Wiesn-Nachwehen und goldener Herbst

München hat‘s kalt erwischt: Erkältungswelle rollt über die Stadt

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Hatschi! Viele Münchner liegen momentan mit einer Erkältung flach.

Husten, Schnupfen und Heiserkeit machen sich in München breit. Dabei hat die Grippewelle die Landeshauptstadt noch gar nicht erreicht. Das zuständige Referat rät zur Impfung gegen Influenza.

Zahlreiche Münchner ziehen sich in diesen Tagen eine Erkältung zu. Das bestätigt der Münchner Hausarzt Dr. Markus Frühwein. „Im Moment ist es wahnsinnig viel. Wir haben am Tag bis zu 50 Patienten mit grippalen Symptomen in der Praxis“, sagt der 36-Jährige. Die Nachwehen der Wiesn sind nur ein Grund für die hohen Erkältungszahlen. Auch der goldene Herbst, der dieses Jahr besonders lang und schön ist, trägt dem Münchner Internisten Dr. Karlheinz Zeilberger (57) zufolge dazu bei. „Man lässt sich leicht täuschen. Wenn die Sonne scheint, ist es extrem warm. Aber im Schatten ist es kalt, und es weht oft ein kalter Wind. Morgens hat es gerade mal zwei bis vier Grad!“ Auch in Zeilbergers Praxis suchen in diesen Tagen unverhältnismäßig viele Schnupfnasen ärztlichen Rat. „Bei uns rufen zwei- bis dreimal so viele akut erkältungskranke Patienten als normal an“, berichtet der Mediziner. „Ich habe entsprechende Zeitpuffer eingeräumt.“

Mit einer Erkältung werde der Körper in der Regel allein fertig, sagt Frühwein. Aber viele Leute seien länger krank, als sie eigentlich müssten. Der Grund: „Die Leute gehen krank in die Arbeit, weil sie denken, dass Computerarbeit nicht anstrengend ist. Das stimmt aber nicht.“ Seine Empfehlung: „Daheim bleiben, sich gesund und vitaminreich ernähren und viel trinken.“ Man könne auch Schmerzmittel wie Ibuprofen nehmen. „Die Krankheit dauert genauso lange, etwa sieben Tage. Aber man fühlt sich nicht ganz so schlecht.“

Auszeit vom Alltag: In der Sauna lässt sich gut gegen eine Erkältung vorbeugen.

Vorbeugung gegen Erkältung: Diese Maßnahmen helfen

Wer Husten und Schnupfen von vornherein abwehren will, kann mit einfachen Alltagsritualen wie regelmäßigen Saunagängen, Kalt-Warm-Duschen oder Herbstspaziergängen seine Abwehrkräfte stärken. Hilfreich auch: „Das Büro oder die Wohnung drei- bis viermal am Tag für jeweils zehn Minuten durchlüften, das sorgt für ein gesundes Raumklima“, sagt der Münchner Apotheker Dr. Peter Sandmann. „Idealerweise sollte die Raumtemperatur im Winter nicht über 19 bis 20 Grad liegen.“

Die jährliche Grippewelle (Influenza) beginnt meist Ende Dezember/Anfang Januar und dauert dann etwa drei Monate. Doch es gibt schon erste Fälle. In München wurden dem RGU seit 1. Oktober fünf Influenzafälle gemeldet. Die Behörde rät zur vorsorglichen Grippeimpfung. „Besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und allen, die viel mit Menschen zu tun haben, empfiehlt sich die Grippeimpfung“ sagt Gesundheitsreferentin Stefanie Jacobs. Der optimale Impfzeitraum seien die Monate Oktober und November.

Die Münchner wurden in der vergangenen Grippe-Saison stark gebeutelt: Mitte März 2018 wurden in einer Woche 1250 Neuinfektionen in der Landeshauptstadt gemeldet – laut RGU der höchste Wert seit zehn Jahren. Wie stark die nächste Grippewelle ausfallen wird, ist nur schwer einzuschätzen. Die Stärke der Wellen schwankt Experten zufolge von Jahr zu Jahr.

Daniela Schmitt

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