Warum die Grantler Unrecht haben

„Früher war alles besser!“ - Oder doch nicht? Diese Zahlen beweisen das Gegenteil

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Lebenswertes München: Heute ist einiges besser, als es früher war - auch wenn viele Grantler das Gegenteil behaupten.

„Früher war alles besser!“ Das finden zumindest finden oft ureingesessene Grantler, die die Stadt „verwahrlosen“ sehen. Tatsächlich aber belegen Zahlen: „Früher war einiges schlechter!“

München - Damals, als man sich noch Briefe geschrieben hat, auf der Straße mit den Nachbarskindern gespielt und die Wiesn-Mass noch 2,50 Mark gekostet hat… Das waren noch Zeiten. Früher war ja alles besser, oder?

Eben nicht – sondern meistens schlechter! Wir haben einige Zahlen zusammengestellt, die belegen: Vieles hat sich über die Jahre und Jahrzehnte verbessert. Zum Beispiel ist die Arbeitslosenquote in München heute mit 3,4 Prozent so niedrig wie seit 17 Jahren nicht mehr. Und wir werden unsere Schulden los: Während die Pro-Kopf-Verschuldung 1996 in München noch bei rund 1865 Euro lag, sank die Summe bis 2017 auf 446 Euro. Außerdem haben wir heuer über 150 Prozent mehr Ganztagsplätze als im Jahr 2000.

Glücksforscherin erklärt Fortschritte

Kinder können heutzutage glücklicher und freier aufwachsen.

Die Welt wird immer schneller und kleiner – fast täglich erfahren wir von Terror oder Umweltverschmutzung. Dinge, die echte Errungenschaften sind und um die uns die Vorfahren beneidet hätten, sehen wir hingegen als selbstverständlich an. Zum Beispiel die Freiheit, sagt Kulturwissenschaftlerin Dr. Annegret Braun – die sich sechs Jahre lang mit Glücksforschung beschäftigt hat. „Frauen durften früher keinen Beruf ausüben“, sagt Braun, „und Männer wurden nur auf den Ernährer reduziert.“

Kinder werden heute liebevoller behandelt

Menschen können sich heutzutage freier entfalten und zu sich selbst stehen – Beispiel Homosexualität. „Und selbst in der Kindheit war vieles schlechter als heute“, sagt sie. „Kinder wurden oft lieblos behandelt und in der Schule geschlagen.“ Diese Rechte und Weltansichten sind glücklicherweise normal für uns geworden.

“Alt-OB Christian Ude: „noch nie musste man für eine Mass weniger arbeiten“

Alles eitel Sonnenschein? Nein, natürlich nicht. Die extrem hohen Mieten machen das Leben in München zum Kampf – und die Pendler ärgern sich täglich. Alt-OB Christian Ude (71, SPD) findet trotzdem, dass sich vieles verbessert hat. In Sachen Wohnen etwa: „Früher mussten die Münchner noch mit 25 Quadratmetern pro Kopf klarkommen, heute sind es immerhin 40.“ Natürlich sei es trotzdem schwer, an eine Wohnung zu kommen. 

“Alt-OB Christian Ude: „noch nie musste man für eine Mass weniger arbeiten“

Zum Verkehrsnetz sagt er: „Allein in meiner Amtszeit ist die Zahl der U-Bahnhöfe um 50 Prozent gestiegen.“ Und zum Dauerthema Wiesn-Mass: „Noch nie hat jemand – nach normalen Tarifmaßstäben – so wenig für eine Mass arbeiten müssen wie heute.“

Weitere Zahlen

Es gibt noch viele weitere Beispiele die belegen, dass sich in München vieles gebessert hat. So stieg die Lebenserwartung von 78 Jahren im Jahr 1995 auf 82,5 Jahre im Jahr 2019.
Statt 258 Verkehrstoten im Jahr 1972 waren es 2017 nur noch 27 - das sind beinahe 90 Prozent weniger.
Auch die Zahl der Straftaten sinkt von 125.000 im Jahr 1997 auf 103.000 im Jahr 2017.
Zudem stand den Münchner im Jahr 2016 ein durchschnittliches Netto-Einkommen von 24.000 Euro im Jahr zur Verfügung. 20 Prozent mehr, als im Jahr 2006. Die Münchner sind schneller auf der Arbeit. Verkehrswege wie von Neuperlach an den Ostbahnhof verkürzten sich von 18 auf 8 Minuten.
Und während im Jahr 1982 noch 2084 Patienten den selben Hausarzt besuchen mussten, waren es im Jahr 2018 nur noch 1311.

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