Gerichtsurteil in München

Mann schlug Baby, nun wurde er freigesprochen - aus einem bestimmten Grund ist er nicht schuldfähig

+
Tram-Fahrgast soll Kleinkind geschlagen haben - Prozess

Ein 47-Jähriger soll in einer Tram auf ein Kind eingeschlagen haben. Jetzt wurde er vom Landgericht München I freigesprochen. Denn aus einem bestimmten Grund ist er nicht schuldfähig. 

Update, 19. März, 11.04 Uhr: 

Ohne Grund hatte er in einer Münchner Tram mit der Faust ein kleines Mädchen geschlagen: Wegen einer psychischen Krankheit hat das Landgericht München I den Mann aber freigesprochen. Der Angeklagte leide seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie und sei zum Tatzeitpunkt im September 2017 schuldunfähig gewesen, erklärte die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung am Dienstag. Das Gericht setzte die Unterbringung in eine Psychiatrie zur Bewährung aus. Der Verurteilte nahm das Urteil an, auch die Staatsanwaltschaft wollte keine Rechtsmittel einlegen.

Zum Prozessauftakt Ende Februar hatte der damals 47-Jährige erklärt, er habe den Rucksack einer Frau aus seinem Gesichtsfeld schieben wollen und habe dabei aus Versehen das damals 21 Monate alte Kind berührt. Vor der Fahrt habe er mehrere Flaschen Bier getrunken.

Ohne medizinische Behandlung sei der Mann eine Gefährdung für die Allgemeinheit

Eine Überwachungskamera hatte den Vorfall in der Straßenbahn aufgezeichnet. Der Angeklagte war auf der Aufnahme nicht zu sehen, er saß im toten Winkel. Der Staatsanwalt warf dem Mann vor, im September 2017 das Mädchen ohne erkennbaren Grund in den Nacken geschlagen zu haben und sprach von Körperverletzung.

Es stehe fest, dass das Kind durch den Schlag verletzt wurde, sagte die Richterin in ihrem Urteil. Ohne medizinische Behandlung könne der Mann aus München eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellen. Neben einer ambulanten psychiatrischen Behandlung ordnete das Gericht ein Alkoholverbot für den Verurteilten an.

Wie es sein kann, von Schizophrenie betroffen zu sein, lesen Sie hier auf merkur.de*.

Lesen Sie auch auf merkur.de*: Schizophrener Mann beißt Bundespolizisten

Mann schlug Baby mit Faust - Prozessauftakt in München

Erstmeldung, 27. Februar, 12:06 Uhr:

München - Ohne Grund soll ein Mann in einer Münchner Tram mit der Faust ein kleines Mädchen geschlagen haben und muss sich nun vor Gericht verantworten. Er habe den Rucksack einer Frau aus seinem Gesichtsfeld schieben wollen und habe dabei aus Versehen das damals 21 Monate alte Kind berührt, sagte der 47-jährige Angeklagte zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht München I. Der Staatsanwalt warf dem Mann vor, im September 2017 das Mädchen ohne erkennbaren Grund in den Nacken geschlagen zu haben. Außerdem soll er ebenfalls mit der Faust auf den Vater des Kindes eingeschlagen haben. Die Anklagebehörde sprach von zweifacher Körperverletzung.

Schlag gegen Kind: Angeklagter höre immer wieder Stimmen

Die Vorsitzende Richterin ließ im Gerichtssaal das Überwachungsvideo von dem Vorfall in der Straßenbahn vorspielen. Darauf war ein Schlag gegen das Kind zu sehen, das auf dem Arm der Mutter saß. Der Angeklagte war auf der Aufnahme nicht zu sehen, er saß im toten Winkel. Er habe vor seiner Fahrt mit der Tram mehrere Flaschen Bier getrunken, sagte dieser. Außerdem höre er immer wieder Stimmen und fühle sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bedrängt.

Das Amtsgericht München hatte im vergangenen Jahr das Verfahren an das Landgericht abgegeben und die Unterbringung in eine psychiatrische Einrichtung prüfen lassen. Ein Urteil wird für den 8. März erwartet.

dpa/lby

Auch interessant: Merkur.de* berichtet von schwerem Unfall in Tunnel: Auto kracht frontal in Transporter und reißt weiteren Pkw mit

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung
Mahnwache nachdem Tochter überfahren wurde und starb: Vater fordert mehr Sicherheit für Radler
Mahnwache nachdem Tochter überfahren wurde und starb: Vater fordert mehr Sicherheit für Radler

Kommentare