Wegen neuen Auflagen der Stadt München

Gleich drei beliebte Beeren-Cafés vor dem Aus - jetzt startet Stammkundin eine Online-Petition

+
„Die Kinder spielen hier und lernen gleichzeitig, wo das Essen herkommt“, sagt Saskia Welz (36), die mit ihrem Sohn Niklas (5) das Beeren-Café in Johanneskirchen mehrmals im Jahr besucht.

Die drei Beeren-Cafés in und um München sind eine beliebte Institution. Die Eltern können entspannen, die Kinder spielen. Nun stehen die Cafés vor dem Aus.

München - Die drei Beeren-Cafés in Johanneskirchen, Feldmoching und Lochhausen sind besonders für Familien kleine Natur-Oasen, in denen sie der Großstadt-Wüste entkommen können. Während die Eltern im Café verspeisen, was nebenan in den Beeren- und Gemüsefeldern wächst, können sich die Kinder an Spielgeräten austoben oder sich im Maislabyrinth verstecken. Doch nun ist die Existenz der Cafés bedroht.

München: Angst um Beeren-Cafés - Auflagen bedrohen Geschäft

„Es gibt neue Auflagen der Stadt. Wenn wir alle Forderungen genauso streng einhalten müssen wie verlangt, brauchen wir gar nicht mehr aufmachen“, sagt Julianna Schneider (57), Leiterin des Beeren-Cafés in Johanneskirchen.

Grund für die Auflagen ist, dass die Cafés eigentlich einer baurechtlichen Genehmigungspflicht unterliegen. „Eine entsprechende Genehmigung liegt aber nicht vor“, teilt Ingo Trömer vom Planungsreferat mit. Bereits dieses Jahr gab es einige Einschränkungen. Die Betreiber der Cafés, die Familie Hofreiter, musste etwa die Sitzplätze und Spielangebote reduzieren. Im nächsten Jahr sollen die Auflagen weiter verschärft werden.

Rettung der Beeren-Cafés - Petition gestartet

Aber: Die beliebten Cafés bekommen viel Unterstützung. Eine Petition im Internet gegen deren Schließung zählt bereits über 9000* Unterschriften. Die Stadtratsfraktion der CSU fordert in einem Antrag, dass die Cafés erhalten bleiben. Cafébetreiber Thomas Hofreiter (29) zeigt sich optimistisch: „Gemeinsam mit der Lokalbaukommission suchen wir gerade nach Wegen, wie wir die Cafés langfristig an ihren Standorten sichern können“, sagte er gestern.

von Laura Felbinger

*Diese Zahl war bei Redaktionsschluss am 19. August erreicht worden. Mittlerweile (Stand 21. August) haben bereits mehr als 18.300 Personen unterschrieben. Wenn Sie auch zur Rettung der Beeren-Cafés beitragen möchten, können Sie hier die Online-Petition zur Rettung der Beeren-Cafés ebenfalls unterzeichnen.

Tinder-Schock: Bevor sie sich treffen konnten, war er aus ihrer Kontaktliste verschwunden. Eine Münchnerin sucht verzweifelt nach dem 36-jährigen Carlo.


Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
Arnulfsteg bleibt ein Politikum: Stadt will Baufirmen verklagen - es geht um 8,4 Millionen Euro
Arnulfsteg bleibt ein Politikum: Stadt will Baufirmen verklagen - es geht um 8,4 Millionen Euro
Münchner betrieb Fake-Onlineshop und verursachte Millionen-Schaden - wurde er nur ausgenutzt?
Münchner betrieb Fake-Onlineshop und verursachte Millionen-Schaden - wurde er nur ausgenutzt?
Sendlinger Tor: Brand in Klinikgebäude - das war der Auslöser
Sendlinger Tor: Brand in Klinikgebäude - das war der Auslöser