Drei Verdächtige festgenommen

Luxus-Schlitten geklaut: Polizei jagt Autoknackerbande durch München 

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Eine Polizeistreife hat in der Nacht auf Donnerstag Autodiebe auf frischer Tat geschnappt.

Die Profi-Diebe setzen auf Hightech und haben es auf Luxusautos abgesehen. Auf frischer Tat hat die Polizei am Donnerstag Autoknacker auf spektakuläre Weise geschnappt. Es fielen sogar Warnschüsse.  

München - Mitten in der Nacht, gegen 4 Uhr, bemerkte der Besitzer eines dunkelgrauen Mercedes AMG, dass sein Auto weg ist. Er hatte das Luxus-Auto im Wert von mehr als 100.000 Euro an der Stollstraße in Waldperlach geparkt. Sofort wählte der Mann den Notruf. Und sorgte damit wohl dafür, dass die Ermittler den Autodieben auf die Spur kamen. 

„Eine Streife der Polizeiinspektion Haar hat sofort nach dem Mercedes gefahndet“, berichtet Thomas Jacob (47), Vize-Chef des Kommissariats 51, das für Kfz-Kriminalität zuständig ist, am Donnerstag. „Wir entdeckten den Mercedes sowie einen Citroen mit polnischem Kennzeichen dann auf einem abgelegenen Parkplatz am Waldrand südlich von Siegertsbrunn.“

Polizei feuert Warnschüsse bei Verfolgungsjagd ab

Als die Männer auf dem Parkplatz den Streifenwagen bemerkten, wollten sie sofort fliehen. Allerdings waren sie wohl zu nervös: Beim Fluchtversuch kollidierten der Mercedes und der Citroen. Da der Fahrer des gestohlenen Autos trotzdem davonraste, gaben die Polizisten mehrere Warnschüsse in die Luft ab, wie Merkur.de* berichtete.

Auch davon zeigte sich der Fahrer unbeeindruckt und fuhr weiter. Die Insassen des Citroen, drei Polen im Alter von 20, 33 und 35, nahmen die Beamten fest. Sie werden wohl heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der Fahrer des gestohlenen Mercedes rammte unterdessen auf seiner weiteren Flucht ein Wohnmobil, das in Riemerling (Kreis München) am Straßenrand geparkt war. Gegen 4.25 Uhr fanden die Beamten das Auto – noch mit laufendem Motor. Der Fahrer war allerdings nicht mehr da. Er muss zu Fuß weitergeflüchtet sein. Nur wenige Stunden später, gegen 7 Uhr, wurde in Ottobrunn ein Mercedes 350 GLE gestohlen. Diesen stoppte die tschechische Polizei allerdings noch am Donnerstagmittag an der Grenze.

Thomas Jacob, Vize-Chef des für Kfz-Kriminalität zuständigen Kommissariats, ist stolz auf die Festnahme der Diebe. Ein Verdächtiger rammte auf der Flucht ein Wohnmobil.  

München: Profi-Diebe setzen auf Hightech beim Autoklau

Seit Anfang Dezember wurden mittlerweile schon neun Luxus-Schlitten mit Keyless-Go-System gestohlen. Der Schaden liegt bei mehr als 800.000 Euro. Die Beamten prüfen nun einen Zusammenhang zwischen allen Fällen. Laut Thomas Jacob steckt hinter den Dieben, die Autos mit Keyless-Go-System stehlen, vermutlich eine Bande: „Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine hochprofessionelle und organisierte Bande handelt.“

Keyless-Go-Diebstahlserie: So schützen Sie sich vor dem Autoklau

Bei Fahrzeugen mit Keyless-Go-Systemen entriegeln sich die Türen von selbst, wenn sich jemand mit dem Schlüssel nähert. Der Motor kann sofort nur durch das Betätigen des Startknopfes gestartet werden. Die Diebe nutzen das System aus und verlängern das Signal mit Funkwellenverstärkern vom Haus, in dem der Schlüssel ist, zum Auto.

Thomas Jacob rät deshalb, das Auto nicht direkt vor dem Haus zu parken oder es – falls möglich – immer in einer Garage abzustellen. Sicherheit bietet auch, den Schlüssel nicht in der Nähe von Fenstern oder der Tür aufzubewahren. Damit die Diebe das Signal nicht verlängern können, ist es nach Angaben des Vize-Chefs des Kommissariats 51 auch möglich, den Schlüssel in einer Metalldose aufzubewahren. Jacob: „Wir haben das mit einer hochwertigen Lebkuchendose getestet – und es hat funktioniert.“

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