als Fahrrad betrachten“, sagt das KVR. „Wenn das Conference Bike ein Fahrrad nach der Straßenverkehrsordnung ist, dann müssen wir nichts genehmigen“.

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„Conference Bikes“ sind eine Art Tandem, nur, dass die Fahrer im Kreis sitzen statt hintereinander. Und ja, es gibt in der Mitte eine Art Abstellfläche für Getränke. Auf dem Tischchen muss aber nicht zwingend Bier stehen.

Ein „Conference Bike“ hat immer einen Fahrer, der nüchtern ist. Die anderen fünf dürfen trinken.

„Viele unserer Kunden wollen einfach nur Sightseeing machen und trinken Wasser dazu“, erklärt Dominic Staat, Geschäftsführer der Firma „Pedalhelden.de“.

München: „Bier-Bike-Kodex“ sorgt für Ordnung

Sein Unternehmen ist einer von mindestens zwei Anbietern, die in der Stadt Touren mit den „Conference Bikes“ anbieten, übrigens schon seit rund 17 Jahren. Natürlich werde dabei auch mal Alkohol konsumiert, gibt Staat zu. Der stets nüchterne Guide achte aber darauf, dass das Ganze nicht ausartet. Es gebe sogar eine Art „Bier-Bike-Kodex“, erklärt Staat. Darin sei geregelt, dass die Touren auf dem Gruppen-Fahrrad zwar gesellig, aber eben nicht zu laut sein dürften.

„Wir machen weit weniger Krach als jeder Junggesellenabschied“, beteuert Staat. Zumal es kein „punktueller Krach“ sei. Im Vordergrund stehen für den Anbieter der Sightseeing-Charakter und der Aspekt umweltschonender Fortbewegung. Dagegen hat auch der BA nichts. „Die Leute haben ihren Spaß“, so der Vorsitzende Wolfgang Neumer (CSU). „Warum denn nicht?“

Das vermeintliche Revival der 16-sitzigen Bier-Bikes ist also eigentlich gar keins. Thekenfahrräder sind und bleiben verboten! „Conference-Bikes“ mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, bieten jedoch mehr Sicherheit und zudem nur Platz für sechs Mitfahrer.

Der Streit um die Münchner „Bier Bikes“ hält schon seit vielen Jahren an. Einigen Anbietern wurde sogar verboten, ihre Bikes in den Straßenverkehr zu schicken. Darüber hat merkur.de* berichtet.

*merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion

Janina Singer

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