ADFC stellt Pläne vor

Experten sind sich einig! Altstadt-Radlring ist machbar

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Die Frauenstraße, wie der ADFC sie sich vorstellt: Den Autos bliebe nur eine Spur.

Kommt der Altstadt-Radlring nun endlich? Wenn es nach dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club München geht: Ja! Unterstützung hat man aus dem Rathaus. Doch die Autolobby schlägt Alarm.

München - Paradiesische Zustände könnten für Pedalritter eintreten, sollten die Pläne des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) München wahr werden. Seine Botschaft: Ein Radlring um die Altstadt ist machbar. Rückhalt kommt vom Rathaus-Chef persönlich. Die Autofahrerlobby schlägt indes Alarm.

Der ADFC hatte bereits im Februar dieses Jahres im Rahmen des Radentscheids München das Konzept für den Radlring vorgestellt. Der Entscheid ist Ende März mit zwei Bürgerbegehren gestartet. Ziel: allgemeine Verbesserungen der Fahrrad-Infrastruktur sowie die Umsetzung des Altstadt-Radlrings als konkretes Projekt. 

Die beiden Bürgerbegehren können noch bis 30. Juni unterschrieben werden. Würden genügend Unterschriften gesammelt (rund 35 000), käme es zu einem Bürgerentscheid. Es sei denn, der Stadtrat beschließt die geforderten Maßnahmen direkt.

München: Experten sind sich einig - Altstadt-Radlring ist machbar

Laut ADFC München will sich der Stadtrat in der nächsten Vollversammlung am 26. Juni mit dem Altstadt-Radlring befassen. Allerdings könnten Jahre vergehen, bis endlich was passiert, befürchtet der Münchner ADFC-Chef Andreas Groh. Deshalb ist der ADFC München jetzt selbst aktiv geworden und hat auf 44 Seiten ein umfangreiches Verkehrskonzept zum Radlring erarbeitet.

In der Praxis sieht das dann so aus: Entlang des gesamten Altstadtrings soll es beidseitige Radwege mit größtenteils mindestens 2,30 Meter Breite geben, dazu einen baulichen Schutz vor Autos. In allen zehn Abschnitten hätten Autofahrer künftig weniger Platz oder weniger Spuren. Auf der Brienner Straße würden Pkw sogar ganz verbannt. Auf der Frauen- und Blumenstraße am Viktualienmarkt wäre der klassische Autoverkehr demnach auch Vergangenheit, der Plan sieht eine Einbahnstraße nur für Anlieger und Lieferverkehr vor. 

Radlweg in München: Die Frage ist, wann es umgesetzt wird

Die „höchste Priorität“ hat für den ADFC die Sonnenstraße, da dort sehr viele Radler auf einem schmalen Pfad auf dem Bürgersteig fahren. Der Vorschlag: breite und geschützte Radwege von 2,80 Meter je Richtung mit baulicher Trennung von Parkstreifen und Fußwegen. Der ADFC kann sich sogar komplett verkehrsfreie Bereiche vorstellen – einen „Boulevard“ auf der Innenseite des Altstadtrings vom Sendlinger Tor bis zur Brienner Straße. Der Autoverkehr könnte komplett auf die äußere Westseite verlagert werden.

OB Dieter Reiter (SPD) bewertet die Pläne positiv: „Ich danke dem ADFC für sein Verkehrskonzept, das in die Prüfungen der Verwaltung einfließen wird“, teilte der Rathaus-Chef auf Anfrage unserer Zeitung mit. Scharfe Kritik kommt von Seiten der Autofahrer: „Dieser Vorschlag wäre der Totalkollaps für den Münchner Verkehr im Innenbereich“, schimpft Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs „Mobil in Deutschland“. 

Fahrspuren und Parkplätze würden für ein Verkehrsmittel wegfallen, das „bezogen auf die Personenkilometer lediglich drei Prozent Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen in München ausmacht und nur saisonal richtig genutzt wird“.

Daniele Schmitt

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