Brunnen gefärbt - Wer treibt's hier so bunt?

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Der steinerne Neptun im Alten Botanischen Garten schaut auf ein giftgrünes Brunnenbecken herab.

München - Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag an sieben städtischen Brunnen fluoreszierende Farbe ausgeschüttet. Sie sprudelten in Grün und Pink.

Wenn Sonntagfrüh der römische Meeresgott Neptun im Alten Botanischen Garten auf giftgrünes Wasser schaut, Richard Strauss’ Salome am Säulenbrunnen vor der Akademie unter grünen Wasserkaskaden ihr Unwesen treibt und am Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz pinkfarbene Wasserfälle ins Becken rauschen, haben ein paar Spassvögel ihr Unwesen getrieben. Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag an sieben städtischen Brunnen fluoreszierende Farbe ausgeschüttet. Die Stadtwerke ließen das Wasser so schnell wie möglich ab.

München - auferstanden aus Ruinen

München - auferstanden aus Ruinen

Passanten wunderten sich schon um Mitternacht über johlende Jugendliche am Alten Botanischen Garten. Das Ergebnis des Schabernacks wurde aber erst am Morgen sichtbar: Nicht nur am Neptunbrunnen plätscherte buntes Wasser, am Rindermarktbrunnen schauten die steinernen Ochsen auf rosa Fluten, die römische Glücksgöttin Fortuna regierte an ihrem Brunnen am Isartorplatz ebenfalls über ein farbiges Becken, ihrem Götterboten-Kollegen Merkur im Tal erging es nicht anders, auch am Sendlinger Tor wurde das Brunnen-Wasser eingefärbt

„Um 10.10 Uhr ging bei uns die Meldung ein, dass in der Stadt mehrere Brunnen eingefärbt wurden“, berichtet Stadtwerke- Sprecher Christian- Miehling der tz. Die Brunnen gehören de Stadt und werden eigentlich vom Baureferat betreut, mit der Wartung sind allerdings wiederum die Stadtwerke betraut.

Das SWM-Brunnenteam fuhr darum gestern sonntägliche Überstunden und ließ an den sieben farbigen Brunnen das Wasser ab – nicht ohne vorher Proben zu entnehmen um festzustellen, mit was die Brunnen so bunt gefärbt wurden. Miehling: „Wir vermuten, dass es Lebensmittelfarbe war.“ In Wuppertal hatten Spaßvögel einmal die städtischen Brunnen mit Uranin grün gefärbt. Zum rosa Färben von Wasser eignet sich Rodamin. Forscher nutzten beide Stoffe früher, um Grundwasserströme zu erforschen. Uranin gilt als biologisch unbedenklich, Rodamin steht im Verdacht, Krebs zu erregen und Erbgut zu verändern, auch wenn es zum Färben von Papier und Stoff benutzt. Man darf gespannt sein, wie giftig die Stadt auf den grün-rosa Schabernack reagiert…

J. Welte / J. Mell

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