Miet-Wahnsinn in München

Ticker zur Demo #ausspekuliert: Polizei zählt rund 10.000 Teilnehmer

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Teilnehmer einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum und gegen soziale Ausgrenzung unter dem Motto #ausspekuliert stehen vor einer Bühne am Siegestor

Im Rahmen einer Großdemo zogen am Samstag Mieter der Stadt durch München. Gegen 17 Uhr gab es eine Abschlusskundgebung. Der Ticker zum Nachlesen. 

Die wichtigsten Infos zur #ausspekuliert-Demo in München

  • Am Samstagnachmittag fanden zwei Demos zur Wohnungsnot in München statt
  • Unter dem Motto #ausspekuliert startete eine Demonstration am Mariahilfplatz 
  • Rund 100 Organisationen und Parteien riefen im Vorfeld zu dem Protest auf
  • Eine zweite Demo der Ver.di-Jugend unter der Parole „Ohne Moos - wohnungslos“ begann zeitgleich um 14 Uhr in der Schwanthalerstraße
  • Beide Demonstrationszüge vereinten sich dann und es kam gegen 17 Uhr zur Abschlusskundgebung
  • Es war mit massiven Verkehrsproblemen zu rechnen: Teile der Stammstrecke zwischen Pasing und Hackerbrücke sind gesperrt, Tram- und Buslinien wurden umgeleitet 

Live-Ticker zur Groß-Demonstration #ausspekuliert

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Update 19.56 Uhr: Nach der Versammlung teilte die Polizei mit, dass es auch im weiteren Verlauf der Demo keinerlei Vorfälle gab und bedankte sich bei den Teilnehmern, „die friedlich ihre Meinung kundgetan haben“. Laut den Zahlen der Beamten „konnten in der Spitze 10.000 Teilnehmer gezählt werden.“

Update 18.38 Uhr: Laut den Veranstaltern hat sich die Anzahl der Teilnehmer weiterhin erhöht: Sie sprachen vor Ort zuletzt von 11.000 Demonstranten in München. Bei der Abschlusskundgebung sorgten „Main Concept & Roger“ für Musik. Langsam leerte sich der Platz vor der Bühne. Das wars!

Update 17.40 Uhr:

 Die Veranstalter der Demo dürften sich mit der Anzahl der Teilnehmer äußerst glücklich schätzen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten mehr als 90 Organisationen, darunter Parteien und Gewerkschaften. Der Hintergrund: München ist die Stadt mit den höchsten Mietpreisen in Deutschland.

Am kommenden Freitag findet im Kanzleramt ein Wohngipfel statt. Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, die Gewerkschaften und die Bauwirtschaft wollen über die Schaffung von neuen, bezahlbaren Wohnungen beraten.

Teilnehmer einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum und gegen soziale Ausgrenzung unter dem Motto #ausspekuliert ziehen durch die Ludwigsstraße.

Update 17.36 Uhr: Die Veranstalter vor Ort sprachen bei der Abschlusskundgebung von über 10.000 Teilnehmer. Die Zahl wurde noch nicht offiziell von der Polizei bestätigt.

Update 16.48 Uhr: Wie eine Sprecherin der Polizei unserer Redaktion mitteilte, ist die #ausspekuliert-Demo in München bis jetzt friedlich verlaufen. Es kam weder zu Ausschreitungen noch ereigneten sich andere Vorfälle. Zudem ist der „Altstadtring-Tunnel wieder freigegeben“, sagte sie. 

Update 16.26 Uhr: Der Marsch ist nun langsam am Siegestor angekommen, wo bereits eine Bühne auf die Demonstranten wartet. Um ca. 17 Uhr ist hier die Abschlusskundegbung geplant. Ein Twitter-User teilte ein Bild von der aktuellen Lage. Seine Aussage: „Die Ludwigsstraße ist voll!“

Update 15.30 Uhr: Die Demonstranten haben mittlerweile das Isartor erreicht. Die Polizei spricht nun von insgesamt 7.000 Teilnehmern. Vor knapp einer Dreiviertelstunde waren es erst 1.400 Menschen, die gegen die explodierenden Mietpreise in München demonstrierten. Die Organisatoren hatten im Vorfeld bis zu 10 000 Teilnehmer angemeldet - es könnte also die bisher größte Mieter-Demo in München werden. 

Update 15.23 Uhr: Auf Twitter posten zahlreiche Teilnehmer und Beobachter Bilder und Videos von dem Demo-Zug in München. Ausgefallene Schilder, zahlreiche Menschen, Musik und lautstarke Redebeiträge - so sieht die #ausspekuliert-Demo in München bis jetzt aus:

Update 14.45 Uhr: Wie die Polizei auf Twitter mitteilt, sollen sich aktuell etwa 1400 Teilnehmer der #ausspekuliert-Demo in München angeschlossen haben. Gerade ist Der Demo-Zug auf dem Weg in die Innenstadt.

Update 14.35: Es geht los! Der Zug hat sich in Bewegung gesetzt. 

Die letzten Vorbereitungen vor der #ausspekuliert-Demo in München

Update 14.09 Uhr: Noch laufen die letzten Vorbereitungen, bis die #ausspekuliert Demo am Mariahilfplatz starten wird. Um 14.20 soll ein Flashmob stattfinden. Ein SZ-Reporter vor Ort verrät: Es soll gesungen und getanzt werden.

Zeitgleich bereitet sich die Verdi-Jugend auf die kleinere Demo „Ohne Moos - wohnungslos“ vor, die sich später noch dem #ausspekuliert-Demozug anschließen wird. 

Update 13.05 Uhr: In knapp einer Stunde soll die Großdemonstration für mehr bezahlbaren Wohnraum am Mariahilfplatz starten. Zwar richtet sich die geplante Demonstration auch gegen die Politik der CSU-Landesregierung, dennoch griff der Vorsitzende Horst Seehofer auf dem Parteitag das Anliegen der Demonstration auf. Bezahlbare Wohnungen seien „die soziale Frage unserer Zeit“, so der Bundesinnenminister am Vormittag.

Alt-OB und SPD-Urgestein Hans-Jochen-Vogel mobilisierte derweil auf Facebook zur Teilnahme an der Demo. In einem Video sagte er: „Gut, dass in München zu einer Demonstration aufgerufen worden ist unter der Parole ‚ausspekuliert‘. Eine Demonstration für bezahlbare Mieten und gegen soziale Ausgrenzung.“ Als Ursache für die starke Mieterhöhungen sieht Vogel vor allem die ständigen Erhöhungen der Baulandpreise.

Miet-Wahnsinn in München: Vier Münchner erzählen ihre bewegenden Schicksale

Update 12 Uhr: Gegenüber der tz berichteten vier Münchner. welchen Irrsinn sie auf dem Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt bereits erleben mussten. Mieterschicksale, die stellvertretend für viele stehen

Vorberichte zur #ausspekuliert-Demo in München

München - Am Samstag zieht die nächste Großdemo durch die Münchner Innenstadt. Unter dem Motto #ausspekuliert machen die Mieter der Stadt ihrem Unmut Luft. „Explodierende Mieten sind kein Naturgesetz“, stellen die rund 100 Organisatoren in ihrem Aufruf klar. Die Idee ist im Dunstkreis des neu geschaffenen Mieterstammtischs entstanden. 

#ausspekuliert in München: Bis zu 10.000 Demonstranten werden erwartet

„Wie wäre es, wenn eine Woche vor dem Einzug der Wiesnwirte die Münchner symbolisch aus der Stadt ausziehen?“, fasst Tilman Schaich die Idee zusammen. Start ist am Mariahilfplatz in der Au, die längst ins Visier der Immobilienspekulation geraten ist. „Dann geht es zum Gärtnerplatz, dem Inbegriff der Gentrifizierung“, sagt Schaich. Vorbei am Bellevue di Monaco, das sich gegen die Verdrängung der Bewohner aus dem Gärtnerplatzviertel zur Wehr setzt. 

An der Maximilianstraße treffen die Mieter auf die Verdi-Jugend, die unter dem Motto „Ohne Moos - wohnungslos“ ebenfalls gegen die steigenden Mieten auf die Straße gehen. Diese zweite Demo beginnt um 14 Uhr in der Schwanthalerstraße. Um 15 Uhr folgt die Abschlusskundgebung vom Max-Joseph-Platz, dann schließt sich die Ver.di-Jugend dem #ausspekuliert-Demozug auf Höhe der Maximilianstraße an. 

Bis zu 10 000 Teilnehmer haben die Organisatoren angemeldet - es wäre die bisher größte Mieter-Demo in München. Die Abschlusskundgebung soll gegen 17 Uhr am Geschwister-Scholl-Platz stattfinden. Dort werden G.Rag & die Landlergschwister, Roger von Blumentopf sowie der Münchner Kneipenchor auftreten.

Stammstrecke teilweise gesperrt - Umstieg auf Busse

Auf dem Weg in die Münchner Innenstadt müssen Demo-Teilnehmer oder andere Menschen, die in die Innenstadt wollen, auf Busse umsteigen. Wegen Brückenbauarbeiten wird ab Freitagabend die Stammstrecke zwischen den Bahnhöfen Pasing und Hackerbrücke bis Montagmorgen (ca. 5 Uhr) gesperrt. Zwischen Hackerbrücke und dem Ostbahnhof fährt dannnur eine S-Bahn-Linie im 20-Minuten-Takt durch den Tunnel unter der Innenstadt. Die weiteren Linien beginnen und enden am Hauptbahnhof, in Pasing oder am Ostbahnhof

Die nächste Demo in der Landeshauptstadt steht schon bevor: Am 3. Oktober ist dann eine neue Demonstration gegen das bayerische Polizeigesetz geplant.

Tramlinien und Busse fahren auch eingeschränkt wegen der Großdemo

Am Samstag sind ab ca. 14.30 Uhr die Tramlinien 16, 17, 18, 19, 20, 21, 27 und 28 sowie die Buslinien 52, 58, 62, 68 und 132 von der Demo betroffen. Die Straßenbahnen wenden an der der jeweils letzten Möglichkeit vor der Innenstadt, z.B. am Isartor, Max-Weber-Platz, Karolinenplatz, Stiglmaierplatz oder an der Hackerbrücke. Die Busse fahren zum Teil großräumige Umleitungen um das Zentrum herum. Die Sperrungen dauern bei der Tram voraussichtlich ca. eine Stunde, bei den Bussen ca. drei Stunden.

Außerdem sind ab ca. 14.30 Uhr die Buslinien 58, 68, 100 und 154 in Schwabing rund um die Ludwig- und Leopoldstraße betroffen, die in diesem Bereich ebenfalls umgeleitet werden. Diese Sperrungen werden bis ca. 20 Uhr andauern.

Weitere Demo am Stachus - auch der CityRing wird umgeleitet

Am Samstag findet zudem eine die sogenannte „Demo für Alle“ statt. Die Organisatoren wollen gegen „Gender-Ideologie und Sexualisierung der Kinder“ sowie für die Bewahrung der Ehe und Familie demonstrieren. Antifaschistische Gruppierungen rufen zu einem Gegenprotest auf. Nach bisherigen Informationen wird diese Kundgebung ab 13 Uhr am Stachus stattfinden, wenn der Bus der bundesweiten Demotour dort halten wird. 

Somit wird auch der CityRing 58/68 an den Haltestellen Kapuzinerplatz und Holzkirchner Bahnhof, und allen Stationen dazwischen, bis etwa 15 Uhr nicht angefahren. Die Busse werden umgeleitet.

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afp

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