„Der Markt ist leergeräumt“

Wohn-Irrsinn in München: Maklerbüro bietet 15.000 Euro Kopfgeld auf Immobilien

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Schöner Wohnen: Um prestigeträchtige Objekte wie dieses vermitteln zu können, winken Immobilienmakler inzwischen mit hohen Belohnungen für Tipp-Geber. 

Der Münchner Immobilienmarkt ist extrem angespannt. Deshalb setzen Immobilienmakler inzwischen auf Belohnungen für Hinweisgeber, um an neue Immobilien für ihr Portfolio ranzukommen. 

München - Es gibt weniger Immobilien zu kaufen – die Nachfrage aber wird immer größer, und Häuser und Wohnungen immer teurer: Der Wohnungsmarkt in München ist angespannt. Das sorgt unter Maklern für neue Strategien: Kopfgeld für Immobilien-Tipps. Bis zu 15 000 Euro bezahlt die Firma Dahoam nun als Prämie für Hinweisgeber. Seit April gibt es das Maklerbüro Dahoam in Furth (Kreis München). „Der Markt ist leergeräumt, deshalb ist es für einen Makler schwierig, an Objekte zu kommen“, erzählt Mahir Aygün von Dahoam. 

Zahl der Immobilienverkäufe gesunken, Umsätze gestiegen

Das zeigen auch die Zahlen des Gutachterausschusses der Stadt: 11 700 Immobilientransaktionen wurden 2018 registriert, zwei Prozent weniger als 2017. Dagegen stieg der Geldumsatz auf eine Gesamtsumme von rund 12,7 Milliarden Euro, fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Immobilien Dahoam zog man folgenden Schluss: „Wir drucken auf unseren Flyer die Prämie über 15 000 Euro für Hinweise“, sagt Aygün. „Das spricht die Kunden besser an, als wenn wir, 15 Prozent unserer Netto-Courtage schreiben.“ Die 15 Prozent Belohnung auf die 3,57 Prozent Dahoam-Maklerprovision werden nicht an Eigentümer der Immobilie ausbezahlt, sondern an Dritte, die Tipp-Geber. 

Belohnungen für Immobilien-Tipp-Geber lohnen sich

Der Höchstsatz von 15 000 Euro wurde zwar noch ausbezahlt (weil noch kein Haus, das drei Millionen Euro kostet, vermarktet wurde) – aber Aygün merkt an: „Bezahlt wurden schon mehrere Tippgeber, die Beträge sind Firmengeheimnis.“ Eine Belohnung lässt sich auch Andreas Birkemeyer einiges kosten. „Für jeden Tipp erhalten Sie 20 Prozent meiner Netto-Provision“, sagt der Makler aus Lengdorf bei Erding. „Durch das immer weniger werdende Angebot erhoffe ich mir so mehr Aufträge, um meine Firma am Leben halten zu können. Und es funktioniert“, freut sich Birkemeyer. Derzeit hat der Immobilienprofi pro Jahr circa drei bis vier Tippgeber mit einem Hinweis. Bei etwa zweien komme ein Kaufvertrag zustande. „1200 Euro war bislang die höchste Summe, die ich ausbezahlt habe.

Der Münchner Wohnungsmarkt bleibt lukrativ

Die Provisionen sorgen beim Münchner Mieterverein für ungläubiges Kopfschütteln. Geschäftsführer Volker Rastätter erklärt: „Dass nun schon solch hohe Summen an Tippgeber bezahlt werden, zeigt wie unglaublich angespannt der Markt in München ist. Makler suchen verzweifelt jemanden, der seine Immobilie verkaufen will.“ Und das zeige: Der Markt lohne sich noch immer.

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Ob diese Discounter-Revolution den Münchner Wohnungsmarkt entspannen wird? Bald bieten Aldi und Lidl Wohnungen an - Mietpreise bekannt. Ein Eigenheim ist in München für viele Normalverdiener inzwischen unbezahlbar.
Abhilfe könnten die „Tiny Houses“ schaffen – aus einem besonderen Grund sind die Minihäuser für viele in Deutschland extrem attraktiv.

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