„Krise hinterlässt deutliche Spuren“

München: Corona bremst MVG heftig aus: Wichtige Neuerungen verschoben – alles erst 2021

Corona/München: Krise bremst MVG heftig aus: Wichtige Neuerungen verschoben – alles erst 2021
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Die Anzahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in München hat sich in der Corona-Pandemie nahezu halbiert.

Die Vorfreude war groß, doch nun müssen sich Münchner Fahrgäste länger gedulden: Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs wird verschoben - wegen Corona.

  • München* hat den Ausbau des Nahverkehrs groß geplant - doch nun ist er verschoben.
  • Grund ist die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die MVG.
  • Ihr fehlen wegen weniger Fahrgästen zum Beispiel 190 Millionen Euro.

München - Corona wird bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zum Taktgeber! Die will den Ausbau des Angebotes im Nahverkehr verschieben. Die Vollversammlung des Stadtrates befasst sich am Mittwoch mit dem Thema und muss entscheiden, ob die Politik da mitgeht. Grund für den Vorschlag ist die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Mindereinnahmen der Verkehrsbetriebe. 

Tatsächlich fehlen den Verkehrsbetrieben bei den Ticketeinnahmen 190 Millionen Euro. Es sind zwar Finanzhilfen angekündigt, allerdings ist noch nicht absehbar, wann und inwiefern eine Erstattung erfolgt.

München: MVG in der Corona-Krise - Einnahmen durch Ticketverkauf sacken ab

Die MVG jedenfalls hat ihre Schlüsse gezogen: Die ursprünglich zum 4. Mai und zum 13. Dezember vorgesehenen Verbesserungen sollen erst im Laufe des Jahres 2021 umgesetzt werden. „Natürlich halten wir generell am Ausbau fest“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Wir werden den ÖPNV gemäß Nahverkehrsplan in den nächsten Jahren noch besser und stärker machen. Die Coronakrise hinterlässt jedoch deutliche Spuren. Und die sind der Hintergrund für unsere Empfehlung.“ Überdies besteht die Sorge, dass auch 2021 mit weniger Einnahmen aus dem Ticketverkauf zu rechnen ist.

Münchner Verkehrsgesellschaft: Wegen Corona weniger Fahrgäste und Personal

Denn die Fahrgastnachfrage ist stark zurückgegangen, derzeit liegt sie auf einem Niveau von circa 60 Prozent gegenüber der Vor-Corona-Zeit. „Zum Glück nimmt sie tendenziell weiter zu, allerdings rechnen wir mit einer länger andauernden Erholungsphase, sodass wir vorerst nicht davon ausgehen, dass das Niveau des vergangenen Jahres rasch wieder erreicht wird“, sagt Korte. Dies sei aber auch ein Grund, warum derzeit keine grundlegenden Angebotsausweitungen erforderlich seien.

Außerdem kämpft die MVG mit nicht unerheblichen Personalsorgen. Denn auch in diesem Segment zeigen sich Auswirkungen der Pandemie. Die Ausbildung neuer Fahrer ist im Zuge des Lockdowns in Rückstand geraten. Die Folge sind Engpässe beim Personal. Dies würde einen Ausbau des Angebots ab Dezember zusätzlich erschweren.

Trotz Corona: MVW will U-Bahn-Linie verlängern und Buslinien neu takten

Zu den vor Corona geplanten Verbesserungen zählen unter anderem die Verlängerung der U4 zur Westendstraße in der Hauptverkehrszeit, Taktverdichtungen auf der U2 und U5 sowie Angebotsausweitungen im Busverkehr, darunter zum Beispiel die Verlängerung der Linie 149 ab Vogelweideplatz über Prinzregentenstraße zum Odeonsplatz.

Von der vorgeschlagenen Verschiebung ausgenommen sind Verbesserungen bei den Buslinien 57 und 143 in Freiham und die Einführung des 5-Minuten-Takts auf der U6 von und nach Garching in den Hauptverkehrszeiten. Diese Verbesserungen werden im Herbst umgesetzt.

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