Ausgebeutet und in Angst

Frau musste in Münchner Club anschaffen - aus schrecklichem Grund

Schrecklicher Fall von Menschenhandel in München und in Rosenheim: Eine Frau wurde dazu gezwungen, als Zwangsprostituierte anzuschaffen. 

München/Rosenheim - Die Erpresser setzten im Sommer 2016 den damals achtjährigen Sohn der Frau als Druckmittel ein. Eine Bulgarin (23) und ein Landsmann (27) müssen sich dafür nun vor dem Landgericht in Traunstein verantworten. Sie wurden in ihrem Heimatland festgenommen und im Mai 2017 nach Deutschland in die U-Haft ausgeliefert. Auch der Vater des Angeklagten soll in die Sache verstrickt sein. 

Die alleinerziehende Mutter lebte am Schwarzen Meer in Bulgarien. Sie geriet in eine finanzielle Notlage und habe sich so von den beiden Angeklagten zu einen Job in Deutschland überreden lassen. Unter dem Vorwand, sie könne als Zimmermädchen in einem Münchner Hotel arbeiten, fuhr sie im Juli 2016 mit den beiden Angeklagten nach Bayern. Ihren Sohn ließ sie in der Heimat zurück. Der Vater des Angeklagten würde sich um ihn kümmern, sei ihr versprochen worden. 

Sohn als Druckmittel

Die Staatsanwaltschaft Traunstein wirft den Angeklagten dagegen vor, dass von Anfang an geplant gewesen sei, die Frau zur Arbeit in Bordellen zu zwingen. Ihr Sohn sei hierbei als Druckmittel eingesetzt worden, sollte sie sich weigern. 

Gleich nach ihrer Ankunft habe sie sich aus Angst um das Leben ihres Kindes in einem Münchner Club fügen müssen. Das verdiente Geld habe sie stets den Erpresser abgeben müssen. Nach einigen Tagen sei sie von den Angeklagten dazu gezwungen worden, in einem Bordell in Rosenheim weiter anschaffen zu gehen. Auch hier sei sie völlig ausgebeutet worden. 

Nach zwei Monaten voller Angst und sexueller Ausbeutung wurden Mutter und Sohn erlöst. Letztlich konnte der Sohn im August von der Polizei befreit und wieder zu seiner Mutter gebracht werden. 

Die beiden Angeklagten wurden verhaftet und wegen schweren Menschenhandels angezeigt. Prozessauftakt ist der 23. November vor dem Landgericht Traunstein. Wie rosenheim24.de* berichtet sind drei Verhandlungstage angesetzt.

mag

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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