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Neue Tunnel kommen

München staut sich - diese vier Tunnel-Baustellen werden heftige Probleme mit sich bringen

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Fahrzeug reiht sich an Fahrzeug: München drohen künftig noch mehr Staus als bislang.

München rüstet sich für die Zukunft und wird deshalb in nicht allzu ferner Zukunft mit neuen Tunneln ausgestattet. Diese Bau-Projekte bringen jedoch auch unliebsame Nebeneffekte mit sich.

München - Ab 2023 droht uns der Super-Stau. Die Stadt will in fünf Jahren schrittweise mit dem Bau neuer Tunnel beginnen: Landshuter Allee, Schleißheimer Straße, Isarring und an der Landsberger Straße. „Das bedeutet starke Einschränkungen“, sagt ADAC-Pressesprecher Stefan Dorner, „aber die Stadt muss etwas tun. München versinkt jetzt schon im Stau.“ Die Grünen wollen das Geld für die Auto-Tunnel lieber in den Ausbau des Nahverkehrs stecken - um Staus zu verhindern. Wir zeigen die wichtigsten Stau-Bau-Projekte.

Die Tunnel von München: Landshuter Allee

Es ist wohl das teuerste Projekt: der Tunnel Landshuter Allee. Mit Kosten von 550 Millionen Euro kalkuliert die Stadt. Der bestehende Tunnel (363 Meter) soll auf 1,5 Kilometer erweitert werden. Geprüft wird, ob eine Verlängerung auch unter die Arnulfstraße möglich ist. Darauf hatte sich der Stadtrat bereits verständigt, da auch eine Erneuerung der Donnersbergerbrücke ansteht und sich eine Koordinierung anbiete.

Im kommenden Jahr nun wird das Gremium wohl final über Länge und Gestaltung entscheiden. Derzeit sind unterirdisch drei Fahrspuren pro Richtung geplant. Oberirdisch sehen die Ingenieure teils 30 Meter breite Grün-Oasen vor. Die Borstei erhält eine Lärmschutzwand, die 330 Metern lang und 5,50 Meter hoch sein soll. Die Bauzeit des Tunnels soll ab 2024 sechs Jahre betragen.

550 Millionen Euro teuer: Für den Tunnel an der Landshuter Allee greift die Stadt tief in die Tasche.

Die Tunnel von München: Englischer Garten

Derzeit geht das Baureferat davon aus, dass der Tunnel am Isarring als erstes zu realisieren ist. Das Projekt ist ein Lückenschluss und soll den Englischen Garten wiedervereinigen. Dazu würde die rund einen Kilometer lange Strecke zwischen Iffland- und Dietlindenstraße unterirdisch sechsspurig ausgebaut werden. Mit dem Tunnelbau ändert sich auch die Erschließung des Seehauses und der Hirschau. Außerdem verspricht sich die Stadtverwaltung eine Reduzierung der Lärmbelastung für die direkten Anwohner. Das Referat kalkuliert ab 2023 mit vier Jahren Bauzeit und Kosten von 125 Millionen Euro. Der Freistaat hat angekündigt, sich mit 35 Millionen Euro zu beteiligen.

Wiedervereinigung geplant: Der Tunnel am Isarring soll die beiden Teile des Englischen Gartens verbinden.

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Die Tunnel von München: Schleißheimer Straße

Ab 2025 könnte noch ein weiteres Tunnelprojekt umgesetzt werden: an der Schleißheimer Straße. Der Tunnel soll die Strecke mit der Autobahn verbinden. Das Projekt gehört zum Verkehrskonzept für den Münchner Norden. Dies ist unter anderem erstellt worden, um die vielen Firmen im Münchner Norden besser zu erschließen.

Wie berichtet, plant beispielsweise der Autohersteller BMW die Erweiterung seines Forschungs- und Innovationszentrums. Dadurch sollen bis 2050 etwa 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Der Tunnel würde ab Höhe Rathenaustraße auf 2,5 Kilometern Richtung Norden führen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 200 Millionen.

Verbindung zur Autobahn geplant: An der Schleißheimer Straße wird ab 2025 gebaut.

Die Tunnel von München: Laimer Unterführung

Ebenfalls mit einem Baubeginn 2024 rechnet die Verwaltung für die Tram-Westtangente. Die circa acht Kilometer lange Trasse soll die Stadtbezirke Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Hadern, Sendling-Westpark und Obersendling verbinden sowie die Innenstadt entlasten. Die Kosten werden derzeit auf 170 Millionen Euro geschätzt. Die Bauzeit würde drei Jahre betragen.

Für die Strecke ist es nötig, am Bahnhof Laim neben der bestehenden Unterführung der Fürstenrieder-/Wotanstraße eine weitere Unterführung ausschließlich für Fußgänger, Radler und den öffentlichen Nahverkehr zu graben. Busse und Trambahnzüge halten darin direkt unter dem S-Bahnhof, den die Fahrgäste barrierefrei mit Rolltreppe und Lift erreichen. Der Bau dieser neuen Unterführung erfolgt im Zusammenhang mit dem Bau der Zweiten Stammstrecke. Daher ist ein früherer Baubeginn auch nicht möglich.

Acht Kilometer zur Entlastung der Innenstadt: Die Bauzeit für die Tram-Westtangente soll drei Jahre betragen.

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S. Karowski

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