Mit Gutscheinen sicher nach Hause 

Nicht nur für Münchnerinnen: Frauen-Nacht-Taxi startet - eine Einschränkung gibt es aber

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Frauen-Nacht-Taxis sollen das Sicherheitsgefühl in München erhöhen.

Das Frauen-Nacht-Taxi in München wird zum 1. März 2020 seinen Betrieb aufnehmen. Das Angebot gilt nicht nur für Münchnerinnen. Eine Einschränkung gibt es aber.

  • Das Frauen-Nacht-Taxi in München ist beschlossene Sache.
  • Zum 1. März 2020 wird es den Betrieb aufnehmen.
  • Die Gutscheine für die Taxis gelten nicht nur für Münchnerinnen. 

Update vom 27. Februar 2020: Nun steht es fest: Frauen bekommen von Sonntag (1.3.) an für nächtliche Taxifahrten in München einen Zuschuss der Stadt. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr können sie pro Fahrt einen Gutschein im Wert von fünf Euro einlösen, wenn sie sich zu einer Wohnadresse fahren lassen.

 „Frauen, die nachts alleine auf dem Heimweg sind, fühlen sich oft unsicher, vor allem wenn wenig Menschen oder niemand mehr auf der Straße ist“, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Ausgabe der ersten Wertgutscheine am Donnerstag (27.2.). „Schon das unbestimmte Gefühl der Angst schränkt die eigene Bewegungsfreiheit ein.“

München: Gutscheine für Frauen-Nacht-Taxis gelten auch bei Fahrtzielen außerhalb der Stadt

Die Gutscheine gelten nicht nur für Münchnerinnen. Alle Frauen ab 16 Jahren können das Angebot in Anspruch nehmen, wenn sie innerhalb der Stadtgrenzen in ein Taxi steigen. Das Fahrtziel kann dann auch außerhalb Münchens liegen. Bei Fahrten etwa in Clubs oder Lokale werden die Gutscheine allerdings nicht akzeptiert. Das Ziel muss laut Stadt eine Wohnadresse sein.

München ist mit diesen Gutscheinen für Frauen-Nacht-Taxis nach Einschätzung der Grünen im Stadtrat Vorreiter unter Städten mit mehr als einer Million Einwohner. Eine Million Euro lässt sich die Landeshauptstadt das Projekt kosten, das vorerst ein Jahr lang ausprobiert werden soll. 

Falls es weiterläuft, ist auch eine digitale Lösung etwa über eine Handy-App denkbar. Ausliegen werden die Gutscheine in städtischen Einrichtungen wie den Bürgerbüros oder der Stadtinformation im Rathaus am Marienplatz. Allerdings erhalte jede Frau pro Besuch nur drei Gutscheine, teilte die Stadt mit.

München: Grünen hatten Frauen-Nacht-Taxi bereits 2015 beantragt - „Man muss nur warten, bis...“

Update vom 27. November 2019: Grünen-Fraktions-Chef Florian Roth konnte sich einen Seitenhieb auf die GroKo nicht verkneifen: „Wir sehen es inzwischen ja positiv, wenn sinnvolle Sachen, die von uns gefordert, aber dann über Jahre verschleppt wurden, plötzlich ganz schnell möglich sind, weil Wählerinnen ja bald zur Urne gebeten werden.“ 

Tatsächlich hatten die Grünen ein Frauen-Nacht-Taxi bereits 2015 beantragt, allerdings ohne Erfolg (siehe Ursprungsmeldung). „Man muss nur warten, bis Wahlkampf ist“, sagte Roth.

Jetzt also doch: München bekommt ein Frauen-Nacht-Taxi

Ursprungsmeldung vom 10. Oktober 2019:

München - Der Münchner Nahverkehr ist gut aufgestellt – Busse und Trams fahren sogar nachts. Doch die Nachtlinien erreichen nicht jeden Winkel der Großstadt. Taxen schon und in München sind sie Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Die Grünen hatten schon vor geraumer Zeit beantragt, sogenannte Frauentaxis in München einzuführen und es etwa Städten wie Hannover gleichzutun. In Niedersachsen gibt es das Konzept bereits seit 1994. 

Es sieht vor, dass die Stadt Fahrten von Frauen bezuschusst, die nachts sicher mit dem Taxi nach Hause oder zur nächsten Haltestelle kommen wollen – statt zu Fuß. Oder weil sich die Damen das Taxi nicht leisten können. Zuletzt hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) von Chef Thomas Böhle (SPD) das Konzept jedoch abgelehnt – auch mit Verweis auf den Isartiger, das Taxi-Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Nun wird die SPD-Fraktion es jedoch mittragen. 

Die Taxikommission hat gestern einstimmig für ein Pilotprojekt votiert. Der Stadtrat muss noch entscheiden, die Zustimmung gilt aber als sicher. Einführung wäre ab dem 1. Januar 2021. Anders als in Hannover ist in München geplant, die Nutzung des Frauen-Nacht-Taxis nicht an die Haltestellen des ÖPNV zu koppeln, eingestiegen werden kann überall innerhalb des Stadtgebietes, der Zielort der Fahrt darf jedoch auch außerhalb liegen, und es sollte sich um eine Wohnadresse handeln, damit soll „Discohopping“ vermieden werden. 

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München: Frauen-Nacht-Taxi wird eingeführt - so läuft die Abrechnung

Das Angebot richtet sich an Frauen ab 16 Jahre an allen Wochentagen zwischen 22 und 6 Uhr. Bei der Bezahlung der Fahrt können die Frauen dann einen Gutschein abgeben. Dieser hat einen Wert von fünf Euro, in Hannover 2,50 Euro. Bis zu drei dieser Scheine können sich Frauen in München dann ab dem 1. Januar bei den Bürgerbüros, Sozialbürgerhäusern, der Gleichstellungsstelle oder der Stadtinformation abholen. 

Die Taxifahrer wiederum reduzieren dann den Fahrbetrag um die fünf Euro und rechnen die Differenz mit der Stadt ab. Die Verwaltung kalkuliert mit Kosten von rund einer Million Euro. Das Projekt soll zunächst ein Jahr laufen, die Verwaltung wird mit einer Evaluierung beauftragt, mit deren Fazit sich der Stadtrat im Anschluss abermals befassen wird. SPD-Fraktions-Vize Christian Vorländer sagte unserer Zeitung: „Wir sind von dem Konzept überzeugt. Das Angebot ist gut geeignet, das Sicherheitsgefühl für Frauen zu erhöhen. Wir sind zuversichtlich, dass das Angebot auch genutzt wird.“ 

„Konzept ist rasch umsetzbar“

Frank Kuhle, Chef der Taxi München eG, freut sich über das neue Angebot. 

SPD-Stadträtin Bettina Messinger sagte gestern: „Es ist eine unbürokratische Lösung. Auch wenn München die sicherste Großstadt ist, ist es wichtig, dass wir dazu beitragen, dass subjektive Sicherheitsempfinden zu verbessern.“ Auch bei den Münchner Taxlern kommt das Projekt gut an. 

Frank Kuhle, Chef der Taxi München eG sagte auf Anfrage: „Das Konzept ist rasch umsetzbar und ermöglicht einen einfachen Zustieg. Das Projekt wird sicher wohlwollend aufgenommen.“ Wäre dies der Fall, könnte man auch überlegen, von den Gutscheinen auf eine App-Lösung umzustellen. „Wir leisten jedenfalls einen positiven Beitrag zur Sicherheit unserer Damen.“

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