Gelten andere Regeln im Zug?

„Was für eine Verarsche“: Bilder aus der S3 zeigen den Corona-Wahnsinn in München

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Viele meiden derzeit S-Bahn-Fahrten im Raum München (Symbolbild).

Corona-Party in der Münchner S-Bahn: Auf Facebook sind verheerende Fotos aufgetaucht, die Fragen aufwerfen. Die Passagiere diskutieren wild. 

  • In der S3 machte ein Passagier eine verheerende Entdeckung mitten in der Corona-Krise in München
  • Die Menschen saßen und standen dichtgedrängt nebeneinander. 
  • Unter seinen Facebook-Bildern entbrannte eine Coronavirus-Diskussion. 

München - Es sieht aus wie eine Corona-Party in der S-Bahn! In der Facebook-Gruppe „Meine S3 kommt nicht!“ postete ein Fahrgast nun zwei Fotos aus der S3, die er mit seinem Smartphone gemacht hat. Die Bahn ist gut gefüllt, die Passagiere sitzen teilweise direkt nebeneinander oder stehen in unmittelbarer Nähe zueinander. Ein Mindestabstand von 1,50 Meter ist hier definitiv nicht gegeben. 

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Der Facebook-User, der sich Rodriguez Faszanatas nennt, ist empört: „Hauptsache kein Kontakt zur Familie und Freunden! Was für eine Verarsche!“ Damit spielt er auf die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Bayern an. Die Menschen sollen Abstand voneinander halten und so die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen - in der S3 scheint das aber nicht zu gelten. 

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Zumindest nicht am Donnerstagnachmittag gegen 16.20 Uhr, als die Fotos an der Donnersberger Brücke entstanden. „Möchte nicht wissen, wie voll es vom Marienplatz bis Hauptbahnhof war“, schreibt er noch unter die Bilder. Ab Pasing sei wieder mehr Platz gewesen. 

Diese zwei Fotos postete der Facebook-Nutzer aus der S3.

Immerhin tragen sämtliche Passagiere hier Mund-Nasen-Schutzmasken, wie sie vorgeschrieben sind. 

„Heul halt“ - Nach Corona-Aufreger in Münchner S3 entbrennt Diskussion in Facebook-Gruppe

Doch nicht alle sehen es so eng. „Heul halt. Es hindert dich niemand daran, Deine Familie zu besuchen. Fahr halt nicht mit der Bahn, wenn Dich was stört. Entweder stört Dich alles, dann vermeidest Du das, oder gar nichts, dann kannst Du zu Deiner Familie. Was soll denn die Bahn machen? Die Züge sind jetzt nicht mal voll, sollen sie noch mehr einsetzen? Wann sollen die fahren? Schwachsinn ist das, Hauptsache, jeder meckert“, entgegnet ihm eine andere S-Bahn-Nutzerin. 

Andere dagegen pflichten dem empörten S3-Passagier bei. Eine Facebook-Userin diskutierte auch mit: „Ich höre von Freunden, die S-Bahn fahren müssen, dass es in der Rush Hour unmöglich ist den Abstand zu halten. Die Ansteckungsgefahr soll minimalisiert werden, Wirtschaft wird deswegen ruiniert, Eltern wissen nicht wie sie das Arbeiten mit Kinderbetreuung verbinden sollen und sind am Ende ihrer Kräfte, dann findet man solche Bilder schon ärgerlich“

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Coronavirus in München: Zweierlei Maß? „Im Zug geht dann plötzlich alles“

Eine andere kommentierte, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. „Menschen zahlen Strafe, wenn sie mit anderen im Auto fahren, die nicht zur Familie gehören, aber im Zug geht dann plötzlich alles.“

Zur Verteidigung der Bahn sei darauf hingewiesen, dass es bis zum 15. Mai zusätzliche Busverbindungen auf den Außenästen gibt. Zudem hat der Freistaat eine Meldestelle am Verkehrsministerium eingerichtet. Fahrgäste können hier von Montag bis Freitag unter der Telefonnummer 089 / 2192-3020 oder per E-Mail unter enge-im-nahverkehr@stmb.bayern.de zu volle Züge oder Busse melden.

Dennoch ist diese voller Zug kein Einzelfall - das zeigt auch dieser tz-Bericht aus dem März*. Übel auch dieses Bild aus dem April: Weil eine S-Bahn ausfiel, geriet die Situation außer Kontrolle, ein Passagier schlug Alarm*

mag 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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