MVG reagiert

Spontane Maßnahme soll Münchner Busfahrer vor Corona schützen - „schaut nicht wirklich professionell aus“

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Schilder und Absperrungen sollen Münchens Busfahrer vor einer Corona-Infektion schützen (Symbolbild).

In einigen deutschen Städten werden Fahrgäste nicht mehr in den vorderen Busbereich gelassen. Das soll die Fahrer vor einer Coronavirus-Infektion schützen. Jetzt hat auch die MVG reagiert.

  • Das Coronavirus* greift in Deutschland um sich. 
  • Immer mehr Unternehmen ergreifen Schutzmaßnahmen
  • Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat nun auch reagiert.

Update vom 17. März, 9.26 Uhr: Bereits in der vergangenen Woche hatten Münchens Busfahrer Maßnahmen zum Schutz vor Corona gefordert (siehe Ursprungsmeldung). Mit einiger Verzögerung hat die MVG reagiert.

Auf einem Schild an der vorderen Bustür heißt es nun: „Busfahrer bitte nicht ansprechen“. Zudem werden Passagiere gebeten, hinten einzusteigen. Für ausländische Fahrgäste wurde eine englischsprachige Version des Schildes angefertigt.

Zudem wurde der vordere Bereich des Innenraumes „blockiert“ - behelfsmäßig mit rot-weißem Absperrband. „Schaut nicht wirklich professionell aus“, teilt ein Leser unserer Redaktion in einer Zuschrift mit. 

Kein Durchkommen für Fahrgäste: die MVG will Busfahrer vor einer Corona-Infektion schützen.

Fairerweise muss man sagen: sämtliche Busse der MVG in solch kurzer Zeit nachzurüsten, wäre kaum möglich gewesen.

lks

Ein Münchner Mediziner warnt vor Corona: „Wenn wir uns an dieses Gebot nicht halten, könnte das dramatische Folgen haben

Coronavirus: Busfahrer fordern besseren Schutz, in Berlin hat man reagiert - bei der MVG bisher nicht

Ursprungsmeldung vom 12. März:

München - Immer mehr Unternehmen schicken Angestellte ins Home Office – um sie bei Verdachtsfällen oder bestätigten Coronavirus-Infektionen* von Kollegen zu schützen. Eine Möglichkeit, die Bus- und Trambahnfahrer in München nicht haben. Anders als U-Bahn- oder S-Bahn-Fahrer kommen sie in direkten Kontakt mit den Fahrgästen. „Das ist ein großes Thema unter uns Kollegen“, sagt Michael Gottschalk. Er ist bei einem Busunternehmen angestellt, das für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) fährt. Und er spricht das aus, was seinen Worten nach vielen Kollegen auf den Nägeln brennt: Es soll endlich Schutzmaßnahmen geben.

„Bislang haben wir von der MVG noch nichts gehört“, sagt der 62-Jährige. Er fährt bereits seit 40 Jahren Bus. So etwas wie die Gefahren durch Corona* habe er „noch nicht erlebt“.

Coronavirus: Andere Verkehrsbetriebe ergreifen Schutzmaßnahmen - nicht so die MVG

Gottschalk und seine Kollegen haben klare Forderungen: Sie wollen, dass die vordere Tür geschlossen bleibt und die Busfahrer nicht mehr angesprochen werden dürfen. „Denn genau das passiert den ganzen Tag.“ In jedem Bus und in jeder Stadt.

Berlin handelt deshalb und sperrt den vorderen Bereich in Bussen ab dem heutigen Donnerstag. Andere Länder sind ebenfalls schon aktiv geworden. Auf Twitter kursieren Bilder aus Israel, auf denen eine unkomplizierte Lösung zu sehen ist: Zonen in Bussen, die mit einem Klebeband abgesperrt wurden. Genauso ist es in der Schweiz

Coronavirus in München: Busfahrer appellieren an die Fahrgäste - „nicht ansprechen“

Ergänzend dazu gibt es zum Beispiel in den Fahrzeugen in Zürich Hinweisschilder, mit denen die Fahrgäste gebeten werden, Abstand zu halten. „Vergleichbare Maßnahmen zählen auch bei uns in München zu den möglichen nächsten Schritten“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Aber: Im Gegensatz zu den Kollegen in Berlin wird das Unternehmen nicht aktiv. Trotz täglich steigender Infektionszahlen heißt es: „Die Umsetzung hängt von der weiteren Entwicklung ab. Wir bewerten die Lage bezüglich des Coronavirus jeden Tag neu und leiten daraus – unter ärztlicher Beratung – die weiteren Schritte ab.“

Wie man handeln kann, hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen übrigens schon 2009 ausgearbeitet. Im damaligen Influenza-Pandemieplan gehören auf Seite 13 „Einstieg/Ausstieg durch die hinteren Türen“ und „Abtrennung einer fahrgastfreien Schutz-Zone“ zu den Maßnahmen. 

Nadja Hoffmann

Video: Coronavirus - Fakten und Verhaltenstipps

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