Tragischer Vorfall im Oktober 2017

Baby zu Tode geschüttelt: Urteil gegen Vater nach langem Gutachter-Streit gefallen

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Mit einer Puppe musste die Mutter des toten Babys während des Prozesses den mutmaßlichen Mord nachstellen (Symbolbild). 

Ein Vater ist wegen Totschlags an seiner erst sechs Wochen alten Tochter zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Update vom 3. Juli 2019: Das Landgericht München I sah es als erwiesen an, dass der Italiener das Baby im Oktober 2017 so heftig geschüttelt hatte, dass es an den Folgen starb. Ursprünglich war der Mann wegen Mordes angeklagt gewesen, davon rückte allerdings schon die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer ab. Der Staatsanwalt forderte neun Jahre Haft wegen Totschlags, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Der Prozess hatte sich auch wegen eines Gutachter-Streits monatelang hingezogen. Während die Münchner Rechtsmediziner davon ausgingen, dass das Baby an den Folgen eines Schütteltraumas starb, sahen Mediziner, die von der Verteidigung als Zeugen benannt worden waren, die Sache anders. Ihrer Ansicht nach könnte das kleine Mädchen beispielsweise eine Vorerkrankung gehabt haben.

Prozess um Baby-Mord: Gutachter hat Zweifel an Anschuldigungen gegen Vater

Update vom 13. November, 15.13 Uhr: Im Münchner Mordprozess gegen einen Vater, der sein Baby zu Tode geschüttelt haben soll, hat ein Gutachter Zweifel an der Todesursache. Ein von der Verteidigung als Experte benannter Mediziner sprach am Mittwoch vor dem Landgericht München I von einem „komplexen medizinischen Geschehen, das zum Tod von Alessia geführt hat“. Es sei nicht bewiesen, dass das sechs Wochen alte Mädchen wegen eines Schütteltraumas gestorben sei. Das Kind könne beispielsweise an einer Vorerkrankung gelitten haben und dann zusätzlich bei der Reanimation verletzt worden sein. Auch der plötzliche Kindstod komme infrage. Ein Schütteltrauma könne erst nach Ausschluss aller anderen Ursachen diagnostiziert werden.

Der Angeklagte will mit Hilfe von medizinischen Gutachtern beweisen, dass das kleine Mädchen nicht geschüttelt wurde. Die Verteidigung hatte noch drei weitere Gutachter als Zeugen benannt, die ebenfalls am Mittwoch aussagen sollten. Auch das Gericht hat weitere Gutachter benannt.

dpa/lby

Baby zu Tode geschüttelt: Mutter glaubt an die Unschuld des Angeklagten

Update vom 15. November, 14.41 Uhr:

Die junge Frau kämpft mit den Tränen. Sie hält eine Puppe im Arm, mit der sie zeigen soll, wie ihr Mann die gemeinsame Tochter hielt an diesem furchtbaren Tag im Oktober 2017. Als die Mutter aus dem Bad kam, war die Kleine leblos. Ihr Mann habe nur gerufen: „Atme, atme!“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32 Jahre alten Italiener Mord an seiner eigenen Tochter vor. Er soll das erst sechs Wochen alte Baby geschüttelt haben, weil es schrie und er es nicht beruhigen konnte. Seine Frau war in der Zeit nur kurz auf der Toilette. Der Angeklagte sei nicht schuldig, sagte sein Anwalt am Donnerstag vor dem Landgericht München I und sprach von „Missverständnissen und falschen Wahrnehmungen und Interpretationen“.

München: Angeklagter schweigt zum Tatvorwurf

Der Vater äußerte sich nicht zu den konkreten Tatvorwürfen. Wenn alles vorbei sei, so sagte er aber, „werde ich zum Friedhof gehen und dann werde ich eine bestimmte Zeit dort bleiben. Dann werde ich zu meiner Frau gehen, wir werden irgendwo zwei Wochen zusammen sein - in Stille, um zu reden. Dann werde ich wieder arbeiten gehen.“

„Es ist einfach ein tragischer Fall“, sagte sein Anwalt. „Er hat sein Wunschkind verloren, er hat seine Freiheit verloren, er hat seine Arbeit verloren, er hat seine Wohnung verloren.“

Das Baby starb an einer Hirnblutung, nachdem der Vater es zu Tode geschüttelt haben soll

Seine Ehefrau bezeichnete ihren Mann vor Gericht als „fürsorglich, achtsam, sehr vorsichtig im Umgang mit der Kleinen aus Angst, ihr wehzutun“. Den Moment, als sie an jenem Tag aus dem Bad kam, schildert sie so: „Das Kind war leblos in seinen Armen, die Augen waren zu.“ Ihr Mann habe gesagt, die Kleine habe einfach aufgehört, zu atmen. Sie habe gemeinsam mit ihm versucht, sie wiederzubeleben, bis der Notarzt kam. Das Kind starb im Krankenhaus. Die Todesursache: eine Hirnblutung, die einen Kreislaufstillstand und Versagen mehrerer Organe zur Folge hatte.

Sie hätten die schwere Entscheidung treffen müssen, die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten, schilderte die junge Frau - und „ihr eigenes kleines Herz entscheiden lassen“. Sie betonte, dass sie an die Unschuld ihres Mannes glaubt: „Ich habe meinen Mann nie anders erlebt als liebevoll und nett und darum kann ich mir nicht vorstellen, dass er sowas gemacht haben soll.“ Sie denke oft an ihre Tochter, sei täglich auf dem Friedhof. „Ich finde es bemerkenswert, wie tapfer sie mit dieser Situation umgehen“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne. „Respekt von Seiten der Kammer.“

Prozessbeginn: Mann soll seine sechs Wochen alte Tochter umgebracht haben

München - Im Prozess um den Mord an einem sechs Wochen alten Baby hat der angeklagte Vater bestritten, seine Tochter getötet zu haben. Er sei nicht schuldig, sagte sein Anwalt am Donnerstag vor dem Landgericht München I und sprach von „Missverständnissen und falschen Wahrnehmungen und Interpretationen“.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32 Jahre alten Hilfskoch vor, seine Tochter im Oktober vergangenen Jahres so heftig geschüttelt zu haben, dass sie an den Folgen im Krankenhaus starb. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der gebürtige Italiener überfordert war, weil seine Tochter laut weinte.

Auch das Todesdrama um den kleinen Mohamed in Hamburg schockiert zutiefst. Die Eltern müssen sich vor Gericht verantworten, wie nordbuzz.de* berichtet.

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Ein Mann aus Kempten soll wohl seinen eigenen Sohn getötet haben. Aus Rache an der Mutter, die ihn verlassen hatte, schlug er das Baby wohl gegen Möbel.

dpa/lby

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