Überraschende Entdeckung

„Sklavenmarkt 12:00“-Banner am Odeonsplatz: Das steckt dahinter

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Die Aktivistinnen wollten auf moderne Sklaverei aufmerksam machen.

Diese Entdeckung hat wohl bei zahlreiche Passanten in München für Staunen gesorgt: Mitten auf dem Odeonsplatz standen mehrere Frauen mit einem „Sklavenmarkt“-Banner. Aber warum?

München - Was war denn da am Freitag am Odeonsplatz in München los? Von vier Zäunen umrandet standen drei maskierte Frauen. An dem Zaun war ein Banner mit der Aufschrift „Sklavenmarkt 12:00“ angebracht.

Außerhalb der Umzäunung stand eine Frau auf einem silbernen Koffer und brüllte durch ein Megaphone. Hat da etwa eine Sklavenversteigerung mitten in der bayerischen Hauptstadt stattgefunden?

Inszenierten Versteigerung von Sklaven

Keine Sorge, das alles war nur inszeniert. Das Bündnis „Gemeinsam für Afrika“ wollte mit der inszenierten Versteigerung von Sklaven und Sklavinnen auf die Existenz moderner Sklaverei aufmerksam machen. Die Aktion fand in insgesamt sechs weiteren Städten statt - Bochum, Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig und Stuttgart. Die Aktivistinnen riefen zum Umdenken auf, wie das Bündnis in einer Mitteilung erklärt.

„Wussten Sie, dass durchschnittlich 60 Sklaven und Sklavinnen für jeden von uns für die Produktion unserer Konsumgüter arbeiten?“ fragten die Aktivistinnen vorbeilaufende Passanten. „Die meisten arbeiten am Anfang der Lieferketten bei der Gewinnung der Rohstoffe, aber auch bei der Herstellung unserer Kleidung, Smartphones und Nahrungsmittel. Aktuell sind mindestens 21 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei – auch in Europa und Deutschland“, erläuterte Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses.

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Sklavenmarkt mit wahren Lebensgeschichten

Mit der Inszenierung eines Sklavenmarkts, auf dem Menschen versteigert und wahre Lebensgeschichten betroffener Personen erzählt wurden, will „Gemeinsam für Afrika“ auf die weltweite Existenz moderner Sklaverei und die Folgen für die betroffenen Menschen aufmerksam machen.

‚‚Die erschreckenden Fakten zur modernen Sklaverei machen deutlich: Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Neben Tomaten gibt es viele weitere typische Konsumgüter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, unter anderen Metalle für Elektrogeräte, Billigfleisch aus Deutschland, Kakao aus Ghana. Jeder kann einen Beitrag leisten und zum Beispiel fair gehandelte Produkte kaufen‘‘, sagt Susanne Anger.

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