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Katz-und-Maus-Spiel

Domina und Schafzüchter geraten vor Gericht aneinander - dann wird es kurios 

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Eine Domina geht auf einen Schafzüchter aus Rumänien vor Gericht los (Symbolbild).

Ein kurioser Fall beschäftigte das Münchner Amtsgericht: Eine Domina hatte geklagt, nachdem ein Kunde nicht zum vereinbarten Termin erschienen war. 

VON DANIELA SCHMITT

Diese Geschichte gleicht einen Katz-und-Maus-Spiel. Seit 17 Jahren betreibt Desiree ein eigenes Domina-Studio. Am 14. September 2017 gegen 15  Uhr habe ein Mann sie per SMS kontaktiert, erzählt die Münchnerin. „Der Anrufer ist bei mir an die Falsche geraten“, sagt Desiree heute. Zunächst hatte der Mann einen Termin mit der 45-Jährigen vereinbart. „Er hat mir gesagt, wie er heißt und dass er aus Rumänien stammt. Ich habe ihn auf meine AGB hingewiesen und ihn für 16 Uhr zu mir nach Trudering bestellt.“ Auf ihrer Homepage heißt es, dass der Kunde den vollen Preis bezahlen muss, wenn er ohne rechtzeitige Stornierung nicht erscheint.So kam es dann auch: „Um 17 Uhr war er immer noch nicht da“, erzählt Desiree verärgert – und auch später tauchte der Mann nicht mehr auf.

Dabei hatte er die Rechnung ohne die taffe Geschäftsfrau gemacht – die machte sich auf eigenen Faust auf die Suche nach dem Mann. „Ich habe beim rumänischen Konsulat Erkundigungen eingezogen und im Internet recherchiert.“ Tatsächlich: Sie fand die Heimatadresse des vermeintlichen Anrufers heraus, ein Schafzüchter aus Rumänien  – und schickte ihm eine Rechnung. Keine Reaktion. „Dann habe ich einen Mahnbescheid angefertigt.“ Er reagierte – aber anders als erwartet, teilt ein Sprecher des Amtsgerichts mit: „Der Beklagte legte Widerspruch ein.“ Begründung: Er sei nie mit der Dame in Kontakt und zur fraglichen Zeit überhaupt nicht in Deutschland gewesen. Seine Mutmaßung: Ein einstiger Geschäftspartner habe sich seiner Personalien bedient.

Trotzdem ließ Desiree es am 4. Oktober dieses Jahres auf einen Gerichtstermin ankommen. Sie klagte auf 1451,80 Euro an entgangenem Honorar und Schadensersatz. Vor Gericht wurde ihr dann klar: „Der Mann war es nicht, er war viel zu alt“, so Desiree. Sie hatte ein Bild des Anrufers auf „WhatsApp“ gesehen. Desiree recherchierte weiter – mit Erfolg. Der Sohn des Beklagten zeigte ihr ein Bild des einstigen Geschäftspartners.

Mittlerweile hat der fälschlicherweise Beklagte – dessen Ehefrau ihm zunächst erhebliche Vorhaltungen gemacht hatte – gegen den Datendieb in Rumänien Strafanzeige gestellt. Und Desiree schickte dem wahren Anrufer Post aufs Handy: „Ich habe ihm gedroht, ihn anzuzeigen. Da hat er eingelenkt.“ Der Mann überwies die Summe an Desiree und erstattete auch seinem einstigen Geschäftspartner alle Kosten. Desiree ist zufrieden: „Man sollte mich nicht unterschätzen. Das haben schon andere probiert – und sind gescheitert.“

dpa/lby

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