Gegen „unansehnliche Matratzenlager“

Iglus für Münchner Obdachlose? CSU-Stadträte lassen mit kurioser Idee aufhorchen

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Vorbild Bordeaux: So sieht ein Obdachlosen-Iglu aus. Es ist klappbar und billig.

Kälteschutzeinrichtungen genießen bei vielen Obdachlosen nicht den besten Ruf. Münchner CSU-Stadträte bringen nun Iglus als mögliche Unterkünfte ins Gespräch.

München - Nachdem es in den Lagern zuvor mehrmals gebrannt hatte, ließ die Polizei in der vergangenen Woche die Obdachlosen-Unterkünfte unter der Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke räumen. Den Bewohnern wurde vorgeschlagen, das Kälteschutz-Programm in der Bayernkaserne zu nutzen.

Unter der Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke lebten seit geraumer Zeit Obdachlose. Nun hat die Stadt München die Lager räumen lassen.

Viele Obdachlose wollen das Angebot allerdings nicht wahrnehmen. Unter anderem da sie sich dort tagsüber nicht aufhalten und sich ihre Wertsachen nicht sicher aufbewahren lassen. Hoffnung könnte ihnen womöglich eine Anfrage aus dem Münchner Rathaus machen.

Die CSU-Stadträte Reinhold Babor, Anja Burkhardt, Frieder Vogelsgesang und Alexandra Gaßmann wandten sich am Dienstag direkt an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die Stadt solle prüfen, ob man für Münchens Obdachlose Iglus aus Kunststoff errichten könne. In Paris und Bordeaux seien derartige Vorrichtungen bereits getestet worden.

Anfrage an OB: Iglus gegen „unansehnliche Matratzenlager“

Die Iglus aus Polyethylen sollen mit Matratzen und Aluminiumverstärkern ausgestattet werden, etwa zwei Meter hoch und einen Meter lang sein. „Es speichert die Körperwärme und sorgt für Schutz vor Kälte und bietet auch ein Dach über dem Kopf. Es kann leicht transportiert werden, da es zusammen geklappt werden kann“, heißt es im Antrag der CSU-Stadträte. Die Kosten für ein Iglu sollen sich auf höchstens 200 Euro belaufen.

Durch ihre Anschaffung könnten Iglus womöglich dazu beitragen, die „beanstandeten, unansehnlichen Matratzenlager“ in der Landeshauptstadt verschwinden zu lassen, formuliert das Quartett in seinem Schreiben. Für die Zuteilung der Vorrichtungen an Obdachlose könnten laut der Anfrage Streetworker verantwortlich zeichnen.

lks

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