Promenadeplatz und Brienner Straße

Münchner sorgt für glänzende Straßen - So schön leuchtet München

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Promenadeplatz: 54 Lichtobjekte mit insgesamt 60 000 LED-Lichtern erleuchten den Platz vor dem Bayerischen Hof.

Pünktlich zur Weihnachtszeit leuchten in München einige Straßen, Plätze und Fassaden. Dies liegt unter anderem auch an Manfred Beck und seiner Firma mbeam. 

München - Der Mann, der den Münchnern das Licht schenkt, hat eigentlich als Grafikdesigner angefangen. „Aber vor 18 Jahren hat mich einer meiner Praktikanten lange belabert, dass ich mal mit Licht arbeiten solle. Schließlich habe ich nach gegeben und bin seitdem fasziniert und begeistert“, sagt Beck. „Licht ist emotional aufgeladen, geht ans Herz“, schwärmt er. Allerdings verleitet es auch zur Opulenz, deshalb rät Beck: „Nicht zu viel machen!“ Überhaupt: Der Stadt würde ein Licht-Masterplan gut tun, findet Beck. „Die Ludwigstraße etwa schreit förmlich nach einem guten Licht und einem Konzept, das dieser herrlichen Straße würdig ist.“

Als Vorbild könnte Wien dienen – für Beck die Licht-Hauptstadt schlechthin: „In Wien werden Straßenzüge ganz unterschiedlich beleuchtet, gemeinsam mit den Geschäftsleuten wurde da ein tolles Konzept entwickelt und umgesetzt. Da kann man richtige Licht-Spaziergänge unternehmen. Die Qualität ist sehr, sehr gut. Das Nonplusultra.“ Wenn er einen Wunsch frei hätte? „Den Olympiaturm! Dieses Wahrzeichen muss in Licht getaucht werden – mit Bedacht und Geschmack. Es ist ein Münchner Highlight.“

Einmalige Licht-Dusche am Gasteig-Forum: Manfred Beck begeistert

Seinen Einfallsreichtum hat Beck erst in der vergangenen Woche unter Beweis gestellt. Am vergangenen Dienstag hat er auf dem Gasteig-Forum eine einmalige Licht-Dusche installiert. „Ich wollte den Leuten in der dunklen Jahreszeit etwas Licht zurückgeben und sie damit glücklich machen“, sagt er. Ein esoterischer Spinner? Mitnichten! „Ich hasse Kunst, die niemand versteht“, betont er. „Es geht um Wohlfühlen, Gemütlichkeit, Sicherheit zur Weihnachtszeit.“

Nicht gelungen fand er eine Installation vor einigen Jahren in der Sendlinger Straße. „Da hingen blaue Röhren rum, und keiner hat verstanden warum.“ Fakt bleibt für Beck: „Licht-Anlagen sollte es im Winter überall auf öffentlichen Plätzen geben.“

Seine Lichtinstallationen erleuchten Münchens Plätze - Manfred Beck. 

Und deshalb bringt Beck mit seinen LED-Lämpchen, die jeweils einen Durchmesser von etwa 0,7 cm haben, München zum Leuchten. Zum Beispiel am Promenadeplatz. „Ich bin unglaublich stolz, dass dieser wunderbare Platz so schön beleuchtet wird“, sagt Beck und erklärt sein Konzept: „Licht benötigt Raum, und das hat es hier.“ An diesem Ort befand sich übrigens zu Anfang des 19. Jahrhunderts der erste Münchner Christkindlmarkt. Mit den Behörden hatte Beck seine liebe Not: Drei Jahre dauerte die Genehmigung. „Unsere Beleuchtung gibt es nun im sechsten Jahr. Wir steuern vom Bayerischen Hof aus die Beleuchtungs-Intensität und können drei verschiedene Stufen einstellen, wir beleuchten jede Nacht anders“, sagt Beck. „Das ist wie ein Dimmer im Wohnzimmer.“ In jedem Jahr stellt Beck ein neues Programm zusammen. „Ich finde, die Beleuchtung sollte hier ganzjährig sein. Sie geht mir ans Herz“, sagt der Lichtgestalter. Insgesamt 54 Lichtobjekte mit über 60 000 Lichtpunkten erleuchten den Promenadeplatz.

Eines der ersten Projekte von Beck: die Brienner Straße in München 

Das erste von Becks Projekten in München war die Beleuchtung der Brienner Straße – sie ging heuer ins achte Jahr. „Wir illuminieren die 16 Kronleuchter mit rund 36 000 Lichtpunkten“, erklärt Beck. Nicht nur die Straße, auch der Wittelsbacher Platz wird dabei erleuchtet. „Aber immer in Korrespondenz zur Straße. Nichts soll vom Allee-Gedanken ablenken“, stellt Beck klar. Die Stadt kosten diese Beleuchtungsaktionen keinen Cent. Am Promenadeplatz haben sich verschiedene Eigentümer wie der Bayerische Hof und andere Anlieger zu einer Privatintiative zusammengeschlossen. Gleiches gilt für die Brienner Straße, wo sich Eigentümer, Anlieger und Mitglieder des Brienner Quartiers die Kosten teilen.

Ehemalige Münzarkaden: Direkt gegenüber des Nationaltheaters leuchten 35 000 LED.

Beck ist mit etlichen Mitarbeitern im Einsatz, 14 waren es am Viktualienmarkt. „Den Markt und den 37 Meter hohen Maibaum – um hier die Leuchten zu installieren, brauchen wir schweres Gerät – beleuchten wir jetzt im fünften Jahr.“ Die Herausforderung: „Wir müssen wegen der Sicherheit viel Licht schaffen, aber ich will immer den Geschmack wahren.“ Beck freut sich, auf dem Markt tätig werden zu können. „Hier sind viele harte Arbeiter und nette Menschen zugange.“

Neues Projekt von Manfred Beck: die Beleuchtung der Münzarkaden

Ein recht neues Projekt: die Beleuchtung der früheren Münzarkaden. „Eine tolle Location direkt gegenüber des Nationaltheaters“, schwärmt Beck. „Die Gesamtfläche ist nicht groß im Vergleich zu Straßen oder Plätzen, aber dafür sehr komplex zu bespielen.“ Das Gebäude ist denkmalgeschützt, frisch renoviert und kernsaniert. „Die Idee: Der Immobilienbesitzer und wir haben uns darauf geeinigt, die Konturen, die Kopfbauten hervorzuarbeiten.“ 30 000 Lichter beleuchten die Fassade.“

Viktualienmarkt: Bis zu 14 Mitarbeiter haben den 37 Meter hohen Maibaum mit Leuchten ausgestattet.

Aber ist das Ganze nicht eine irrsinnige Stromverschwendung? Eher nicht, denn Beck erzielt einen großen Effekt mit relativ geringem Stromverbrauch. „Die Installation in der Brienner Straße etwa verbraucht pro Tag 1000 Watt, die am Viktualienmarkt 2000 Watt. Zum Vergleich: Ein normaler Föhn oder ein klassischer Heizlüfter verbrauchen ebenfalls 2000 Watt. Und selbst auf dem besonders üppig illuminierten Promenadeplatz liegt der Verbrauch bei nur 5112 Watt.

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