Zweifelhafte Empfehlung für Ehemänner

Islamisches Zentrum München reagiert auf Kritik wegen frauenfeindlichem Vorschlag

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Auf seiner Homepage gibt das IZM umstrittene Empfehlungen zum Umgang von Mann und Frau in der Ehe (Symbolbild).

Eine muslimische Gemeinde in München sorgte mit Empfehlungen zum Umgang von Mann und Frau in der Ehe für Entsetzen. Nach kritischen Berichten wurde nun eine Maßnahme ergriffen.

Update 8. August um 16.20 Uhr: Nach der heftigen Kritik an Empfehlungen, die das Schlagen der Ehefrau erlauben, hat das Islamische Zentrum München jetzt entsprechende Texte von seiner Homepage gelöscht. Die Reaktionen seien nachvollziehbar und berechtigt gewesen, sagte ein Sprecher der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft (DMG), zu der auch das Münchner Zentrum gehört. Zuvor hatte es bundesweit heftige Kritik gegeben. Die Passage war von vielen als frauenfeindlich wahrgenommen worden. 

Ursprüngliche Meldung vom 4. August 2019: Islamisches Zentrum München sorgt für Entsetzen

München -  Im Internetauftritt des Islamischen Zentrums München (IZM) heißt es im Kapitel „Frau und Familie im Islam“ unter Berufung auf einen Koranvers, dass als letztes Mittel im Fall von Eheschwierigkeiten auch das Schlagen der Frau infrage komme. 

Dabei müsse der Ehemann allerdings drei Schritte einhalten: „Ermahnung, Trennung im Ehebett und Schlagen“. Nach Ansicht der „Gelehrten“ habe das Schlagen allerdings „eher einen symbolischen Charakter“. Der Bayerische Rundfunk hatte über die Passagen auf der Webseite berichtet. 

München: Schläge gegen Frauen sind erlaubt? Islamisches Zentrum sorgt für Aufregung

Mitglieder des Münchner Stadtrats, die mit den Aussagen auf der Website konfrontiert wurden, äußerten sich entsetzt. So sagte SPD-Stadtrat Cumali Naz, Fachsprecher für Migration: „Wenn das IZM propagiert, Gewalt sei ein legitimes Mittel zur Lösung von Ehekonflikten, widerspricht das fundamental den Werten unserer Gesellschaft.“ 

München: Frauenfeindlicher Ehe-Ratschlag - keine Anstiftung zur Körperverletzung

Sprecher anderer Parteien äußerten sich ähnlich. Der Verband Deutsche Muslimische Gemeinschaft (DMG) kündigte dem BR gegenüber an, die Website zu überarbeiten. Die Staatsanwaltschaft München I sieht laut BR keine Anhaltspunkte, dass im Fall der zitierten Äußerungen eine Straftat vorliegt. Es liege keine Anstiftung zu Körperverletzungshandlungen vor. 

Mitte Juli sind mehrere Moscheen in München in anonymen Mails bedroht worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Hinweise auf deren Urheber.

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