66 Fotos im Amerikahaus

Mit „Glückschuhen“ und beim Geschirrspülen: Ausstellung zeigt Barack Obama von ungewohnter Seite

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Ungestellte Einblicke in den Familienalltag: Callie Shell begleitete Barack Obama nicht nur in der Öffentlichkeit. Hier fotografierte sie ihn im Jahr 2006 zu Hause in Chicago beim Geschirrspülen mit seinen beiden Töchtern.

US-Fotografin Callie Shell dokumentierte den Werdegang Barack Obamas. Einige Bilder, die Blicke hinter die Kulissen sind, sind nun im Münchner Amerikahaus zu sehen.

München - Barack und Michelle Obama, erschöpft aneinandergelehnt im Wahlkampfbus, das Ehepaar mit den Töchtern Malia und Sasha auf den Stufen vor ihrem Haus, Barack Obama beim Abwasch in der Küche: Es sind ganz persönliche Aufnahmen, man könnte fast sagen intime Momente, die die preisgekrönte US-Fotografin Callie Shell über Jahre hinweg eingefangen hat.

Eine Auswahl der Bilder, die Shell von 2004 bis 2012 gemacht hat, ist nun im Amerikahaus in München zu sehen. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Elisabeth Sandmann Verlag gezeigt wird, heißt „Hope, Never Fear – Michelle und Barack Obama. Ein persönliches Porträt“.

München: Fotos zeigen Barack Obama ungewohnt privat

Etwa ein Drittel der 66 Fotografien sind bislang noch nie veröffentlicht worden. Im Amerikahaus hängen sie nun, meist groß im Querformat, in drei Räumen. Private Aufnahmen wechseln sich ab mit Bildern aus der Öffentlichkeit. Die Bildunterschriften stammen von Shell selbst und schaffen noch ein Stück mehr Intimität. Beispielsweise gibt es ein Foto aus dem Jahr 2008, auf dem Barack Obama an einem Tisch sitzend zu sehen ist, die Beine hat er auf die Tischplatte gelegt. Die Sohlen seiner Schuhe wirken ramponiert. Im Bildtext erklärt Shell, dass es sich dabei um seine „Glücksschuhe“ handelte, die er immer zu wichtigen Veranstaltungen getragen habe.

Die beiden Töchter Malia (li.) und Sasha (Mitte) beobachten, wie ihre Mutter Michelle den Mantel ihres Mannes abklopft. Ein Ritual, das mehrmals zu sehen ist.

Auch auf die Biografie der Fotografin wird mit Videofilmen in der Ausstellung eingegangen, die von Dominik Raabe, Programmleiter „Kultur und Politik“ des Amerikahauses, kuratiert wurde. Shell, die für das Time Magazine fotografiert, begegnete Obama erstmals 2004 in Chicago. Eigentlich hatte sie dort Bilder einer Wahlkampfveranstaltung des Präsidentschaftskandidaten John Kerry gemacht, bei der Obama die Grußworte sprach. Sie verstanden sich auf Anhieb. Als Obama wenig später in Illinois die Wahlen für den US-Senat gewann, fragte er Shell, ob sie sein erstes Jahr als Senator fotografisch festhalten wolle. Shell begleitete Barack Obama und die gesamte Familie also lange, bevor er seine Präsidentschaftskandidatur verkündete. Bis zu seiner Zeit im Weißen Haus entstanden über 400.00 Bilder.

München: Obama-Ausstellung bis März 2020 zu sehen

„Um solche Aufnahmen machen zu können, braucht es von beiden Seiten viel Vertrauen“, sagt Elisabeth Sandmann, in deren Verlag Shells Buch „Hope, Never Fear – Michelle und Barack Obama. Ein persönliches Porträt“ erschienen ist. „Shell ist eine bemerkenswerte Frau“, so Sandmann weiter, „ihre Bilder strahlen die Hoffnung aus, die Obama verbreitet hat.“

Bei der Betrachtung der Bildauswahl im Amerikahaus ist diese Hoffnung noch spürbar – wenn auch vermischt mit etwas Wehmut. „Als Barack Obama Präsident wurde, dachten viele, dass nun weltweit eine Zeit des Fortschritts gekommen sei“, sagt Sandmann. „Betrachtet man nun die aktuelle politische Lage, stimmt einen das traurig.“

Die Ausstellung ist bis 1. März 2020 im Amerikahaus zu sehen. Der Eintritt ist frei. Callie Shell ist bei der Eröffnung am Freitag um 19 Uhr sowie bei einem Künstlergespräch am Samstag um 11 Uhr anzutreffen.

Erst vor wenigen Tagen war Barack Obama zu Gast in München und gab einen ungewohnten Einblick in sein Leben. Dabei stattete er dem Oktoberfest allerdings keinen Besuch ab. Eigentlich war angenommen worden, dass er sich das Volksfest nicht entgehen lassen würde. Auch Michelle Obama gewährte nun private Einblicke mit einem Familienfoto. die Töchter sind kaum wiederzuerkennen.

Video: Michelle & Barack Obama - „Vor 27 Jahren hat mir dieser Mann ein Leben voller Abenteuer versprochen“

Marion Neumann

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